Johanniter können jetzt mit eigener Hundestaffel Vermisste aufspüren »Bandit« hilft den Rettern

Kreis Lippe (WB). Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) Lippe-Höxter kann künftig auch bei der Suche nach vermissten Personen zum Einsatz kommen. Die Hilfsorganisation verfügt jetzt über eine Rettungshundestaffel mit sieben Hundeführern, einem Helfer ohne Hund und acht Rettern auf vier Beinen. 

Die JUH Lippe-Höxter verfügt jetzt auch über eine eigene  Rettungshundestaffel. »Bandit« (vorne)  sowie »Enny«, »Chilly«, »Ben« und »Luna«   gehören zu den vierbeinigen Rettern. Ihre Hundeführer sind (von links)  Jutta Sprenger, Michael Kleimann, Gabi Beugholt, Wera Binder, Frank  Beugholt, und Marie Kobiela sowie Tobias Möller als Helfer ohne Hund. Nicht im Bild ist Andrea Wiegelmann.
Die JUH Lippe-Höxter verfügt jetzt auch über eine eigene Rettungshundestaffel. »Bandit« (vorne) sowie »Enny«, »Chilly«, »Ben« und »Luna« gehören zu den vierbeinigen Rettern. Ihre Hundeführer sind (von links) Jutta Sprenger, Michael Kleimann, Gabi Beugholt, Wera Binder, Frank Beugholt, und Marie Kobiela sowie Tobias Möller als Helfer ohne Hund. Nicht im Bild ist Andrea Wiegelmann.

Das ehrenamtlich arbeitende Team um Staffelleiterin Jutta Sprenger und ihren Stellvertreter Frank Beugholt verfügt über zum Teil mehrjährige Erfahrung in anderen Hilfsorganisationen und hat sich nun bei den Johannitern neu zusammengefunden. Die Hundeführer und ihre Tiere sind alle für die Flächensuche nach lebenden Personen geeignet, teilweise auch für die Suche im Trümmerfeld.

Deutlich schneller

»Das häufigste Einsatzszenario ist die Suche nach vermissten Menschen – häufig Demenzkranken – oder nach Menschen, bei denen eine Suizidabsicht angenommen wird«, erläutert Jutta Sprenger. »Mit den Tieren können wir in kürzester Zeit große Areale absuchen. Ein Hund schafft 30 000 Quadratmeter in 20 Minuten. Das kann kein menschlicher Suchtrupp leisten.«

Einsätze nach Erdbeben oder anderen Katastrophen sind ebenfalls denkbar – und damit auch der kurzzeitige Dienst im Ausland. Voraussetzung ist eine spezielle Trümmerausbildung für Hund und Hundeführer, um Menschen aus eingestürzten Gebäuden zu retten. Mit »Ben« und »Bandit« hat die Staffel zurzeit zwei geprüfte Trümmerhunde.

Eignungsprüfung absolvieren

Die Staffel verfügt bereits über einen Transporter mit Boxen für die Hunde. Dafür haben die Johanniter eigens ein Fahrzeug umgerüstet. Gute Voraussetzungen also für die Staffel, die zweimal pro Woche – jeweils donnerstags und am Wochenende – trainiert. »Weitere Helfer sind willkommen«, betont die Staffelleiterin.

Allerdings müssen die Hunde zunächst eine Eignungsprüfung absolvieren. Für Mensch und Tier folgt dann eine zweijährige Ausbildung. Dabei sollten die Hunde bei Beginn der Ausbildung maximal zwei Jahre alt sein. Alle 18 Monate müssen Hund und Hundeführer sich einer Prüfung stellen.

Übungsmöglichkeiten gesucht

Wichtig sind geeignete Übungsmöglichkeiten in den Kreisen Lippe und Höxter. »Wir freuen uns über jeden, der uns weitläufige Areale, zum Beispiel Waldstücke, zur Verfügung stellt. Besonders willkommen sind auch große Gebäude, die gerade abgebrochen werden. Hier wären wir für Hinweise unter der Telefonnummer 05235/959080 dankbar«, meint Jutta Sprenger. Wenn die Johanniter schon auf den Hund kommen, dann wollen sie auch ordentlich mit den Tieren trainieren.

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