Prozess wegen versuchten Mordes gestartet – Polizei muss Belastungszeugin abholen Bünder (50) bestreitet Tötungsabsicht

Detmold/Bünde (WB). Mit einer gut 90-minütigen Verzögerung ist am Montagmorgen das Schwurgerichtsverfahren gegen einen Bünder wegen versuchten Mordes gestartet. Der Beginn der Verhandlung vor dem Detmolder Landgericht war eigentlich für 9 Uhr morgens angesetzt. Allerdings: Die 39-jährige Hauptbelastungszeugin erschien zunächst nicht.

Von Daniel Salmon
Wegen versuchten Mordes muss sich ein Bünder vor Gericht verantworten.
Wegen versuchten Mordes muss sich ein Bünder vor Gericht verantworten. Foto: dpa

Belastungszeugin schon mal nicht erschienen

»Polizeibeamte haben sie dann abholen und vorführen müssen«, erklärte Gerichtssprecher Matthias Kapitza.Bereits im vergangenen September war die Frau zur ersten Auflage des Prozesses nicht gekommen, hatte stattdessen ein Attest vorlegen lassen. Der Auftakttermin war daher in den Januar verlegt worden.

Laut Staatsanwaltschaft soll der 50-Jährige im Dezember 2016 nach einem Streit versucht haben, sich selbst und seine damalige Lebensgefährtin in der Garage des gemeinsam bewohnten Hauses im Kalletal (Kreis Lippe) anzuzünden. Weil die Frau ihm das Feuerzeug aus der Hand geschlagen haben soll, sei es dazu aber nicht gekommen. Zuvor soll es in der Beziehung des Bünders des öfteren gekriselt haben. Infolgedessen sei die Lipperin von dem Bünder bei zwei Gelegenheiten verletzt worden. Auch diese Vorfälle fanden sich in der Anklageschrift wieder.

Körperverletzungen eingeräumt

Nach Angaben von Gerichtssprecher Kapitza schilderte die Geschädigte die Vorkommnisse vor mehr als einem Jahr wie von der Staatsanwaltschaft beschrieben. Der 50-Jährige räumte daraufhin zudem die vorgeworfenen Körperverletzungen und das äußere Tatgeschehen ein, bestritt allerdings den Tötungsvorsatz. »Er wollte sich angeblich selbst umbringen, hat sich dazu mit Benzin überschüttet«, schilderte der Gerichtssprecher. Als seine Lebensgefährtin, die sich von ihm trennen wollte, dazu gekommen sei, habe er versehentlich auch sie mit Kraftstoff übergossen.

Der Prozess vor der I. Großen Strafkammer soll an diesem Freitag, 26. Januar, fortgesetzt werden. Dann steht zunächst die Vernehmung weiterer Zeugen an. Unter anderem sollen die Polizeibeamten angehört werden, die den Angeklagten vernommen haben. Zudem ist ein psychiatrischer Gutachter geladen, der die Schuldfähigkeit des Bünders beurteilen soll. Nach Angaben von Gerichtssprecher Kapitza könnte am zweiten Verhandlungstag zudem bereits ein Urteil fallen.

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