Noch keine Hinweise auf mögliche Ursache des Brandes in Langenholzhausen Mühle wird abgesperrt

Kalletal-Langenholzhausen (WB). Am Tag nach dem verheerenden Brand der alten Wassermühle in Langenholzhausen haben Brandermittler der Polizei  und Sachverständige der Lippischen Landesbrand-Versicherung ihre Arbeit  am Brandort aufgenommen. Auch die beiden Besitzer Kerstin und  Karl-Heinz Hoffmann waren an der Ruine.

Von Reiner Toppmöller
Brandermittler der Kriminalpolizei haben am Freitag ihre Arbeit an der Brandruine in Langenholzhausen aufgenommen. Mitarbeiter der Gemeinde stellten Absperrgitter auf.
Brandermittler der Kriminalpolizei haben am Freitag ihre Arbeit an der Brandruine in Langenholzhausen aufgenommen. Mitarbeiter der Gemeinde stellten Absperrgitter auf. Foto: Reiner Toppmöller

Die beiden Brandermittler der Polizei nahmen erste Ermittlungen auf und  verhörten Zeugen, auch das Besitzerpaar wurde lange Zeit vernommen. Den  Brandort selber konnten die Spezialisten noch nicht betreten, da  die Mühle einzustürzen droht  und sich immer wieder kleinere Brandnester  entzündeten. So mussten am Freitag auch noch einmal Einsatzkräfte der Kalletaler  Feuerwehr anrücken und nachlöschen.

Nach Auskunft der Kriminalpolizei vor Ort sind alle Hohldecken des  Gebäudes durchgebrannt, Treppen nicht mehr vorhanden. Ob sich die  Brandursache jemals feststellen lässt, darüber wollte derzeit   niemand etwas sagen. Zum einen sei durch den notwendig gewordenen Abriss eines Giebels die  vermutliche Brandentstehungsstelle zerstört und eine Spurensicherung  fast nicht mehr möglich, so die Kripobeamten, zum anderen starte  man   erst nach Absprache mit der Versicherung eine aufwendigere Ermittlung, da diese sehr kostspielig sein wird. Und das könne noch  dauern.

Wolfgang Heinrich malte vor fünf Jahren die Langenholzhausener Mühle. Er überlegt, das Bild wieder öffentlich auszustellen.

Während Karl-Heinz Hoffmann nicht zur einer Stellungnahme bereit war, berichtete Kerstin Hoffmann darüber, dass sich das Gebäude in einer Trennungsversteigerung befand. Sie selbst sei seit zwei Jahren von ihren ehemaligen Mann geschieden und kämpfe seitdem um ihren Anteil. Das Haus sei zwar leer gewesen, aber immer noch versichert, sagte die ehemalige Café-Betreiberin der Mühle. Ob und wann das Haus  wieder aufgebaut wird, wusste sie nicht zu sagen. Begleitet von ihrem Sohn, stand Kerstin Hoffmann nun  mit Tränen in den Augen  vor der  ausgebrannten Ruine.  »Dass es so enden würde, damit habe ich nicht gerechnet«, sagt sie. Mitarbeiter der Gemeinde waren am Freitag damit beschäftigt, das Gebäude weiträumig abzusichern und Warnschilder aufzustellen: Das Betreten  ist wegen der weiterhin bestehenden Einsturzgefahr lebensgefährlich.

Nicht nur im Kalletal, auch darüber hinaus war die Wassermühle aus dem Jahr 1568 bekannt. So hat sie unter anderem Einzug ins Werk des  Herforder Künstlers Wolfgang Heinrich gefunden, der die Mühle vor fünf Jahren vor Ort  malte. »Es war ein sehr romantischer Ort mit diesem Flüsschen – das hat auch den Maler inspiriert«, sagte Heinrich am Freitag gegenüber dieser Zeitung.
Der Maler stellt  einige seiner Bilder aus Worpswede noch bis Sonntag, 9. August, in Schloss Brake in Lemgo aus. Er  überlegt, auch das großformatige Aquarell der Langenholzhausener Wassermühle wieder öffentlich zu zeigen – als Erinnerung. Gegenwärtig verwahrt er das Werk bei sich zuhause.

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