Lemgo hofft gegen Ludwigshafen auf ausverkaufte Lipperlandhalle Lemgo: »Wir werden alles reinwerfen«

Lemgo (WB). Was wünscht sich ein Handball-Bundesligist zu Weihnachten? Natürlich einen Sieg. Auch der TBV Lemgo will sich am zweiten Feiertag gegen das Schlusslicht aus Ludwigshafen (15 Uhr/Sky) selbst beschenken.

Von Hans Peter Tipp
Lemgos Spielmacher Andrej Kogut (Mitte) ist auch gegen Ludwigshafen wieder als Taktgeber gefragt.
Lemgos Spielmacher Andrej Kogut (Mitte) ist auch gegen Ludwigshafen wieder als Taktgeber gefragt. Foto: Hans Peter Tipp

»Wir werden auf jeden Fall alles reinwerfen«, kündigte TBV-Trainer Florian Kehrmann unmittelbar nach der respektablen Leistung bei der 27:29-Niederlage in Hannover am Donnerstagabend an. Sein Blick galt schon vor der Rückfahrt der letzten Partie des Jahres: »Wir werden jetzt regenerieren und uns auf das Spiel gegen die Eulen so vorbereiten wie auf die 18 Begegnungen zuvor. Das wird nochmal eine heiße Kiste.« TBV-Geschäftsführung Jörg Zereike verlangte: »Kein Prozent weniger Einsatz als in Hannover.«

Lemgo setzt beim letzten Kraftakt des Jahres auch auf die Unterstützung des Publikums. Kehrmann hofft auf eine erstmals in dieser Spielzeit ausverkaufte Lipperlandhalle. Das wäre die verdiente Belohnung für ein Halbjahr, in dem die Lemgoer alle Erwartungen übertroffen haben. Mit einem Sieg könnte der TBV das mit der jüngsten Niederlage in die Miesen gerutschte Punktekonto gleich wieder ausgleichen.

Erfolgreichste Halbjahresbilanz seit sechs Jahren

Mehr noch: Bei einem Erfolg gegen Ludwigshafen dürften die Lemgoer Ende 2017 auf die erfolgreichste Halbjahresbilanz seit sechs Jahren zurückblicken – mit 19 Zähler auf der Habenseite. Mehr Punkte zwischen August und Dezember holten die Lemgoer zuletzt vor sechs Jahren, als in der Premierensaison des Trainers Dirk Beuchler 20:16 Zähler gesammelt wurden.

Zwei Spieler, die damals für den TBV dabei waren, stehen auch am Dienstag wieder auf dem Parkett. Kreisläufer Christoph Theuerkauf, der nach vier Jahren in Balingen im Laufe der vergangenen Saison zum TBV zurückfand, ist der eine. Lemgos 33-jähriger Muntermacher gehörte auch zuletzt in Hannover wieder zu den Aktivposten, obwohl ihm beim 20:19 in der 47. Minute freistehend ein ärgerlicher Fehlwurf unterlief. Da vergab Theuerkauf eine mögliche Zwei-Tore-Führung.

Weber ist bester Werfer

Der zweite noch aktive TBV-Akteur von damals trägt am Dienstag das »falsche« Trikot. Gunnar Dietrich wechselte vor vier Jahren vom TBV Lemgo zurück zur TSG Ludwigshafen-Friesenheim, die sich vor dieser Saison umbenannt hat. Der 31-jährige Dittrich, der seit dieser Saison Kapitän des Teams ist, ist für die Eulen eine Art Aufstiegsmaskottchen. Drei Mal gelang ihm mit seinem Klub schon der Sprung ins Oberhaus – ein Mal vor seinem Engagement in Lemgo, zwei Mal danach. Von Dauer war die Zugehörigkeit zur 1. Liga bislang noch nie: Jedes Mal stieg Friesenheim nach nur einer Spielzeit wieder ab.

Im dritten Versuch wollen Dittrich und seine Kollegen – bester Werfer in dieser Spielzeit ist der Halblinke Patrick Weber (bislang 58 Tore) – es nun besser machen und erstmals den Klassenerhalt erzwingen. Doch trotz des ersten Auswärtspunktes, den Ludwigshafen vor einer Woche in Erlangen holte, zieren die Eulen seit dem 23:26 gegen Magdeburg am Donnerstag das Tabellenende.

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