Kind im Wald von Serientäter missbraucht – Opfer findet nicht in ein halbwegs normales Leben zurück Die Angst ist immer da

Detmold (WB). 90 Minuten in Todesangst, in der Gewalt eines brutalen Sexualverbrechers, nackt und mit zugeklebten Augen hilflos festgebunden zwischen zwei Bäumen im Wald – kann ein Kind jemals über so ein Martyrium hinwegkommen?

Von Christian Althoff
An dieser Bushaltestelle wartete das Mädchen morgens auf den Schulbus, als der Täter das Kind in den Wald zerrte und sich brutal an ihm verging. Die Mutter des Mädchens sagte gestern, ihre Tochter sei nie wieder alleine mit einem Bus gefahren.
An dieser Bushaltestelle wartete das Mädchen morgens auf den Schulbus, als der Täter das Kind in den Wald zerrte und sich brutal an ihm verging. Die Mutter des Mädchens sagte gestern, ihre Tochter sei nie wieder alleine mit einem Bus gefahren.

Die blonde Frau im Zeugenstand weint plötzlich hemmungslos, als sie erzählen soll, was sie am 29. August 2014 erlebt hat, und die Bilder wieder hochkommen. Die Friseurmeisterin, Mutter zweier Kinder, stoppte an jenem Morgen auf dem Weg zur Arbeit mit ihrem Wagen an einer abgelegenen Einmündung in Leopoldshöhe, als ein Mädchen vor ihrem Auto die Straße überquerte. »Das Kind war barfuß. Ich habe die Scheibe heruntergekurbelt und ihm nachgerufen: ›Ist alles in Ordnung?‹ Da hat sich das Mädchen zu mir umgedreht. Es war völlig verdreckt, und unter seiner offenen Strickjacke nackt.« Die Schülerin, die Reste von Klebeband im Gesicht gehabt habe, habe ihr nichts erzählen wollen. »Sie meinte: ›Ich darf nichts sagen. Er hat doch eine Pistole«, schluchzt die Zeugin.

Der Angeklagte zwischen Hauptwachtmeister Reinhard Kleesiek und seinem Verteidiger Dr. André Pott. Foto: Althoff

Tobias K. (40) hört diese Aussage ohne jede sichtbare Regung. Vor Prozessbeginn, als Fotografen im Saal waren, hatte er sein Gesicht mit einer Wollmütze und einem Aktendeckel verborgen. Jetzt sitzt der Mann da und starrt vor sich hin. Er hat einen schütteren Vollbart, hat das graue Kopfhaar zu einem Pferdeschwanz gebunden und trägt eine Brille.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Dienstagausgabe (19. April) des WESTFALEN-BLATTES.

Kommentare

Ich empfinde solche Bestürzung und Fassungslosigkeit..... Das arme Kind, die armen Eltern...
und dieser Mann, der selbst ein Vater ist....
Wenn man mich jetzt, in diesem Augenblick, allein mit ihm lassen würde, ich glaube, ich würde durchdrehen und meine gute Kinderstube vergessen.

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