Verwaltung will verstärkt auch private Unterkünfte nutzen Wohnraum für Flüchtlinge in der Stadt wird knapp

Bad Oeynhausen (WB/mcs). Nicht nur für die künftig bis zu 210 Flüchtlinge in der Notunterkunft im Bürgerhaus Rehme muss die Stadt Bad Oeynhausen sorgen. Hinzu kommen weitere 570 Flüchtlinge, die der Stadt für die Dauer ihres Asylverfahrens zugewiesen sind. Tendenz steigend.

Um Flüchtlinge für die Dauer ihres Asylverfahrens in Bad Oeynhausen unterzubringen, greift die Stadt auf immer mehr Wohneinheiten in der ehemaligen Britensiedlung zurück.
Um Flüchtlinge für die Dauer ihres Asylverfahrens in Bad Oeynhausen unterzubringen, greift die Stadt auf immer mehr Wohneinheiten in der ehemaligen Britensiedlung zurück. Foto: Foto: Louis Ruthe

Auf diesen Sachverhalt haben Wolfgang Budde, Leiter des Fachbereichs Jugend, Soziales und Schulen, und Bürgermeister Achim Wilmsmeier am Freitag am Rande eines Ortstermins in der Notunterkunft in Rehme hingewiesen. Allein in diesem Jahr habe die Stadt 320 Flüchtlinge zugewiesen bekommen. »Nur  im Oktober waren es 146«, sagte Wolfgang Budde. Und das Ende der Fahnenstange sei noch lange nicht erreicht. »Allein für Montag und Dienstag ist uns die Ankunft von 22 weiteren Flüchtlingen angekündigt worden«, sagte der Fachbereichsleiter.

Langsam werde der verfügbare  Wohnraum knapp. »Wir nutzen inzwischen bereits 24 von 33 Wohneinheiten in der ehemaligen Britensiedlung«, erläuterte Wolfgang Budde. Jede weitere frei werdende Einheit solle ebenfalls zur vorübergehenden Unterbringung von Flüchtlingen herangezogen werden. Auch die Diakonische Stiftung  Wittekindshof habe ein Gebäude auf ihrem Gelände in Volmerdingsen zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Wolfgang Budde: »Es handelt sich um das Haus Sonnenkamp.« Dieses werde derzeit aber noch erschlossen. Es solle einmal Raum für bis zu 75 Menschen bieten.

»Zur Bereitstellung von Wohnraum müssen wir kurz-, mittel- und langfristig auch neue Wege gehen«, kündigte Bürgermeister Achim Wilmsmeier an. Deshalb habe die Stadt Bad Oeynhausen einen Aufruf gestartet, dass sie   privaten Wohnraum zur Unterbringung von Flüchtlingen suche. Die erste Resonanz sei positiv. »Am Donnerstag und Freitag sind jeweils 20 Angebote bei der Stadt eingegangen«, sagte Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich. Diese würden zunächst gesammelt, strukturiert und dann nach und nach abgearbeitet.

Laut Achim Wilmsmeier müssen die Wohnangebote verschiedene Kriterien erfüllen. »Wir können beispielsweise nur Immobilien zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzen, die sich auch im Gebiet der Stadt Bad Oeynhausen befinden.« Angebote von außerhalb würden aber bei Bedarf an die Nachbarkommunen weitergegeben.

Derzeit sind laut Wolfgang Budde 110 Wohnungen im Stadtgebiet mit 280 Flüchtlingen belegt. »Dabei handelt es sich um Wohnungen der Stadt und  der Städtischen Heimstättengesellschaft sowie private Unterkünfte«, sagte der Fachbereichsleiter. Bereits in der Vergangenheit habe die Stadt die Flüchtlinge bei der Wohnungssuche begleitet. »Wir sind künftig auch bereit,  als Mieter aufzutreten, wenn der Vermieter dies wünscht«, sagte Wolfgang Budde.

Langfristig muss  laut Bürgermeister Achim Wilmsmeier der soziale Wohnungsbau aktiviert werden. Förderprogramme zum Bau von Flüchtlingsunterkünften gebe es zuhauf.  Das könne unter Umständen auch für private Investoren ein Anreiz sein, sich in diesem Bereich zu engagieren.