Ehemalige Volleyballspielerin der SF Oesterholz-Kohlstädt ist mit dem VoR Paderborn auf Erfolgskurs  Tina rockt die Landesliga 

Schlangen (SZ). Ihr Hausaufgabenbuch entpuppt sich im hinteren Drittel als verkappter Spielplan. Fein säuberlich hat Tina Seelig dort die Begegnungen ihrer Volleyball-Mannschaft notiert. Ein Sieg ist mit einem grünen Smiley versehen, eine Niederlage mit einem traurigen roten Gesicht.

Von Matthias Wippermann
Volleyballspielerin Tina Seelig beim Schmetterball vor der Burgruine in Bad Lippspringe.
Volleyballspielerin Tina Seelig beim Schmetterball vor der Burgruine in Bad Lippspringe.

 Eine künstlerische Kreativität, die zeigt, wie ehrgeizig die 18-Jährige ist. Vor der Saison wechselte Seelig von den Damen der Sportfreunde Oesterholz-Kohlstädt zum Volleyball-Regionalkader (VoR) Paderborn. Das bedeutete ein Sprung von der Bezirks- in die Landesliga. Doch den hat Seelig gut gemeistert. Mit dem VoR rockt sie die Landesliga und steht auf dem zweiten Tabellenplatz. Das Ziel formuliert sie unmissverständlich: »Wir wollen in die Verbandsliga aufsteigen.«

 Angefangen hat alles in der C-Jugend der SF Oesterholz-Kohlstädt. Ihre Grundschulfreundin Lara Heil, die mittlerweile Jugendteams der Sportfreunde betreut, nahm Seelig mit zum Volleyballtraining. Die fand den Sport auf Anhieb super, hatte aber ein Problem. Nachdem sie früher beim SV Bad Lippspringe geschwommen hatte, betrieb Seelig intensiv Leistungsturnen. »Das wollte ich nicht an den Nagel hängen«, blickt sie zurück. Doch als sie die Spielberechtigung hatte, wurde schnell klar, dass beide Sportarten parallel nicht funktionieren. Die Volleyball-Spieltage und Turn-Wettbewerbe kollidierten zeitlich. So entschied die Schwebebalken-Spezialistin, die 2006 im Nachwuchsbereich den ersten Platz der Kunstturn-Meisterschaften des Ostwestfälischen Turngaus gewonnen hatte und mit den Damen des TV Jahn Bad Lippspringe in der Verbandsliga antrat, mit dem Turnen aufzuhören. »Ich habe gemerkt, dass mir Volleyball noch mehr Spaß macht. Es ist eine komplett andere Richtung. In diesem Sport sind ganz andere Emotionen dabei und der Teamzusammenhalt ist stärker«, sagt Seelig.

 Schnell wurde ihr Talent sichtbar und Seelig wurde bereits mit 13 Jahren in die zweite Mannschaft beordert, die zu diesem Zeitpunkt in der Kreisliga spielte. Ein Jahr später gehörte sie schon zum Kader der ersten Mannschaft in der Bezirksklasse. In der Saison 2012/2013 gelang der Aufstieg in die Bezirksliga, wo sie ein weiteres Jahr für die Sportfreunde spielte. Im Eiltempo aus der C-Jugend in die Damen-Kreisliga und über die Bezirksklasse in die Bezirksliga, für Seelig kein Problem: »Ich konnte mich jeweils schnell an das neue Spieltempo gewöhnen. Je höher ich spielte, umso größer war der Ehrgeiz innerhalb der Mannschaft. Das gefiel mir besonders gut.«

 Aus diesem Antrieb heraus, wechselte sie vor der aktuellen Saison zum Landesliga-Aufsteiger VoR Paderborn. »Der Abschied von den Sportfreunden fiel mir schon schwer. Ich habe dort alles gelernt und sie haben mich so weit gebracht. Mit Sascha Wendt hatte ich einen Trainer, der mich super gefördert hat«, berichtet Seelig.

 Der Wechsel war aber wohl genau der richtige Schritt. »Ich habe mich richtig schnell in das Team eingefunden. Sie haben mich aber auch super aufgenommen. Es macht total Spaß. Alle sind sehr ehrgeizig, die Einstellung passt«, sagt Seelig.

 Sie ist also unter Ihresgleichen, da bleibt der Erfolg nicht aus. Der VoR Paderborn steht punktgleich mit Spitzenreiter SV Blau-Weiß Sande II auf dem zweiten Platz der Landesliga. Der Meister steigt direkt in die Verbandsliga auf, der Zweitplatzierte spielt eine Relegation. »Nach Möglichkeit wollen wir natürlich direkt aufsteigen«, sagt Seelig und fiebert schon dem letzten Saisonspiel am 29. März entgegen. Dann tritt sie mit dem VoR Paderborn in Sande an.

 Bis dahin möchte die Gymnasiastin noch viele grüne Smileys in ihr »Hausaufgabenheft« malen. Denn dann wird das direkte Duell beim SV Blau-Weiß Sande II wohl das entscheidende um die Meisterschaft der Landesliga Staffel 8.

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