Karnevalsverein Pickel-Jauh geht beim 22. Büttenabend auf Kaperfahrt Schützen gewinnen närrische Saalwette

Willebadessen (WB). Ausgelassene Stimmung herrschte beim 22. Büttenabend des Karnevalsvereins Pickel-Jauh in der Schützenhalle in Peckelsheim. Eine große TV-Show erlebte an diesem Abend ihr Revival. Noch vor Einmarsch der Tollitäten mit der kompletten Karnevalsgesellschaft kam es zur Saalwette im Stil von »Wetten, dass...?«.

Von Verena Schäfers-Michels
Der Hofstaat begrüßte seine Narren in der voll besetzten Stadthalle (von links): Kinderprinzessin Matilda I., Kinderprinz Finn I., Prinzessin Alina II., Prinz Sebastian I. und Hofnarr Christoph Köneke.
Der Hofstaat begrüßte seine Narren in der voll besetzten Stadthalle (von links): Kinderprinzessin Matilda I., Kinderprinz Finn I., Prinzessin Alina II., Prinz Sebastian I. und Hofnarr Christoph Köneke. Foto: Verena Schäfers-Michels

Sitzungspräsident wettet mit Schützenoberst

Moderator und Sitzungspräsident Wolfgang Janzen forderte Schützenoberst Daniel Dreker heraus, dass er es nicht schaffe, innerhalb von zwei Stunden 33 Schützen in Anzug und Krawatte auf die Bühne zu holen.

Anhand des Gewichts von Kinderprinzessin Matilda I. wurde der Wettgewinn bestimmt. 31 Liter Frei-Sekt für den Rathaussturm der närrischen Weiber am kommenden Donnerstag würde Pickel-Jauh zur Verfügung stellen.

Oberst Daniel Dreker nahm die Herausforderung an. »Diese Wette hat mich zwar kalt erwischt, aber ich werde mein Möglichstes tun und als Erster nach Hause gehen und meine Uniform anlegen.«

»Nethe-Piraten« als Dreizehnerrat

Der Narrenexpress zog flankiert von den Funkenmariechen feierlich in die Halle ein. Musikalisch begleitete sie der Fanfarenzug aus Bad Driburg. In diesem Jahr gab es eine besondere Premiere. Prinz Sebastian I. Genau stand bereits selbst vor 20 Jahren als sechsjähriger Kinderprinz in der Peckelsheimer Schützenhalle.

Der angehende Sozialarbeiter ist Heilerziehungspfleger im HPZ St. Laurentius in Warburg. Zu seiner Prinzessin erwählte er Alina II. Reiermann. Die 22-Jährige studiert Lehramt für sonderpädagogische Förderung an der Universität Paderborn und arbeitet neben ihrem Studium an der KGS Willebadessen. Wie ihre kleine Kollegin Kinderprinzessin Matilda I. Rudkowski kommt sie aus Niesen. Kinderprinz Finn I. Jonietz kommt aus einer Karnevalistenfamilie. Der kleine Peckelsheimer ist der Sohn von Präsident Uwe Jonietz.

Der diesjährige Elferrat ist ein Dreizehnerrat und besteht aus den »Nethe-Piraten«, dem Freundeskreis des Prinzenpaares. In diesem Sinne war die Bühnengestaltung maritim ausgefallen, zeigte Sonnenuntergänge über dem Meer und Piratenschiffe. Der Piratentanz der Nethe-Piraten mitsamt den Majestäten bildete den Höhepunkt des Seeräuberlebens auf der Bühne.

Büttenreden und Tänzen sorgen für gute Unterhaltung

Orientalisches Flair brachte der Frauenelferrat hüftschwingend auf die Bühne. »Das treibt den Herren den Schweiß auf die Stirn«, bemerkte Moderator Janzen. Brasilianischen Karneval führte die Prinzengarde Ovenhausen vor und auch elegante Gardetänze hatten sie wie ihre Kolleginnen der Funkengarde Rösebeck zu bieten.

Zuvor unterhielt Animateur Richard Kröger das Publikum als Erna, die rasante Dampfnudel, Elvis und Marilyn Monroe. Besonders die blonde Ikone der 50er Jahre im schwingenden weißen Kleid sorgte für anfeuernde Pfiffe im Publikum.

Teilweise auf Platt erzählte Büttenredner Thomas Conze, der Vorsitzende der Bauern ohne Land, von den Ereignissen des vergangenen Jahres.

Die erste Rakete staubten die Dancing Girls ab. Die jüngsten Tänzerinnen im Saal hatten wochenlang mit Trainerin Sarah Engelbogen geprobt und ernteten dafür großen Applaus.

Den absoluten Höhepunkt bildeten die Woodfällers aus Brakel. Die jungen Musiker mit den bunten Hosenträgern an den Blechinstrumenten waren zum ersten Mal in Peckelsheim zu Gast und hatten das Narrenvolk in Windeseile im Griff. Bis zu ihrem Ausmarsch zu »Häuptling der Indianer« gaben sie mit »Highway to hell« und »Que sera sera« Zugaben am laufenden Band.

Schützen gewinnen Wette

Sie waren es auch, die mit zünftiger Marschmusik kurz vorm Finale die Schützen zur Bühne geleiteten. Der Oberst ließ die Herren zum Appell antreten und mit exakt 35 Schützen heißt es nun: 35 Liter Frei-Sekt beim Rathaussturm.

Auf die Erhöhung des Sprudelweins bestand Dreker aufgrund seiner 35 Schützenbrüder, die an dem Spaß teilgenommen hatten. Als betende Mönche, anmutige Ballerinas und coole Boygroup zeigte sich das Männerballett Peckelsheim, das für einen gelungenen Programmabschluss sorgte.

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