Britta und Frank Kaufmann äußern Unmut über zahlreiche fehlende Treueschwüre Liebesschloss gestohlen

Bad Oeynhausen (WB). Zig mal sind Britta Kaufmann und ihr Mann Frank am vergangenen Wochenende die Werre-Weser-Kuss-Brücke abgeschritten, doch es war nicht da: Ihr Liebesschloss, das das Paar anlässlich seiner Hochzeit dort platziert hat, ist weg. Eine »Schweinerei« ist das, findet Britta Kaufmann. Sie vermutet, dass dort Metalldiebe am Werk waren.

Von Jaqueline Patzer
An dieser Strebe, auf die Britta Kaufmann zeigt, hat das Liebesschloss von ihr und ihrem Mann Frank gehangen. Bei ihren Spaziergängen entlang der Weser haben die Bad Oeynhausener gerne daran Halt gemacht und kurz Inne gehalten.
An dieser Strebe, auf die Britta Kaufmann zeigt, hat das Liebesschloss von ihr und ihrem Mann Frank gehangen. Bei ihren Spaziergängen entlang der Weser haben die Bad Oeynhausener gerne daran Halt gemacht und kurz Inne gehalten. Foto: Jaqueline Patzer

»Unser Schloss war dunkellila«, sagt die 41-jährige Bad Oeynhausenerin. Mehrere Schlösser dieser Farbe hätten an den Streben des Geländers der Kuss-Brücke gehangen. Doch auch die anderen lilafarbenen Liebesbeweise sind nun weg. »Und nicht nur die«, sagt Frank Kaufmann. »Hier hingen bis vor einer Woche noch wesentlich mehr Schlösser«, sagt  der 47-Jährige. Doch auch die sind spurlos verschwunden. Nur  stark verrostete Schlösser und ein paar neue sind noch da.

Wohin die anderen verschwunden sind, können  Britta und Frank Kaufmann nur ahnen. »Ich glaube aber nicht, dass die Stadt etwas damit zu tun hat. Die hätte doch über die Presse mitgeteilt, wenn die Schlösser entfernt werden sollen«, sagt Britta Kaufmann. Schließlich habe es ja mal geheißen, dass diese besondere Art Treueschwur  an der Kuss-Brücke geduldet werde.

Und tatsächlich:   Die Stadtverwaltung steckt nicht hinter dem Verschwinden. »Seitens der Stadt gibt es dort auch keinen Handlungsbedarf. Die Notwendigkeit, die Schlösser zu entfernen, ist nicht vorhanden«, erklärte Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich auf Anfrage. Auch gebe es nicht den Plan, die kleinen Liebesriegel aus gewichtstechnischen Gründen zu entfernen. Anders als bei der  Fußgängerbrücke hin zu Kanzlers Weide in Minden. Dort hätten aus statischen Gründen die vielen Schlösser entfernt werden müssen. Aber das sei in Bad Oeynhausen gar kein Problem.

»Ich glaube,  es waren Altmetall-Diebe, die hier mit Bolzenschneidern unterwegs waren«, äußert  Frank Kaufmann einen Verdacht.  Schließlich brächten die kleinen Vorhängeschlösser ganz schön was auf die Waage. Auch die Kaufmanns, die sich vor dreieinhalb Jahren das Ja-Wort auf Pellworm gaben,    hätten sich für ein robustes, größeres  Schloss entschieden.  Britta und Frank  war darauf eingraviert, dazu das Hochzeitsdatum  und auf der Rückseite zwei Herzen. Ein Symbol ihrer Liebe sollte das Schloss darstellen.

Es gehe den beiden  nicht um den Verlust des Schlosses. Schließlich hänge ihre Liebe zueinander nicht daran. Auch stünde der materielle Wert nicht im Vordergrund. Vielmehr ist es das  Unverständnis für die Tatsache, dass jemand die Schlösser einfach entfernt beziehungsweise geklaut hat. »Ich finde, dass das einfach eine Schweinerei ist«, macht Britta Kaufmann ihrem Unmut Luft. Sie und ihr Mann fragen sich, ob es anderen Paaren auch so geht. Ein Aufruf im Internet habe aber  nicht den entsprechenden Erfolg gebracht.

Nun wollen die Kaufmanns abwarten, ob an der Werre-Weser-Kuss-Brücke noch weitere Schlösser verschwinden. Denn eins steht fest: Sie lassen sich ein neues Schloss gravieren. Ob es dann aber an der Kuss-Brücke oder an einem anderen Ort hängen wird, sei abzuwarten.

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