Dramatische Aussagen vor dem Landgericht Detmold Kind erlebt Mord an Mutter mit

Detmold (WB). Ein dreijähriges Mädchen hat miterleben müssen, wie der Vater der Mutter die Kehle durchgeschnitten hat. Das wurde am Donnerstag vor dem Detmolder Schwurgericht bekannt, wo der Mordprozess gegen Daniel W. (38) fortgesetzt wurde. Er hatte am ersten Verhandlungstag gestanden, Lorett K. (30), seine ehemalige Lebensgefährtin und Mutter des gemeinsamen Kindes, in deren Haus getötet zu haben.

Von Christian Althoff
Der Angeklagte Daniel W. mit Verteidiger Christian Thüner und ­Justizmitarbeiter Reinhard Kleesiek.
Der Angeklagte Daniel W. mit Verteidiger Christian Thüner und ­Justizmitarbeiter Reinhard Kleesiek. Foto: Ralf Meier

Das Gericht hörte die beste Freundin (31) des Opfers. Sie beschrieb Lorett K. als hübsch, fröhlich, zielstrebig und fleißig. Am 11. August fuhr die Freundin zum Haus von Lorett K. »Der Schlüssel steckte. Ich habe die Haustür geöffnet und Unmengen Blut gesehen. Ich hörte das Mädchen weinen, aber ich habe mich nicht hinein getraut.«

Die Frau alarmierte die Polizei.  Die erste Beamtin vor Ort holte das nackte, blutverschmierte Kind aus dem Haus und übergab es der Zeugin. Die 31-Jährige: »Ich bin mit dem Mädchen ins Nachbarhaus gegangen. Auf dem Weg dorthin sagte die Kleine: ›  Papa ist böse . Er hat mit dem Messer Blut an Mamas Hals gemacht. Mama schläft jetzt.‹«

Geschlagen und gewürgt; dann Kehle durchgeschnitten

Rechtsmediziner Ronald Schulz sagte, Lorett K. habe Schläge ins Gesicht bekommen, wobei ihre Nase gebrochen sei. Dann sei sie gewürgt worden, und zum Schluss sei ihr der Hals durchschnitten worden. »Wir haben 14 Schnitte und Stiche gefunden.«

Das Mädchen ist inzwischen vier Jahre und lebt in einem Kinderheim. Nach Einschätzung einer Erzieherin ist es so schwer traumatisiert, dass es wohl sein Leben lang Hilfe brauchen wird. Das Erlebte sei sehr präsent, sagte die Zeugin, und wenn das Mädchen rote Farbe sehe, werde es unruhig.

Die riesige Blutlache gehe der Vierjährigen nicht aus dem Kopf. »Sie wollte die gesäuberte Wohnung sehen, um sicher zu sein, dass das Blut weg ist. Wir haben ihr den Wunsch erfüllt.« Nach Angaben der Erzieherin nennt das Kind den Angeklagten nicht mehr Papa, sondern Daniel.

Daniel W. soll Frau aus Eifersucht getötet haben

Die Annahme der Staatsanwaltschaft,  Daniel W. habe die Frau aus Eifersucht getötet , wurde am Donnerstag von Zeugen gestützt. Sie sagten, Lorett K. habe sich Mitte Juni aus mehreren Gründen von Daniel W. getrennt. Er habe Drogen genommen, sich kaum um die Tochter gekümmert, kaum etwas zum Familieneinkommen beigetragen und sie mit der Hausarbeit alleingelassen.

Er habe sich aber geweigert, auszuziehen, und Lorett K. stattdessen gestalkt. So soll er ein Handy in ihrem Auto versteckt haben, mit dem er ihre Fahrten verfolgen konnte. Eine Freundin: »Daniel soll Lorett gedroht haben, sie umzubringen, wenn er sie nicht haben kann. Das hat sie mir gesagt.«

Weil das Kind das Verbrechen miterleben musste, wird Oberstaatsanwalt Imig möglicherweise neben lebenslanger Haft die Feststellung der besonders schweren Schuld beantragen. Das würde eine vorzeitige Entlassung erschweren. Eventuell wird das Urteil schon Dienstag gesprochen.

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