Birgit Thinnes vom Kommissariat Kriminalprävention gibt Eltern Tipps für richtiges Verhalten Fremder soll Kind angesprochen haben

Bad Oeynhausen (WB). Die Aussage eines Schülers, dass er an zwei aufeinander folgenden Tagen von einem fremden Mann angesprochen worden ist, hat an der Altstadt-Grundschule in der Vorwoche für viel Aufregung gesorgt. Inzwischen hat sich die Lage etwas beruhigt.

Von Claus Brand
Die Altstadt-Grundschule befindet sich in zentraler Innenstadtlage an der Paul-Baehr-Straße.
Die Altstadt-Grundschule befindet sich in zentraler Innenstadtlage an der Paul-Baehr-Straße. Foto: Claus Brand

Dennoch haben nach Bekanntwerden der Aussage viele Eltern in der Form reagiert, dass sie ihre Kinder verstärkt mit dem Auto direkt zu der Schule in zentraler Innenstadtlage gebracht haben. Nach Informationen dieser Zeitung gab es auch die Forderung beziehungsweise den Vorschlag, die Pausenaufsicht auszuweiten.

Die Polizei bescheinigt Schulleiterin Simone Günther, sich 100-prozentig richtig verhalten zu haben. Sie schenkte den Äußerungen des Jungens Glauben und verständigte die Polizei. »Die Kollegen vor Ort haben sich der Sache angenommen und sie eingehend geprüft«, sagt  Ralf Steinmeyer. Er ist Sprecher der Kreispolizeibehörde in Minden. Nach eingehender Analyse des Sachverhaltes seien die Beamten zur Einschätzung gekommen, die Situation weiter zu beobachten. Steinmeyer sieht keinen Grund, in Panik zu verfallen.

Ansprechpartner für Schulen in diesen Fällen ist unter anderem auch Birgit Thinnes. Die Wersterin arbeitet im Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde. Sie rät Eltern in einer solchen Situation: »Informieren Sie Ihre Kinder in gemäßigter Form über die Vorkommnisse und bitten Sie sie behutsam um Aufmerksamkeit auf dem Schulweg.« Weiter sagt Sie: »Wenn ein Kind nicht von sich aus über ein eigenes Erlebnis berichtet, dann sollten Eltern auf eindringliches ­›Hineinfragen‹, ob es vielleicht auch Ähnliches erlebt hat, verzichten.« Mit einer solchen Ansprache könne beim Kind der Eindruck erweckt werden, »dass die Eltern erwarten, dass das Kind etwas erzählt, das die Eltern hören wollen, wie etwa ›Hast du nicht auch den Mann gesehen?‹«.

Die Polizistin empfiehlt Eltern: »Unternehmen Sie nichts, das zur Verschärfung der Situation führt und womöglich in einer Hysterie endet, die keinem hilft und allen schadet.« Mittlerweile spielten soziale Netzwerke wie Facebook und WhatsApp eine große Rolle in der Kommunikation. Nicht selten führten gut gemeinte »Warnhinweise«, dort veröffentlicht, zu deren  unkontrollierter Verbreitung und zu ungewollter Panikmache. Thinnes: »Derartige Nachrichten führen zum Kontrollverlust. Besser ist es, eigeninitiativ tätig zu werden, um sich sicher zu fühlen.« So könne man den  Bezirksdienstbeamten ansprechen  oder in Absprache mit der Schule einen Elternabend organisieren. Die Präventionsdienststelle helfe dabei  gerne. Thinnes: »Eltern können sich sicher sein, dass der Polizei die Sicherheit der Kinder am Herzen liegt. Deshalb wird alles unternommen, sie zu erhalten und solche Angelegenheiten zu klären.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.