Paderborner gerät in den Rückstrahl einer Panzerfaust – Unfallhergang rekonstruiert Soldat stirbt bei Schießübung mit Panzerfaust: Verfahren eingestellt

Paderborn/Augustdorf (WB). Ein Soldat (22) aus Paderborn war im Mai 2017 bei einer Übung durch eine Panzerfaust getötet worden. Jetzt steht fest: Der Schießunfall ist auf eine »Verkettung unglücklicher Umstände« zurückzuführen.

Von Ingo Schmitz
Die Rommel-Kaserne in Augustdorf
Die Rommel-Kaserne in Augustdorf Foto: Schönfeld

Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Schweinfurt am Freitag mit. Die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen den 22-jährigen Soldaten, der den Schuss abgegeben hatte, seien eingestellt worden.

Training in Bayern

Der Unfall hatte sich am 16. Mai auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken in Bayern ereignet. Die 3. Kompanie des Augustdorfer Panzergrenadierbataillons 212 hatte einen Tag zuvor mit ihren 120 Soldaten mit dem Training in Bayern begonnen.

Es sollte als Vorbereitung für ein weiteres Training in Munster dienen. Der 22-jährige Paderborner, der dabei zu Tode kam, gehörte demnach einem Zwei-Mann-Trupp an. Während der erste Soldat die Panzerfaust abfeuern sollte, war das Opfer für das Tragen der Munition zuständig.

Zu früh aufgestanden

Wie die Schweinfurter Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, sei der Ablauf in der Zwischenzeit von einem Sachverständigen rekonstruiert worden. Das spätere Opfer habe sich bei dem Schusstraining hinter dem gleichaltrigen Schützen befunden. Es habe sich herausgestellt, dass der Paderborner offenbar zu früh aufgestanden sei.

Dadurch sei der junge Mann vom Rückstrahl der Panzerfaust erfasst und durch die Luft geschleudert worden. Der Strahl sei mehrere tausend Grad heiß, hatte die Bundeswehr nach dem Unglück mitgeteilt. Ein Bundeswehrarzt habe vor Ort nur noch den Tod des Paderborners feststellen können. Den seinerzeit beschuldigten Soldaten treffe keine Schuld an dem Tod des Kameraden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

49 Soldaten zu Tode gekommen

In der Augustdorfer General-Feldmarschall-Rommel-Kaserne hatte es nach dem tragischen Vorfall eine Pressekonferenz gegeben. Dabei hatte Brigadegeneral Heico Hübner berichtet, dass die Angehörigen seelsorgerisch und psychologisch betreut würden. Angaben zum Hergang machte er damals nicht.

In der fast 60-jährigen Geschichte der in Augustdorf stationierten Panzerbrigade 21 sind 49 Soldaten im Kriegseinsatz oder bei Unfällen zu Tode gekommen.

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