Fahrer beachten Tempolimits Es blitzt selten beim Blitzmarathon

Düsseldorf/Paderborn (dpa). Tausende Polizisten haben am Donnerstag beim Blitzmarathon auf vielen Straßen in Deutschland Raser aus dem Verkehr gezogen. In Nordrhein-Westfalen sind 2200 Beamte für den Blitzmarathon eingesetzt. An welchen Stellen die Beamten blitzen, wurde im Vorfeld veröffentlicht – nur wann genau, das wird nicht verraten.

Blitzermarathon auch im Kreis Paderborn: Wie hier an der B64 in Delbrück kontrolliert die Polizei an mehreren Unfallschwerpunkten die Geschwindigkeit der Autofahrer.
Blitzermarathon auch im Kreis Paderborn: Wie hier an der B64 in Delbrück kontrolliert die Polizei an mehreren Unfallschwerpunkten die Geschwindigkeit der Autofahrer. Foto: Jörn Hannemann

Auch in Ostwestfalen-Lippe wurde am Donnerstag geblitzt. Kontrollstellen gab es in: Bielefeld – Kreis Paderborn – Kreis Höxter – Kreis Minden-Lübbecke – Kreis Herford – Kreis Gütersloh – Kreis Lippe.

Kreis Herford

Bis Donnerstagmittag sind im Kreis Herford an den zahlreichen Kontrollstellen der Polizei im Zuge des jüngsten so genannten Blitz-Marathons etwa 140 Autofahrer zu schnell unterwegs gewesen. Gemessen wurde bis zu diesem Zeitpunkt die Geschwindigkeit von gut 4000 Fahrzeugen.

»Das entspricht einer Quote von zirka drei Prozent«, sagte Uwe Maser, Sprecher der Kreispolizeibehörde Herford. Der Beamte zog somit eine erste positive Zwischenbilanz der Aktion – bei unangekündigten Geschwindigkeitskontrollen sei die Quote der Temposünder, die von der Polizei auf den Straßen des Wittekindskreises erwischt werden höher. »Die Leute sind durch den Blitzmarathon sensibilisiert. Hoffentlich wirkt das nach«, so Maser.

Kreis Höxter

Polizeikommissar Dominik Weidler von der Kreispolizeibehörde Höxter misst an der Josefsmühle bei Bad Driburg die Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf der B64. Bis zum Nachmittag hatte es dort lediglich einen Wagen gegeben, der zu schnell unterwegs war. Schnellster Wagen im Kreis Höxter war ein mit 141 Stundenkilometern gemessenes Fahrzeug. "Die Leute fahren heute deutlich langsamer als sonst. Es wäre schön, wenn das immer so wäre", kommentierte erster Polizeihauptkommissar Norbert Lammers.

»Drei Prozent zu schnell«

»Man muss heute immer und überall mit uns rechnen«, sagte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf. Das tun die potenziellen Raser auch: Die Autofahrer sind am Donnerstag laut Polizei deutlich langsamer unterwegs. »Die Lage ist wie jedes Jahr sehr ruhig. Die meisten Leute wissen vom Blitzmarathon und wenige fahren zu schnell«, sagt Manfred Schröder, Leiter der Verkehrsinspektion der Polizei Essen.

Dieser Trend hat sich bereits in den Vorjahren angedeutet: Von den kontrollierten Fahrzeugen waren beim Blitzmarathon 2015 rund drei Prozent zu schnell. »An anderen Tagen liegt die Quote eher bei fünf bis sechs Prozent«, sagte Schröder.

Für die Polizei bedeutet das aber in erster Linie: Am Tag des Blitzmarathons ist es etwas sicherer auf den Straßen. »Ich musste im Polizeidienst bereits viele Todesmeldungen überbringen. Spaß macht das nicht«, sagt Schröder.

Nach Angaben aus dem NRW-Innenministerium ist jeder dritte Verkehrstote ein Opfer von überhöhter Geschwindigkeit.

Aussteiger

Nicht dabei beim Blitzmarathon sind in diesem Jahr Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland.

Im Oktober 2013 fand die in NRW ins Leben gerufene Aktion zum ersten Mal bundesweit statt. International wird in diesem Jahr in 23 europäischen Staaten geblitzt.

Kommentare

Sehr guter Video-Beitrag, bitte ansehen!

Sehr eindrücklicher Beitrag eines Polizisten und einer Notfallseelsorgerin. So etwas sollten Sie öfter auf der Internetseite einstellen. Besonders nach schweren Unfällen sollte das Leid der Angehörigen und auch die Not der Rettungskräfte deutlicher herausgestellt werden

Aufhören mit dem angekündigten Blitzmarathon!

Tausende Polizisten werden abkommandiert, um den vielfach angekündigten, Raser einen Tag abschreckenden Blitzmarathon durchzuführen. Ich habe den Eindruck, man will garnicht wissen, wie schnell wirklich täglich gerast wird. Dazu würden ein Zehntel der Mitarbeiter an stetig wechselnden Radarkontrollen genügen. Die Ergebnisse wären erstaunlich, am Besten gleich noch Fotos zur Handy- und Smartphone-Nutzung aufnehmen.

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