Ergebnisse zeigen Schäden – Sanierungsplan soll über sechs Jahre laufen 20 Brücken überprüft

Schlangen (WB/som). 2017 wurde in der Gemeinde eine Brückenhauptprüfung durchgeführt. Die Ergebnisse hat Diplom-Ingenieur Dirk Schneider vom Delbrücker Planungsbüro Drilling und Schneider dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt vorgestellt.

Alle Brücken auf Gemeindegebiet wie diese an der Mühlenstraße müssen regelmäßig überprüft werden.
Alle Brücken auf Gemeindegebiet wie diese an der Mühlenstraße müssen regelmäßig überprüft werden. Foto: Sonja Möller

Ingenieurbauwerke wie beispielsweise Brücken oder Tunnel müssen in regelmäßigen Abständen überprüft werden. »Eine Hauptprüfung wird alle sechs Jahre durchgeführt«, erläutert Dirk Schneider. Kriterien der Bewertung sind dabei Stand- und Verkehrssicherheit sowie Dauerhaftigkeit. Hierbei werden Aspekte wie Tragfähigkeit, Beschilderung, massive Bauteile sowie Stahl- und Metallkonstruktionen mit einbezogen, erläutert der Fachmann: »Die Ergebnisse werden ähnlich den Schulnoten von sehr gut bis ungenügend vergeben.«

Brückenschäden

In der Gemeinde gibt es 20 Brücken mit einer Fläche von 630 Quadratmetern. Bei drei Brücken ist eine Instandsetzung kurzfristig nötig, bei drei weiteren sogar umgehend erforderlich, zeigen die Ergebnisse. Exemplarisch stellte Schneider einzelne Brücken an Quellen-, Arminius- und Hornscher Straße vor. Als wesentliche Schäden an Stahlbetonbrücken bei alten Bauwerken machten die Planer unter anderem Betonabplatzungen, Abdichtungsschäden und freiliegende Bewehrung aus.

Wesentliche Schäden an Mauerwerk und Gewölben waren durchfeuchtete Fugen und Flächen, schadhafte Mauerwerksfugen an Gewölbe und Stirnseite, loses Mauerwerk sowie ausgebrochene Steine und Fugen. »Einige Bauwerke sind in den vergangenen Jahren saniert worden. Die Schäden treten aber relativ schnell wieder auf«, sagt Dirk Schneider.

Schlechte Betonqualität

Hauptschäden an Stahl- und Stahlverbundbrücken sind demnach schlechte Betonqualität, zu geringe Betondeckung, schadhafte Abdichtung und Stahlkorrosion. Schneider weiß: »In den meisten Fällen ist aufgrund der Korrosion der Stahlträger nur ein Neubau sinnvoll.«

Der Ingenieur empfiehlt der Gemeinde verschiedene Schritte: Es sollte ein Sanierungsprogramm für die kommenden sechs Jahre aufgelegt und eine Prioritätenliste nach Aspekten wie Zustand und Verkehrbedeutung der Brücken erstellt werden. »Gegebenenfalls sind weitere Lastbeschränkungen oder Sperrungen einzelner Brücken erforderlich«, betont Dirk Schneider.

Die Schäden sollten dann von den schlechten zu den besseren Zustandsbewertungen abgearbeitet werden. Auch Fördermöglichkeiten seien zu überprüfen. Größere Sanierungen könnten als Einzelvorhaben ausgeschrieben werden. »Je nach Rahmenbedingungen sollte man auch Ersatzneubauten ins Auge fassen«, informierte Dirk Schneider.

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