24. Neujahrsmatinee der Philharmonischen Gesellschaft OWL im Theater im Park Ein märchenhafter Musikgenuss

Bad Oeynhausen  (WB). Mit ihrem Programm »Märchen aus dem Orient« hat die Nordwestdeutsche Philharmonie am Sonntag die 24. »Festliche Matinee zum neuen Jahr« der Philharmonischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe gestaltet. Im traditionell ausverkauften Theater im Park begeisterte nicht nur das Orchester unter der Leitung von Markus Huber, sondern auch Solistin Christina Rümann (Sopran).

Von Malte Samtenschnieder
Unter der Leitung von Markus Huber hat die Nordwestdeutsche Philharmonie am Sonntagvormittag die 24. »Festliche Matinee zum neuen Jahr« der Philharmonischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe im ausverkauften Theater im Park gestaltet.
Unter der Leitung von Markus Huber hat die Nordwestdeutsche Philharmonie am Sonntagvormittag die 24. »Festliche Matinee zum neuen Jahr« der Philharmonischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe im ausverkauften Theater im Park gestaltet. Foto: Malte Samtenschnieder

Zwischen Sektempfang im Foyer des Theaters im Park und Drei-Gänge-Menü im Kaiserpalais erlebten die mehr als 500 Zuhörer ein spritziges Neujahrskonzert. Zu Beginn machte Viktor Herzog von Ratibor, Vorsitzender der Philharmonischen Gesellschaft OWL mit Sitz in Detmold, den musikalischen Gästen ein besonderes Kompliment. »Wir freuen uns, dass unser Lieblingsorchester heute bei der Matinee wieder mit dabei ist«, sagte der Gastgeber.

Launig, mit einer ordentlichen Portion Schalk im Nacken führte Dirigent Markus Huber durch das weitere Programm. So gelangte der Experte etwa zu der Erkenntnis, dass alle der während des 90-minütigen musikalischen Rundumschlags vorgestellten Opern zumindest für eine der Hauptfiguren tragisch enden. »Aber das soll uns heute gar nicht belasten«, betonte der musikalische Leiter. Wunderbare Arien von den Irrungen und Wirrungen vor den finalen Schicksalsschlägen gebe es schließlich genug. Sprach’s und bat im Wechsel mit Instrumentalstücken immer wieder Solistin Christina Rümann auf die Bühne

Mit ihrer wohlgeformten Stimme setzte die Sopranistin bereits bei ihrem ersten Auftritt die künstlerische Messlatte hoch. Bei einer Arie von den Freuden der Liebe aus Rossinis Oper »Semiramis« gab die Künstlerin einen faszinierenden Einblick in die Kunst des Koloraturgesangs. Es sollte nicht der einzige bleiben. Insbesondere in der Glöckchen-Arie aus Delibes’ Oper »Lakmé« bot Christina Rümann anspruchsvollste Läufe, Triller und Sprünge. Nicht nur von ihrer virtuosen Technik, sondern auch vom beachtlichen Tonumfang ihrer Stimme zeigten sich die Zuhörer begeistert und spendeten ihr reichlich Applaus.

Christina Rümann begeistert mit ihrem wohl geformten Sopran insbesondere bei anspruchsvollen Koloraturen. Foto: Samtenschnieder

Spätestens bei »Meine Lippen, sie küssen so heiß« aus Lehars Oper »Giuditta« lagen sowohl der Sopranistin als auch den Musikern der Nordwestdeutschen Philharmonie die Herzen des Publikums zu Füßen. Getragen von deutlich spürbarer Freude am gemeinsamen Musizieren gelang dem souverän aufspielenden Orchester der Flirt mit dem Publikum. Die natürliche Folge: lang anhaltender, begeisterter Beifall.

Nach dem virtuos-beschwingten »Walzer« und »Galopp« aus Khachaturians Maskerade-Suite sowie Suppés mitreißendem Fatinitza-Marsch hatte die Nordwestdeutsche Philharmonie zum Ende des Konzerts etwas ganz Besonderes im Petto. Als »musikalischen Reisetipp« kündigte Dirigent Markus Huber ein Medley mit den bekanntesten Melodien aus den Filmen der »Fluch der Karibik«-Reihe an. Für die wuchtigen, bisweilen etwas archaischen Klänge bedankte sich das Publikum mit einem tosenden Schlussapplaus.

Dafür zeigte sich das Orchester mit dem Radetzky-Marsch von Johann Strauß erkenntlich. Das Besondere: Markus Huber gab den Taktstock zuvor an Gastgeber Viktor Herzog von Ratibor ab. Und dieser machte seine Sache als Dirigent gar nicht so schlecht...

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