»Chor & More« sagt Karnevalsfeier ab – Verein verweist auf Defizit »Schlangen singt und lacht« 2018 nicht

Schlangen (WB). Eine Traditionsveranstaltung steht möglicherweise vor dem Aus. Der Verein »Chor & More« hat seine jährliche Karnevalsfeier »Schlangen wie es singt und lacht« zumindest für 2018 abgesagt. »Die Besucherzahlen sind seit Jahren rückläufig«, bedauert der Vorsitzende Karl Huchtmann. Und auch die finanzielle Bilanz sei nur wenig erfreulich.

Es herrschte eine tolle Stimmung, aber 2017 blieben beim Karneval im Bürgerhaus Besucherplätze leer. »Chor & More« hat die Veranstaltung für 2018 abgesagt. Von links: Heike Schäfer, Robert Ragaller und Vereinsvorsitzender Karl Huchtmann
Es herrschte eine tolle Stimmung, aber 2017 blieben beim Karneval im Bürgerhaus Besucherplätze leer. »Chor & More« hat die Veranstaltung für 2018 abgesagt. Von links: Heike Schäfer, Robert Ragaller und Vereinsvorsitzender Karl Huchtmann Foto: Uwe Hellberg

Die Sennegemeinde ist zwar keine Karnevals-Hochburg. Aber einmal im Jahr lassen es die Schlänger so richtig krachen – mit viel Musik, bunter Show und Tanz.

Seit zehn Jahren zeichnet der Verein »Chor & More« für Programm und Organisation verantwortlich. Die Euphorie der Anfangszeit ist allerdings verflogen. Das bedauert Karl Huchtmann: »Der Saal im Bürgerhaus ist zwar immer noch gut besucht. Leider bleiben aber Jahr für Jahr mehr Plätze leer.«

Das Defizit will der Chor mit seinen 40 Mitgliedern nicht weiter tragen

Die kontinuierlich zurückgehenden Besucherzahlen machen sich für den Verein auch in der finanziellen Bilanz negativ bemerkbar: »Allein 2017 haben wir ein Minus im dreistelligen Bereich gemacht«, sagt Huchtmann. Dieses Defizit will der Chor mit seinen aktuell 40 Mitgliedern nicht weiter tragen.

Über die Gründe der zurückgehenden Besucherzahlen kann Huchtmann zufolge nur spekuliert werden. »Am Programm hat es jedenfalls nicht gelegen. Die Rückmeldungen der Besucher sind bis heute durchweg positiv.« Vielleicht gebe es in der Region inzwischen ein Überangebot an zum Teil konkurrierenden Karnevalsveranstaltungen.

Einen kleinen Seitenhieb kann sich Huchtmann in diesem Zusammenhang nicht verkneifen: »Es ist gerade einmal zwei Jahre her, dass in Schlangen über die Zukunft des Bürgerhauses gestritten wurde. Es gab bekanntlich Überlegungen, das Gebäude im Eigentum der Gemeinde in eine Kita umzuwandeln. Dagegen stand die Forderung aus der Bevölkerung, das Bürgerhaus müsse auch in Zukunft zentraler Veranstaltungsort bleiben. Den Nachweis für die mit Vehemenz vorgebrachte Forderung sind viele dieser Bürger aber schuldig geblieben, sonst müssten wir jetzt nicht unsere Karnevalsfeier absagen.«

Die karnevalesken Anfänge vor Ort reichen mehr als 40 Jahre zurück

Bedeutet die Absage in diesem Jahr auch das endgültige Aus für den Schlänger Karneval? So weit möchte Karl Huchtmann noch nicht gehen. »Wir werden die kommenden Monate zu intensiven Gesprächen innerhalb und außerhalb des Vereins nutzen. Ob und wie es dann weiter geht, lässt sich zur Stunde noch nicht sagen.«

Die karnevalesken Anfänge vor Ort reichen mehr als 40 Jahre zurück. Die Frauen im Chor Teutonia trafen sich damals jeweils an Weiberfastnacht zu einer Wanderung und später auch zum geselligen Beisammensein in der Gaststätte Ostmann. »Das war immer eine runde Sache«, erinnert sich Erika Vogt, die frühere Vorsitzende von Teutonia. Anfangs blieben die bunt kostümierten Frauen unter sich. Das änderte sich erst um das Jahr 2000, als der erste Mann, Werner Kästing, in Frauenkleidung vor großem Publikum einen begeisterten Auftritt feierte. Auf ihn geht auch die Idee für eine gemeinsame Karnevalsfeier des Gesamtchores zurück.

Der Erfolg sollte ihm Recht geben. Die große Karnevalssause im Bürgerhaus wurde fester Bestandteil des Schlänger Veranstaltungskalenders. Nur die Regie hat gewechselt.

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