Georg Stefan Troller liest im Foyer der Auferstehungskirche am Kurpark Einblicke in das Leben einer Legende

Bad Oeynhausen (WB). Wenn der Journalist, Schriftsteller, Regisseur und Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller aus seinem Leben erzählt, spricht eine Legende. Auf Einladung des Forums im Foyer, der Evangelischen Erwachsenenbildung und des Arbeitskreises Christen und Juden ist der 93-Jährige am Donnerstag in der Auferstehungskirche zu Gast gewesen.

Von Malte Samtenschnieder
Aufmerksam verfolgen die Zuhörer im Foyer der Auferstehungskirche Georg Stefan Trollers Ausführungen.
Aufmerksam verfolgen die Zuhörer im Foyer der Auferstehungskirche Georg Stefan Trollers Ausführungen. Foto: Malte Samtenschnieder

»Wie viele von Ihnen sicherlich auch, habe ich Georg Stefan Troller durch seine Magazine im TV kennengelernt«, sagte Hartmut Peltz in seiner Begrüßung an die Zuhörer gewandt. Insbesondere durch die Fernsehsendungen »Pariser Journal« und »Personenbeschreibung« sei der Gast einem breiten Publikum bekannt.

Während der Lesung im Foyer der Auferstehungskirche am Kurpark bewies Georg Stefan Troller jedoch sein vielschichtiges Talent als Schriftsteller. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte der 93-Jährige Passagen aus dem 2014 erschienenen Buch »Mit meiner Schreibmaschine – Geschichten und Begegnungen«. Alles begann mit einem Einblick in seine Kinderzeit im Wien der 1930er Jahre. »Als Kind wurde ich immer ›Gockel‹ gerufen«, verriet Georg Stefan Troller den aufmerksamen Zuhörern. Auch auf seinen mosaischen Glauben ging der Autor ein: Er arbeitete etwa einzelne Unterschiede zwischen jüdischen und christlichen Feiertagen heraus.

Georg Stefan Troller schreibt bereitwillig Autogramme. Foto: Malte Samtenschnieder

Dann folgte ein Zeitsprung. Georg Stefan Troller berichtete anhand eines Auszugs aus seiner Autobiografie »Selbstbeschreibung« von der Rückkehr als amerikanischer Soldat nach Österreich. Mit 16 Jahren war er vor den Nazis in die Tschechoslowakei geflohen, von dort nach Frankreich und weiter in die USA. Dort wurde er 1943 für den Kriegsdienst eingezogen und kam zurück nach Europa.

Georg Stefan Trollers Erinnerungen an die Rückkehr nach Wien waren verquickt mit einer Romanze. In vorauseilender Unterwerfung habe er sich der Frau namens Claudia hingegeben.

Aus dem Nähkästchen plauderte der Schriftsteller auch, als er die Zuhörer mit Auszügen aus »Paris geheim« in die Lebensart seiner französischen Wahlheimat einführte. Dass Georg Stefan Troller während seines beruflichen Schaffens hunderte Prominente aus aller Welt interviewte, konnten die Besucher ebenfalls nachvollziehen, als er exemplarisch über Begegnungen mit Marlene Dietrich, Pablo Picasso und Brigitte Bardot philosophierte.

Ein Autogramm des Autors rundete für viele Gäste den Abend ab.

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