Einjähriges Kind hat sich auf unbekannte Weise angesteckt Jetzt zwölf Masernfälle

Extertal (WB/ca). Der Masernausbruch in Extertal ist noch nicht vorbei. Nach Angaben des Kreisgesundheitsamtes Lippe wurde die Krankheit nun auch bei einem ein Jahr alten Kind festgestellt – der zwölfte Masernfall innerhalb weniger Wochen.

Von Christian Althoff
Ein Kinderarzt gibt einem Mädchen mit der Spritze eine Masernimpfung.
Ein Kinderarzt gibt einem Mädchen mit der Spritze eine Masernimpfung. Foto: dpa

Landrat Friedel Heuwinkel sagte, er hoffe, dass die Fälle »ein Weckruf für Menschen sind, die sich bisher nicht haben impfen lassen«. Amtsarzt Dr. Helmut Günther wies noch einmal darauf hin, dass Masern sehr gefährlich seien. Selbst nach überstandener Krankheit könne noch nach Jahren eine tödlich verlaufende Gehirnkrankheit auftreten. Zudem seien Masern hochansteckend. »Selbst in einer Entfernung von fünf Metern kann man sich noch infizieren.« Gegen die Masernerkrankung gibt es keine Medikamente. Da die Krankheit durch Viren übertragen wird, wirken Antibiotika nicht. Auch homöopathische Medikamente helfen nicht. »Das einzige wirksame Mittel ist die Impfung«, sagte Dr. Günther. Da Kinder unter zehn Monaten noch nicht geimpft werden dürfen, sind sie besonders gefährdet. Vor Jahren starben im Kreis Lippe zwei Jugendliche schwerstbehindert, nachdem sie sich als Säuglinge im Wartezimmer einer Arztpraxis angesteckt hatten.

Die zwölf Erkrankten stammen aus fünf Familien. Zunächst waren drei Brüder erkrankt. Dann kam ein weiterer Fall aus einer anderen Familie hinzu. »Wie die Übertragung auf die zweite Familie vonstattengegangen ist, konnten wir bisher nicht nachvollziehen. Offenbar hat es keinen direkten Kontakt zwischen den beiden gegeben. Aber für eine Ansteckung reicht es schon, im Supermarkt aneinander vorbeizugehen«, erklärt Marco Schulze vom Kreis Lippe. Ab da konnte die Übertragungskette identifiziert werden. Zunächst erkranke als siebter Fall ein Cousin der zweiten Familie. Dann ging einer der Erkrankten aus der ersten Familie zum Fußballtraining und steckte dort Fall Nummer acht an, der wiederum seine drei Geschwister infizierte. Wo sich das ein Jahr alte Kind ansteckte, wissen die Ärzte noch nicht.

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