Wartezeit auf Schuttanalyse verzögert Abriss – Fortsetzung Anfang nächster Woche geplant Stillstand am Schornstein

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Nachdem der 50 Meter hohe Schlot des ehemaligen Ziegelei-Schornsteins auf der Aqua Magica innerhalb von nur zwei Tagen zügig abgerissen werden konnte, folgte die Ernüchterung. Seit mehr als einer Woche ruhen die Arbeiten. Erst wenn ein Gutachten vorliegt, darf der Schutt abtransportiert werden. 

Von Malte Samtenschnieder
Seit mehr als einer Woche ruhen die Abrissarbeiten am ehemaligen Ziegelei-Schornstein auf der Aqua Magica. Der Grund ist ein fehlendes Schuttgutachten. Erst wenn es vorliegt, kann die Firma Wesseler nächste Woche mit dem Abtransport beginnen.
Seit mehr als einer Woche ruhen die Abrissarbeiten am ehemaligen Ziegelei-Schornstein auf der Aqua Magica. Der Grund ist ein fehlendes Schuttgutachten. Erst wenn es vorliegt, kann die Firma Wesseler nächste Woche mit dem Abtransport beginnen. Foto: Malte Samtenschnieder

»Wir warten jetzt seit mehr als einer Woche auf das Ergebnis der Schuttanalyse«, sagte Bauleiter Josef Kogge von der Firma Wesseler aus Melle am Freitag dem WESTFALEN-BLATT. Unmittelbar nach der ersten Abriss-Etappe – am Donnerstag vor einer Woche – habe ein Gutachter Proben mit ins Labor genommen. Eigentlich hätten die Messergebnisse bereits spätestens Mitte der vergangenen Woche vorliegen sollen. »Ich weiß bislang nur, dass bei dem Backstein-Schutt eine Belastung der Kategorie I vorliegt«, sagte der Bauleiter. Das sei die geringste Belastungsstufe. Sie rühre von löslichen Schadstoffen im Schutt her. »Dabei handelt es sich wohl um Sulfide und Chloride«, erklärte Josef Kogge. Diese hätten sich im Laufe der Jahrzehnte abgelagert, als der Schornstein der ehemaligen Ziegelei Friedrichsmeyer noch genutzt worden sei.

»Ich hoffe, dass das Gutachten bis Montag vorliegt, dann können wir am Dienstag, oder spätestens Mittwoch, mit dem Schuttabtransport beginnen«, sagte der Bauleiter. In Abhängigkeit von der gemessenen Belastung müsse nämlich zunächst noch eine passende Deponie ausgewählt werden, die zudem auch verkehrstechnisch günstig zu erreichen sei. Josef Kogge: »Derzeit sind drei in der Auswahl.«

Wenn der Abtransport des Backsteinschutts nach etwa zwei Tagen abgeschlossen ist, soll der Abbruch des Betonfundaments beginnen. »Hier wird sicher ein Bagger mit Meißel zunächst einmal zwei Tage am Stück im Einsatz sein.« Dann müsse der Betonschutt zerkleinert, vorsortiert und abtransportiert werden. »Wie lange die Arbeiten am Fundament dauern, kann ich nicht sagen«, betonte Josef Kogge. Bei 13 Metern Breite und 13 Metern Länge sei nach wie vor offen, wie viele Meter der Beton unter die Erdoberfläche reiche. Mit Prognosen für den endgültigen Abschluss der Abbrucharbeiten am ehemaligen Ziegelei-Schornstein tut sich der Bauleiter aus genau diesen Gründen schwer. »Dazu kann ich erst verlässlich etwas sagen, wenn der komplette Beton aus dem Boden ist.«

Die Abrissarbeiten an dem Schlot auf der Aqua Magica haben in der ersten Februar-Woche begonnen. Sie waren nötig, da der Schornstein sonst hätte saniert werden müssen. Für Instandsetzungen fehlt aber das Geld.

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