Mehrere Gebäude in Vlotho und Kalletal beschädigt – Wälder sind gesperrt Baum kracht aufs Dach

Vlotho/Kalletal (WB). Der schwere Sturm hat für einige Gebäudeschäden gesorgt. Zum Beispiel in Vlotho an der Bretthorststraße bei der Familie Zinn: Dort war am Donnerstag ein über 20 Meter hoher Kirschbaum vom Nachbargrundstück aufs Wohnhaus gekracht.

Von Jürgen Gebhard
Ein Baum hat das Dach dieses Wohnhauses an der Bretthorststraße schwer beschädigt. Ein Baumkletterer ist im Einsatz.
Ein Baum hat das Dach dieses Wohnhauses an der Bretthorststraße schwer beschädigt. Ein Baumkletterer ist im Einsatz.

Mehrere Gebäude beschädigt

Dicke Äste durchschlugen das Dach und drangen in das ausgebaute Obergeschoss ein. Zahlreiche Dachpfannen, Balken und der Innenausbau wurden beschädigt. Am Freitag war ein Baumkletterer damit beschäftigt, das Holz zu entfernen. Erheblicher Gebäudeschaden entstand nach Feuerwehrangaben unter anderem auch an einem Carport am Kaitenweg, an einem Gehöft in Exter oder in Heidelbeck, wo ein 30-Meter-Baum auf ein Haus gestürzt war.

67 Einsätze in Vlotho

Die Freiwillige Feuerwehr Vlotho hatte bis Donnerstagabend 67 Sturmeinsätze mit insgesamt 402 Einsatzstunden, berichtet Stadtbrandinspektor Torsten Sievering. Am Freitagvormittag mussten weitere Sturmschäden beseitigt werden: An der Südspange/Höhe Einmündung Albert-Schweitzer-Straße drohten Tannen von einem Privatgrundstück auf den Gehweg zu stürzen – der Gefahrenbereich wurde abgesperrt.

Auf dem Außengelände des Kindergartens an der Südfeldstraße hatte sich ein mehrere Quadratmeter großes Plastikteil in einem Baum in sechs Metern Höhe verfangen, es konnte von der Feuerwehr entfernt werden. Die nach dem Orkan ab Marktkauf in Richtung Stadt teilweise gesperrte Mindener Straße ist wieder freigegeben. Sperrbaken wurden aufgestellt, es gilt übers Wochenende Tempo 30. Die Arbeiten werden am Montag fortgesetzt.

85 Einsätze in Kalletal

Im Dauereinsatz war auch die Freiwillige Feuerwehr Kalletal. Die Gesamtzahl der Einsätze ist von den zunächst gemeldeten 110 auf 85 korrigiert worden. Feuerwehrsprecher Horst Brinkmann: »Es gab viele umgestürzte Bäume und heruntergefallene Dachziegel. Gott sei Dank alles ohne Personenschaden.«

70 Kameraden aus allen Einheiten (ohne Bentorf) seien am Donnerstag von 11 bis nach 19 Uhr unterwegs gewesen, um die größten Schäden zu beseitigen. Brinkmann: »Es ging bei uns um 11.08 Uhr los. Der letzte Einsatz war acht Stunden später vorbei.«

Entwurzelte Bäume

Für die meiste Arbeit sorgten auch im Kalletal die vielen entwurzelten Bäume. Vier Straßen mussten zeitweise gesperrt werden: in Lüdenhausen die Bösingfelder Straße und die Almenaer Straße, in Kalldorf die Winterbergstraße, in Henstorf die Straße Im Tal.

In Langenholzhausen wurde ein 40 Quadratmeter großer mobiler Reitstall zunächst mit Spanngurten gesichert und dann abgebaut. Bilanz von Horst Brinkmann: »Kyrill vor genau elf Jahren hat mehr Schäden angerichtet. Wir hatten damals 120 Einsätze.«

Wälder sind gesperrt

Nach den heftigen Orkanböen dürfen die Wälder auch in den Kreisen Herford, Lippe und Minden-Lübbecke bis Ende Januar nicht »zum Zwecke der Erholung«, und damit auch nicht zum Wandern, betreten werden. Es bestehe die Gefahr, dass in den nächsten Tagen weitere Bäume umstürzen oder einzelne Äste herausbrechen.

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