Niemand will die Nachfolge der ersten Vorsitzenden Marlies Vaupel antreten Südstadtmeile löst sich auf

Bad Oeynhausen (WB). Das Kapitel »Südstadtmeile« ist für Marlies Vaupel, Ralf Stahlsmeier und Silke Rüter beendet. Bei der Jahreshauptversammlung leiteten die drei Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes die Auflösung des Vereins ein. Der Grund: Es fand sich niemand, der den Vereinsvorsitz übernehmen und Marlies Vaupels Nachfolge antreten wollte. 

Von Malte Samtenschnieder
Bei der Jahreshauptversammlung haben Ralf Stahlsmeier (zweiter Vorsitzender), Marlies Vaupel (erste Vorsitzende, Mitte) und Silke Rüter (Kassenwartin) schweren Herzens die Auflösung der im Jahr 2002 gegründeten Südstadtmeile eingeleitet.
Bei der Jahreshauptversammlung haben Ralf Stahlsmeier (zweiter Vorsitzender), Marlies Vaupel (erste Vorsitzende, Mitte) und Silke Rüter (Kassenwartin) schweren Herzens die Auflösung der im Jahr 2002 gegründeten Südstadtmeile eingeleitet. Foto: Malte Samtenschnieder

Die Situation ist paradox. »Auf dem Papier hatte die Südstadtmeile am Ende 50 Mitglieder – soviel wie nie«, betonte Marlies Vaupel. Keiner sei aber bereit gewesen, Verantwortung für den Verein zu übernehmen. »Es kann niemand behaupten, dass die Auflösung für ihn überraschend kommt«, sagte die bisherige erste Vorsitzende. Bereits bei der Jahreshauptversammlung vor zwei Jahren hätten ihr Stellvertreter Ralf Stahlsmeier und sie angekündigt, dass sie 2015 nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung ständen. Das sei auch aus der Einladung zur aktuellen Jahreshauptversammlung, die alle Mitglieder per Einschreiben erhalten hätten, so hervorgegangen. Ebenso wie die Konsequenz, falls sich keine Nachfolger finden sollten. Marlies Vaupel: »Wir haben darauf hingewiesen, dass wir dann die Liquidierung des Vereins Südstadtmeile einleiten.«

Zehn stimmberechtigte Mitglieder seien bei der entscheidenden Versammlung am Montag dabei gewesen. »Einen Kandidaten für den stellvertretenden Vorsitz hätten wir gehabt, aber niemand wollte an die Spitze«, sagte Marlies Vaupel. Als die Abstimmung immer näher gerückt sei, hätten alle Sitzungsteilnehmer hilflos vor sich auf den Tisch gestarrt. Folglich habe über die Vereinsauflösung abgestimmt werden müssen. »Diesen Beschluss fassten die Anwesenden einstimmig«, sagte Marlies Vaupel. Ralf Stahlsmeier und sie selbst seien zu Liquidatoren bestimmt worden. »Wir werden uns darum kümmern, dass die Südstadtmeile aus dem Vereinsregister gelöscht wird«, sagte die bisherige erste Vorsitzende. Die Internetseite sei bereits offline.

Auf die Anfänge der Südstadtmeile im Jahr 2002 blickt Marlies Vaupel gerne zurück. Der Verein habe sich als Reaktion auf langwierige Kanalbauarbeiten an der Detmolder Straße gegründet. »Die erste gemeinsame Aktion waren Werbebanner, die wir an den Absperrbaken angebracht haben«, sagte Marlies Vaupel. Bei einer Baustellenparty mit Bier und Bratwurst sei unter den Einzelhändlern und Dienstleistern aus der Südstadt die Idee entstanden, sich zu organisieren. Marlies Vaupel: »Bei der Vereinsgründung waren 21 Geschäftsleute dabei.«

Sommerfest war ein Höhepunkt

Zu den Veranstaltungshöhepunkten, die Marlies Vaupel, Ralf Stahlsmeier und ihre Mitstreiter auf die Beine stellten, gehörte viele Jahre lang ein Sommerfest mit diversen Angeboten für Familien mit Kindern. Später kamen ein Jazz-Event im Mai und der Nikolaus-Besuch im Dezember dazu. »In mehreren Jahren haben wir außerdem den Erstklässlern in Oberbecksen, in Wichern und auf der Lohe ein gesundes Frühstück serviert«, sagte Marlies Vaupel. Darüber hinaus habe es Märchenlesungen für Grundschüler und Seniorennachmittage im Seniorenzentrum Bethel gegeben.

Stolz ist die bisherige Vorsitzende der Südstadtmeile auch auf die 2003 angeschaffte Weihnachtsbeleuchtung: »Sie umfasst insgesamt 32 Kometen.« Was mit diesem und dem restlichen Vereinsbesitz passiert, ist derzeit noch offen. Marlies Vaupel: »Unsere Satzung sieht vor, dass alles einem gemeinnützigen Zweck zugute kommen soll.«

Dass die Elektro-Bahn Emil seit einigen Jahren durch die Südstadt fährt, ist laut Marlies Vaupel ebenfalls ein Verdienst der Südstadtmeile. Es sei schade, dass die über Jahre gewachsene Gemeinschaft sich sang- und klanglos auflöse.

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