Rund um den Hermann soll alles neu werden – bald erste Förderanträge Vom Denkmal zur Erlebniswelt

Detmold (WB). 500.000 Besucher kommen jährlich zum Hermannsdenkmal nach Detmold. Es sollen viel mehr werden. Der Eigentümer, der Landesverband Lippe, will das Wahrzeichen OWLs und eines der markantesten Monumente Deutschlands aufwerten. In diesem Monat werden die Weichen gestellt.

Von Bernd Bexte
Nur der Hermann bleibt der alte: Das Umfeld des Wahrzeichens der Region wird in den kommenden Jahren grundlegend neu gestaltet. Derzeit wird geprüft, was förderfähig ist.
Nur der Hermann bleibt der alte: Das Umfeld des Wahrzeichens der Region wird in den kommenden Jahren grundlegend neu gestaltet. Derzeit wird geprüft, was förderfähig ist. Foto: imago

Eine »Erlebniswelt« mit multimedialen Inszenierungen zum Thema Hermannsdenkmal und Varusschlacht, eine Neugestaltung des Umfeldes mit barrierefreien Wanderwegen, Spielplatz und Anlaufpunkten, eine Aufwertung des gastronomischen Angebotes, Öffnung von Sichtachsen samt neuen Parkplätzen: Viel Neues soll auf der Detmolder Grotenburg entstehen – nur der Hermann bleibt der alte. Die Planungsbüros Project M (München) und Kortemeier Brokmann (Herford) haben im Auftrag der Wirtschaftsförderung des Kreises Lippe vor wenigen Wochen einen sogenannten Masterplan vorgelegt. Die geschätzten Kosten für die darin enthaltenen Vorschläge betragen stolze 6,6 Millionen Euro. Denn es gibt viel zu tun: »Angebote und Basisinfrastruktur sind größtenteils in die Jahre gekommen«, beurteilen die Planer die derzeitige Situation am Hermann.

Noch in diesem Monat sollen Förderpläne besprochen werden

Der Landesverband hat im Dezember eine aus dem Masterplan resultierende »Projektskizze« bei der Bezirksregierung Detmold eingereicht. Dort wird nun anhand eines Punktesystems für Tourismusinfrastruktur-Projekte geprüft, welche Idee Aussicht auf Förderung hat. Auch der Tourismusverband NRW gibt dazu eine Bewertung ab. »Die Projektskizze wird, wenn sie die Kriterien erfüllt, in eine Rankingliste aus Tourismus-Projekten aus ganz NRW aufgenommen. Davon ist abhängig, ob und wann das NRW-Wirtschaftsministerium Fördermittel bereitstellen wird«, teilt die Bezirksregierung mit. Dies hänge wiederum davon ab, wann das Land Mittel vom Bund erhalte. Der Landesverband Lippe erhofft sich aber bereits in diesem Monat Klarheit darüber, welche Projektbausteine Aussicht auf Förderung haben, um entsprechende Anträge zu stellen.

Leitthema »Mythen und Identität«

Konkret soll der »Erlebnisraum« am Hermann unter dem Leitthema »Mythen und Identität« neu gestaltet und vermarktet werden. Zentral ist dabei der Bau eines »Besuchererlebniszentrums« nach dem Vorbild etwa der interaktiven Ausstellung »360 Grad Thüringen digital entdecken« in Erfurt oder des 2014 eröffneten Fugger-Museums in Augsburg. In das Konzept soll die Bandelhütte am Hermannsdenkmal eingebunden werden. In ihr wohnte der Architekt Ernst von Bandel (1800-1876) während der Bauarbeiten am gut 53 Meter hohen Denkmal. Mit einem Förderbescheid rechnet der Landesverband für Juli, dann könnten die Planungen beginnen. Baubeginn soll im April 2020 sein, die Fertigstellung im Herbst 2021.

Der Landesverband Lippe will bei der Umsetzung des Großprojekts das Land, den Kreis Lippe, Lippe Tourismus und die OWL GmbH einbinden: »Wir legen großen Wert auf ihre Expertise, gerade auch mit Blick auf die gesamttouristische Strategie«, kündigt Verbandsvorsteherin Anke Peithmann an. Bislang gibt es Infos zum Hermannsdenkmal in der Bandelhütte sowie in einer Dauerausstellung im Lippischen Landesmuseum in der Detmolder Innenstadt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.