880.000 Euro in den Rettungsdienst investiert Drei Kreise kooperieren

Paderborn/Lemgo (WB). Für elf neue Notarztfahrzeuge haben die Kreise Lippe, Höxter und Paderborn gemeinsam 880.000 Euro investiert. Sie wurden am Montag im Feuerwehrausbildungszentrum Lippe in Lemgo übergeben. Außerdem rückt die Zen­trale für den ärztlichen Bereitschaftsdienst in die Region.

Andreas Plöger (Geschäftsführer WAS GmbH), Landrat Manfred Müller (Kreis Paderborn), Landrat Dr. Axel Lehmann (Kreis Lippe) und Landrat Friedhelm Spieker (Kreis Höxter) freuen sich über die Schlüsselübergabe am FAZ in Lemgo.
Andreas Plöger (Geschäftsführer WAS GmbH), Landrat Manfred Müller (Kreis Paderborn), Landrat Dr. Axel Lehmann (Kreis Lippe) und Landrat Friedhelm Spieker (Kreis Höxter) freuen sich über die Schlüsselübergabe am FAZ in Lemgo. Foto: Kreis Lippe

Drei der neuen Fahrzeuge fahren künftig im Kreis Höxter, eins wird in Paderborn eingesetzt und sieben im Kreis Lippe. »Die 190 PS starken Mercedes-Benz Vitos sollen ab sofort dazu beitragen, Menschen in Notfällen schnellst möglich zu erreichen, denn beim Notarzteinsatz sind oftmals Sekunden entscheidend«, sagte Lippes Landrat Dr. Axel Lehmann. Die kreisübergreifende Kooperation im Bevölkerungsschutz sei ein leuchtendes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit, betonte Friedhelm Spieker, Landrat des Kreises Höxter, während der Feierstunde.

Zusammenarbeit seit 10 Jahren

Seit mittlerweile zehn Jahren arbeiten die drei Kreise nach eigenen Angaben sehr erfolgreich zusammen. Neben dem gemeinsamen Einkauf sei vor allem die Vernetzung der Feuerschutz- und Rettungsleitstellen hervorzuheben. »Für die technische Aufrüstung und Vernetzung bringen alle drei Kreise gemeinsam rund 3,5 Millionen Euro auf. Das ist gut investiertes Geld für die Sicherheit der Bevölkerung«, erklärte Spieker. Mit der erfolgreichen Vernetzung und technischen Modernisierung seien die Leitstellen für Großereignisse und Katastrophenlagen sehr gut gerüstet.

»Die vernetzten Leitstellen funktionieren nach dem Prinzip: Einer für alle. Alle für einen«, erläuterte Friedhelm Spieker. Damit könnten die Bürger in den drei Kreisen – und damit mehr als 800.000 Menschen – auch in Ausnahmefällen auf beste und schnellstmögliche Hilfe vertrauen, fügte Paderborns Landrat Manfred Müller hinzu.

Pilotprojekt

Er könne sich einen weitere Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen vorstellen, sagte Müller. »Vielleicht werden wir künftig auch ein gemeinsames Beschaffungsamt installieren, das für alle drei Kreise arbeitet und somit Kosten spart.«. Dabei rückten die Themen Digitalisierung, Telemedizin oder auch gemeinsamer Einkauf von kommunalen Fahrzeugen in den Fokus. Diese Einkaufsallianz hätte große Vorteile – sie sparen Geld und Nerven.

Auch Martin Neubürger, Bereichsleiter Notfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, hatte eine gute Nachricht für die Bewohner der drei Kreise. »Wer den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 wählt, landet ab dem 2. Juli nicht mehr in der Duisburger Zentrale, sondern in einer der drei Leitstellen der Kreise Höxter, Lippe oder Paderborn.« Das Pilotprojekt soll drei Jahre laufen und werde von der Kassenärztlichen Vereinigung mit rund einer Million Euro finanziert. »Damit sind wir näher und schneller an den Menschen«, sagte Neubürger.

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