Ausstellung mit historischen Aufnahmen aus den Weserdörfern 100 Jahre auf alten Fotos

Kalletal (WB). Möllenbeck, Stemmen und Varenholz stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung, die das Rintelner Stadt- und Universitätsmuseum Eulenburg zeigt. Zu sehen sind Fotografien und Filme aus den Jahren 1900 bis 2000.

Von Claudia Masthoff
Dieses historische Foto ist bei einem Erntefest in Varenholz entstanden-
Dieses historische Foto ist bei einem Erntefest in Varenholz entstanden-

Das Rintelner Stadtmuseum zeigt das Verbindende der drei seit Jahrhunderten durch die Landesgrenze voneinander getrennten Weserdörfer Möllenbeck, Stemmen und Varenholz. Eigentlich gebe es sehr viele Gemeinsamkeiten: Darauf weist schon eine Texttafel im Eingangsbereich der Ausstellung hin.

Vielfältiges Material zusammengetragen

Alle drei Dörfer hätten mit ihrer Lage zwischen den Hängen des nordlippischen Berglandes und dem fruchtbaren Boden im Wesertal ähnliche geografische Bedingungen. Gemeinsam würden sie im Einzugbereich der Stadt Rinteln liegen, die die Funktion als Mittelzentrum erfülle. Alle Dörfer hätten Zeiten als recht bekannte Erholungsgebiete, teilweise sogar als Luftkurorte, hinter sich. Alle wären durch enorme Veränderungen in der sie umgebenden Landschaft geprägt. Der intensive Kiesabbau hat deutliche Spuren hinterlassen. Zudem wurden sie, und das macht die Ausstellung über das rein Regionale hinaus interessant, in den fotografisch dokumentierten 100 Jahren mit der rasanten Entwicklung in technischer, sozialer und struktureller Hinsicht konfrontiert, die das Dorfleben in ganz Deutschland unwiederbringlich tief veränderte.

Stimmungsvolle Fotos von Erntefesten

Der Arbeitskreis Heimatgeschichte, Vera Varlemann und Hans-Ulrich Krause, hat für den Stemmener und Varenholzer Teil enorm vielfältiges Material zusammengetragen. »Wir hatten eher Stress, weil wir aus einem so großen Fundus auswählen mussten und nicht, weil es nicht genug gab«, erklärten die beiden Heimatfreunde.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Schon für Besucher, die nicht mit den beiden Dörfern verbunden sind, gibt es viel zu entdecken. Da sind künstlerisch anmutende Fotos wie das von der Köhlerhütte im Wald bei Elfenborn. Es gibt das Aufschichten einer riesigen Heumiete auf der Domäne Varenholz zu bewundern. Zudem wird der Betrachter in die fröhliche Stimmung auf Fotos von Erntefesten beinahe hineingezogen. Die Fotos und Filme zeigen auch, wie Menschen, Häuser, Straßen und Autos, Pferdekutschen, Geschäfte und Gastwirtschaften in den vergangenen Jahrzehnten ausgesehen haben.

Ausstellungstafeln werden Dörfern zur Verfügung gestellt

Mancher Betrachter mag sogar ein bisschen traurig werden, weil das eine oder andere abgebildete Gebäude nicht mehr existiert: wie zum Beispiel das Weidewärterhaus in Varenholz.

Es gibt aber auch Gründe zur Freude: etwa darüber, dass der legendäre Bienenstand von August Brandt immer noch erhalten ist. Der Anblick von Fotos und Postkarten, die Gastwirtschaften und Ausflugslokale wie den »Felsenkeller« zeigen, weckt Lust, den nächsten Sonntagsausflug zu planen.

Bei Menschen, deren Leben mit den vorgestellten Dörfern eng verwoben ist, weckt die Ausstellung viele Erinnerungen. Das gilt vor allem für die Filme im oberen Geschoss der Eulenburg: Dort ist neben dem recht ausführlichen Dokumentationsmaterial aus Möllenbeck auch ein Sportfest im Varenholz der 1970er Jahre zu sehen.

Ein schöner Nebeneffekt bei dieser Ausstellung: Die von der Eulenburg hergestellten mit vielen Bildern und erklärenden Texten versehenen Tafeln werden nach Beendigung der Ausstellung, am 8. April den Dörfern selbst zur Verfügung gestellt. Sie sollen an einem öffentlich zugänglichen Platz auch in Zukunft Interessierten einen Eindruck vom Leben in den Weserdörfern zwischen 1900 und 2000 vermitteln.

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