Notunterkunft in Rehme soll am Dienstag erste Flüchtlinge aufnehmen – Bürgermeister informiert »150 Mahlzeiten sind für heute Mittag bestellt«

Bad Oeynhausen (WB). Die neue Notunterkunft im Bürgerhaus Rehme soll am Dienstag ihren Betrieb aufnehmen. »Wir erwarten, dass die ersten Flüchtlinge bereits am Vormittag eintreffen«, sagte Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann am Montag bei einem Ortstermin. Er rechne unmittelbar mit einer Vollbelegung. Für das Mittagessen am Dienstag seien 150 Mahlzeiten bestellt.

Von Malte Samtenschnieder
Für die Ankunft der ersten Flüchtlinge ist alles vorbereitet. Dominic Fricke (Johanniter Unfallhilfe), Fachbereichsleiter Wolfgang Budde, Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann und Pfarrer Ernst Pallmann nehmen die 150 Schlafplätze der Notunterkunft im Bürgerhaus Rehme in Augenschein.
Für die Ankunft der ersten Flüchtlinge ist alles vorbereitet. Dominic Fricke (Johanniter Unfallhilfe), Fachbereichsleiter Wolfgang Budde, Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann und Pfarrer Ernst Pallmann nehmen die 150 Schlafplätze der Notunterkunft im Bürgerhaus Rehme in Augenschein. Foto: Malte Samtenschnieder

Nach der Informationsveranstaltung zur neuen Notunterkunft am Samstagmorgen im Martin-Luther-Hof seien die Vorbereitungen planmäßig weitergelaufen. »Die 100 Stockbetten, die jeweils zwei Flüchtlingen Schlafplätze bieten, sind pünktlich um 12.30 Uhr geliefert worden«, sagte Klaus Mueller-Zahlmann. 90 Minuten später seien ehrenamtliche Helfer der Johanniter Unfallhilfe und der Freiwilligen Feuerwehr mit dem Aufbau von zunächst 75 Stockbetten fertig gewesen.

»Der Rest dient als Reserve, wenn die Kapazitäten nicht reichen oder eins der Betten kaputt geht«, erläuterte Wolfgang Budde, Leiter des Fachbereichs für Jugend, Soziales und Schulen. Decken und Kissen in den Stockbetten seien mit Bettwäsche in verschiedenen Farben bezogen. »Dadurch gestaltet sich die Atmosphäre halbwegs erträglich«, betonte der Bürgermeister. In einem Nebenraum lagere ein weiterer kompletter Satz Bettwäsche. Klaus Mueller-Zahlmann: »So können wir auf die wahrscheinlich relativ hohe Fluktuation reagieren.«

Während die Betten am Montagmittag bereits an Ort und Stelle waren, liefen rundherum die letzten Vorbereitungen. Handwerker einer damit beauftragten Firma waren damit beschäftigt, in allen Teilen der Notunterkunft Rauchmelder zu installieren. »Wir werden außerdem am Nachmittag die Klimaanlage hochfahren«, kündigte Wolfgang Budde an. Lüften sei keine Alternative. Die Fenster ließen sich nicht weiter als einen Spalt öffnen.

»Wenn das Wetter wieder kälter wird, werden wir auch die wegen der Sonneneinstrahlung geschlossenen Vorhänge öffnen«, betonte Klaus Mueller-Zahlmann. Um die Privatsphäre der  Flüchtlinge  zu wahren, sollten alle  Fenster zuvor mit undurchsichtiger Spezialfolie beklebt werden.

Außerdem wurden sowohl im Bürgerhaus Rehme als auch im Martin-Luther-Hof mehrsprachige Hinweisschilder aufgehängt, um den Flüchtlingen die Orientierung zu erleichtern. Im Schlafsaal übernahm dies Dominic Fricke von der Johanniter Unfallhilfe, im Martin-Luther-Hof war Pfarrer Ernst Pallmann zuständige.

Nicht nur Schlafplätze und Mahlzeiten finden die Flüchtlinge vor, wenn sie am Dienstag in Rehme ankommen. Für Montagnachmittag war ein Treffen angesetzt, zu dem alle Bürger eingeladen waren, die in den Tagen zuvor  ihre ehrenamtliche  Hilfe angeboten hatten. Insbesondere Dolmetscher seien von Beginn an gefragt. Sie sollen die Flüchtlinge möglichst bereits vor dem Verlassen  der Busse am Rehmer Bürgerhaus auf das Einstimmen, was sie erwartet.  »In einem ersten Schritt werden die Neuankömmlinge von Mitarbeitern der Johanniter Unfallhilfe anhand von Listen der Bezirksregierung Arnsberg, die die Flüchtlingshilfe NRW-weit koordiniert, erfasst. Anschließend wird ihnen ein Schlafplatz zugewiesen«, sagte Wolfgang Budde.

Auf Langzeitaufenthalte wird das Angebot laut  Ernst Pallmann nicht ausgelegt. »Ankommen, stabilisieren, weiter zur nächsten Station«, so beschrieb der Pfarrer seine Definition der Notunterkunft. Außer dem Speisesaal im Martin-Luther-Hof stelle die evangelische Kirchengemeinde Rehme den Flüchtlingen   Aufenthaltsmöglichkeiten auf dem Freigelände zur Verfügung. »Die Hilfsbereitschaft in  der Kirchengemeinde ist groß«, sagte Ernst Pallmann. Es bleibe aber  eine Herkulesaufgabe, die Ehrenamtlichen   zu koordinieren.  Wie berichtet, hatte Klaus Mueller-Zahlmann bei der Versammlung am Samstag gesagt, er gehe davon aus, dass die Notunterkunft sicher fünf, sechs Monate bestehe.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.