Sturmtief »Friederike« hat in Vlotho und Kalletal für erhebliche Schäden gesorgt Mehrere Straßen blockiert

Vlotho/Kalletal (WB). Sturmtief »Friederike« hat am Donnerstag auch in Vlotho und Kalletal für erhebliche Sachschäden gesorgt. Die L778 zwischen Marktkauf und Innenstadt muss erneut vollständig gesperrt werden.

Von Jürgen Gebhard, Heike Pabst und Joachim Burek
Auf der Bäderstraße blockieren Bäume die Fahrbahn.
Auf der Bäderstraße blockieren Bäume die Fahrbahn. Foto: Jürgen Gebhard

Arbeiten entlang L778 werden fortgesetzt

Vielerorts blockierten entwurzelte Bäume und abgeknickte Äste die Fahrbahnen. Kein Durchkommen war ab Mittag unter anderem auf der Bäderstraße im Vlothoer

Kurgebiet. Dort waren nacheinander mehrere in einer Reihe stehende Bäume quer über die Straße gestürzt.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Mindener Straße (L778) ab Marktkauf in Richtung Stadt ganz gesperrt: Zwei Bäume waren umgestürzt, etliche andere Bäume drohen weiterhin auf die Straße zu stürzen. Der gefährdete Abschnitt wurde am Nachmittag abgesichert, so dass der Verkehr langsam daran vorbei fahren kann. Die Bäume sollen am Tag danach entfernt werden. Sven Johanning, Straßen.NRW: »Dafür muss die Strecke nochmals kurzfristig voll gesperrt werden.«

Drehleiter-Einsatz zu gefährlich

Weitere Einsatzorte waren unter anderem Dornberger Heide, Glimkestraße, Burgstraße, Heideholz und vor allem Detmolder Straße Richtung Loose, wo ebenfalls zahlreiche Bäume entwurzelt waren.

Um 18 Uhr zog Stadtbrandinspektor Torsten Sievering eine Zwischenbilanz. »Wir haben bisher 68 Einsätze, und wir müssen noch einiges abarbeiten.« Die Räumung der Durchgangsstraßen habe vor der Schadensbeseitigung auf Privatgrundstücken Priorität gehabt. Wegen des starken Sturmes habe man vielerorts auf den Einsatz der Drehleiter verzichten müssen.

Gefahrenstelle vor »Ratsstuben«

Die Vlothoer Feuerwehrwar ab Mittwoch in Alarmbereitschaft. Sievering: »Die am Abend herausgegebene Warnung der zweithöchste Stufe ist am Donnerstag Vormittag auf die höchste Stufe verändert worden.« Seit diesem Zeitpunkt standen Mitglieder der Löschgruppe Bonneberg bereit, als örtliche Leitung die Einsätze zu koordinieren. Um 10.40 Uhr der erste Alarm: An der Haustraße war eine Tanne umgestürzt.

Das Ordnungsamt der Stadt Vlotho hat den Gehweg vor den leer stehenden »Ratsstuben« gesperrt. Teamleiterin Martina Lübkemann: »Dort steht ein Fenster offen und flog immer auf und zu.« Die Scheibe sei schon rissig gewesen. Um zu vermeiden, dass Passanten von herunterfallenden Scherben getroffen werden könnten, wurde die Absperrung vorgenommen.

Kalletaler Wehr sichert Giebel

Im Kalletal waren nach Auskunft von Feuerwehrsprecher Horst Brinkmann die ersten Alarmierungen um 11 Uhr eingegangen. Bis zum späten Nachmittag waren dann alle Löschgruppen bei 110 Einsätzen vor Ort. Neben der Bergung zahlreicher umgestürzter Bäume, die von den Fahrbahnen geräumt werden mussten – die Winterbergstraße zwischen Kalldorf und Vlotho musste komplett gesperrt werden – galt es zudem, in Langenholzhausen einen mobilen Pferdestall und in Lüdenhausen einen vom Einsturz bedrohten Hausgiebel zu sichern.

Schulschluss nach 4. Stunde

In den Schulenin Vlotho und Kalletal war gestern nach der vierten Stunde Schluss. Wegen des nahenden Unwetters wurden die Kinder frühzeitig aus dem Unterricht entlassen. Die Schulbusse standen bereit, um die Kinder rechtzeitig nach Hause zu bringen. Angelika-Germ Wilkiewicz, Leiterin des Schulbüros im Vlothoer Rathaus: »Wir wollten nichts riskieren. Das haben wir wegen der massiven Unwetterwarnungen so entschieden.«

Kitas sperren Außengelände

Alle Vlothoer Kindertagesstätten hatten den Eltern angeboten, ihre Kinder früher aus den Einrichtungen abzuholen. Etliche Eltern nahmen das Angebot an. Die Kinder, die in der Betreuung blieben, durften die Außengelände nicht betreten und spielten in den geschlossenen Räumen.

Die Kita Vlohzirkus bat die Eltern, die Kinder so früh wie möglich abzuholen. Erzieher, die nicht in Vlotho, sondern in der Umgebung wohnen, wurden gegen Mittag nach Hause geschickt.

Beerdigung verschoben

Nach einer Trauerfeier in der Kirche in Kalletal-Langenholzhausen wurde die anschließend vorgesehene Beerdigung in Absprache mit der Familie auf einen späteren Termin verschoben. Unter den hohen Bäumen des Friedhofs wollte man keinerlei Risiko für die Trauergäste eingehen.

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