Bahn übergibt symbolisch den Schlüssel für den Nordbahnhof Nach dem Kauf ist die Stadt am Zug

Bad Oeynhausen (WB). Eine Schlüsselszene gab es am Freitag vor dem Nordbahnhof. Symbolisch haben Vertreter der Bahn einen Schlüssel an Vertreter der Stadt übergeben. Einem politischen Beschluss folgend hat die Stadt das Empfangsgebäude und die dazugehörige 7000 Quadratmeter umfassende Verkehrsfläche gekauft.

Von Claus Brand
Symbolische Schlüsselübergabe am Nordbahnhof. Im Bild sind (von links): Arnold Reeker (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen), Andreas Unverfärth (Gebäude- und Liegenschaftsmanagement), Bürgermeister Achim Wilmsmeier, Bahnhofsmanager Martin Novosad aus Bielefeld sowie Projektleiter Carsten Kirchhoff und Volker Nicolaus, beide Bahnflächen- Entwicklungs-Gesellschaft.
Symbolische Schlüsselübergabe am Nordbahnhof. Im Bild sind (von links): Arnold Reeker (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen), Andreas Unverfärth (Gebäude- und Liegenschaftsmanagement), Bürgermeister Achim Wilmsmeier, Bahnhofsmanager Martin Novosad aus Bielefeld sowie Projektleiter Carsten Kirchhoff und Volker Nicolaus, beide Bahnflächen- Entwicklungs-Gesellschaft. Foto: Claus Brand

Nun ist die Stadt am Zug. Nächster Schritt sei es, am  Entwicklungskonzept zu arbeiten und an erste Gespräche mit Mietinteressenten für Flächen im Nordbahnhof anzuknüpfen, erklärte Arnold Reeker, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen. Der Kaufpreis für die Immobilie liegt bei 300000 Euro. Der Löwenanteil entfällt auf das Grundstück in zentraler Innenstadtlage. Für das weitere Vorgehen, um das Gebäude  als Aufwertung für die Innenstadt voranzubringen, gibt es mehrere Ansätze. »Priorität hat der, einen privaten Investor zu finden, der sich um die Entwicklung  kümmert«, erklärte Reeker. Weitere Optionen sind der Betrieb des Empfangsgebäudes durch die Stadt oder durch eine städtische Tochter.

Bei der weiteren Planung setzt Reeker auf die weitere Zusammenarbeit mit und die beratende Tätigkeit der Bahnflächenentwicklungs-Gesellschaft (BEG). Vor der Unterzeichnung des Kauvertrages, der zum Jahresende wirksam wird, hatte die BEG, die landesweit auf diesem Gebiet tätig ist, mit Stadt und Politik die Weichen für die weitere Entwicklung des Bahnhofsbereiches gestellt.

»Die Lage, mitten in der Stadt, ist in der Region einmalig«, sagte Martin Novosad, Bahnhofsmanager aus Bielefeld. Die Strategie, sich von Bahnhofsgebäuden zu trennen, begründete er letztendlich mit den gesellschaftlichen Veränderungen, die eben nicht mehr Aufgaben wie Stück- oder  Expressgut-Abfertigung vor Ort umfasse. Nach seinen Angaben wird die Bahn in Zukunft in OWL noch die Bahnhofsgebäude in Bielefeld, Paderborn, Gütersloh und Herford betreiben.

In den 7000 Quadratmetern Fläche sind auch der Bahnhofsvorplatz sowie die Zufahrten mit Stellplätzen östlich und westlich des Gebäudes enthalten. Die Bahnsteige mit Durchgangsrecht dorthin bleiben im Eigentum der DB Station & Service AG. Die ersten sichtbaren Veränderungen auf dem Weg zum attraktiveren Bahnhof sollen 2016 sichtbar werden. »Fördergelder für eine Radabstellanlage mit etwa 100 Plätzen sowie Maßnahmen zur barrierefreien Gestaltung des Platzes sind bewilligt«, erklärte  Reeker.  

Alle Beteiligten waren sich einig, dass die regionale Bindung eines Investors und möglicher Mieter eine Voraussetzung für den Erfolg des Projekts sei. Einen bereits ins Gespräch gebrachten Bio-Laden bezeichnete Reeker als optimale Lösung, vor dem Hintergrund seiner Anziehungskraft und des fehlenden Lebensmittelangebotes in der Innenstadt. Eine Bäckerei und ein Zeitschriftenangebot hält er für ebenso unerlässlich. Auch eine gastronomische Nutzung, beispielsweise der ehemaligen Wartesäle, sei sinnvoll. Erhalten bleiben wird die Dienstleistung des Reisezentrums.

Nach einem Vertragsabschluss zum Betrieb des Gebäudes kalkuliert Carsten Kirchhoff, BEG-Projektleiter, mit eineinhalb bis zwei Jahren bis zum Abschluss einer Umgestaltung.

»Der Bahnhof und sein Umfeld liegen an zentraler Stelle und sollen wieder eine vorzeigbare Visitenkarte der Stadt werden«, sagte Bürgermeister Achim Wilmsmeier. »Mit dem Erwerb sichert sich die Stadt alle Handlungsoptionen für das Gebäude.« Als gelungene Beispiele für eine Umgestaltung in der Region nannte Kirchhoff die Bahnhöfe in Steinheim, wo sie mit einem privaten Investor erfolgt sei, und Rheda-Wiedenbrück, wo dies in kommunaler Regie umsetzt wurde.

Martin Novosad verwies auch auf die Verbesserungen der vergangenen Jahre am  Nordbahnhof, vom Neubau der 330 Meter langen Bahnsteige mit moderner Ausstattung bis zu den neuen Aufzügen.

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