Grundschulen lassen Kinder abholen – 700 Einsätze im Kreis Lippe Schlänger Wehr rückt 20 Mal aus

Schlangen (WB). Sturmtief Friederike hat am Donnerstag, 18. Januar, in kurzer Zeit den Kreis Lippe ordentlich durchgepustet und zu vielen Einsätzen geführt. In Schlangen gab es eine Unwetterwarnung mit Orkanböen um 120 Stundenkilometern. Die Feuerwehr rückte 20 Mal aus.

Von Sonja Möller
Mit sieben Einsatzkräften rückte die Schlänger Feuerwehr gestern zur Ringstraße am Rande des Truppenübungsplatzes aus, um umgestürzte Bäume wegzuräumen. Mit Sägen mussten die langen Baumstämme zerteilt werden.
Mit sieben Einsatzkräften rückte die Schlänger Feuerwehr gestern zur Ringstraße am Rande des Truppenübungsplatzes aus, um umgestürzte Bäume wegzuräumen. Mit Sägen mussten die langen Baumstämme zerteilt werden. Foto: Uwe Hellberg

Morgens stürzte die erste Fichte in der Ortsmitte um und fiel quer über die Straße. Nach Angaben der Verwaltung kümmerte sich der Bauhof um die Beseitigung. 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr räumten umgestürzte Bäume beiseite, die unter anderem die Ringstraße, die Schützenstraße und die Fürstenallee blockierten. Außerdem sicherten sie abgedeckte Dächer ab.

»Insgesamt gab es 20 Einsatzstellen in der Gemeinde, die wir alle abgearbeitet haben«, teilte Wehrführer Ralf Heuwinkel am späten Nachmittag auf Anfrage mit. Auf der Langetalstraße war eine Telefonleitung gerissen, weil ein abgebrochener Ast darauf gefallen war.

Bürgermeister Ulrich Knorr sagte am Nachmittag: »Der Sturm hat Schlangen bis jetzt gut im Griff und der Bauhof und die Feuerwehr die Schäden. Der Bauhof hat allein und in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr die Verkehrssicherheit hergestellt und die Behinderungen in Grenzen gehalten.« Aufgeräumt werde in den kommenden Tagen.

Eltern lassen Kinder zuhause

Viele Eltern ließen ihre Kinder zuhause und meldeten sie aus den Grundschulen ab. »Es liegt in der Verantwortung der Eltern, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, ihre Kinder nicht zu schicken«, teilte Doris Schulte auf Anfrage mit. Die Leiterin der Oesterholzer Grundschule betonte, dass kein Kind nach Hause geschickt werde: »Die Schule ist immer offen. Die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind abholen.« Da in Oesterholz viele Schüler zu Fuß kommen, sei hier von Fall zu Fall entschieden worden, um keine Gefahr einzugehen.

Ein Bus hat die Kohlstädter Schüler mittags nach Hause gebracht. Viele Eltern holten ihre Kinder aber auch ab.

Ähnlich sah es in der Grundschule Schlangen aus. »Die Eltern können ihre Kinder abholen, egal zu welcher Uhrzeit. Kein Kind geht alleine nach Hause«, teilte Schulleiterin Margret Knievel mit. Die Kinder, die nicht direkt nach Schulschluss abgeholt werden konnten, wurden in der Offenen Ganztagsschule betreut. Einige Eltern hatten ihre Kinder bereits morgens abgemeldet.

Im Kreis Lippe verzeichnete die Leitstelle der Feuerwehr bis in den späten Nachmittag gut 700 Einsätze. »Das ist schon enorm für die kurze Zeit«, beschrieb Leitstellenleiter Sascha Medina die Situation. Um 11 Uhr seien die ersten Bäume umgestürzt. Um 14 Uhr registrierte die Leitstelle bereits 650 Einsätze. »Zum Vergleich: Beim Sturm Kyrill hatten wir 1400 Einsätze, aber in zwölf Stunden«, teilte Medina mit.

Baum stürzt auf Auto – eine Schwerverletzte

Insgesamt liefen alle Einsätze vergleichsweise glimpflich ab. Nur in Leopoldshöhe gab es eine Schwerverletzte: »Ein Baum ist auf ein Auto gestürzt, in dem eine Frau saß. Sie wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht«, sagt Sascha Medina. Die Einsätze der Feuerwehr dauerten bis in den Abend an.

Aus Sicht der Polizei konnte Lars Ridderbusch von der Pressestelle am späten Nachmittag noch keine Bilanz ziehen: »Die Einsätze dauern zur Zeit noch an.« Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden, da Bäume umgestürzt waren oder umzustürzen drohten, berichtete er. Das betraf nach Angaben Ridderbuschs nicht nur die Nebenstrecken, sondern auch Haupt- und Bundesstraßen wie die B 1 und die B 252. Die Gauseköte zwischen Schlangen und Horn-Bad Meinberg war zeitweise komplett gesperrt.

Die Tunnelstraße in Oerlinghausen musste vorübergehend gesperrt werden, da zu viele Gegenstände in den Tunnel geweht worden waren. Das Beller Holz zwischen Bad Meinberg und Belle war durch umgestürzte Bäume nicht befahrbar. »Teilweise wurden Dächer abgedeckt, so dass Dachziegel eine Gefahr für Menschen darstellten«, hießt es in der Pressemitteilung der Polizei.

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