Sorge um die Sternsingeraktion: Zu wenige Kinder sind für guten Zweck unterwegs Vielerorts fehlen kleine Könige

Warburg (WB). Knapp, aber es reicht – so lässt sich auch in diesem Jahr die Beteiligung an den Sternsinger-Aktionen in der Region zusammenfassen. Erneut fehlte es vielerorts an Kindern, die als Heilige Drei Könige verkleidet für den guten Zweck unterwegs sein wollen.

Von Daniel Lüns
In der Warburger Neustadt-Gemeinde sind unter anderem (von links) Theresia Gerold, Johanna ­Gerold, John Nick Franke und Zazou Denise Franke als Heilige Drei Könige im Einsatz.
In der Warburger Neustadt-Gemeinde sind unter anderem (von links) Theresia Gerold, Johanna ­Gerold, John Nick Franke und Zazou Denise Franke als Heilige Drei Könige im Einsatz. Foto: Lüns

Zu wenig Kinder, um jeden Haushalt in Warburg zu besuchen

In der Warburger Neustadt zum Beispiel kann Rudi Ryll, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, auf etwa 15 angemeldete Kinder blicken. Damit ließen sich vier Sternsinger-Gruppen füllen. »An einer fünften arbeiten wir noch«, sagt Ryll. Dennoch: das sind viel zu wenig Kinder, um jeden Haushalt in Warburg zu besuchen. »Dafür bräuchte ich nämlich zwölf Gruppen.« Daher werden, wie im vergangenen Jahr auch, nur die Haushalte besucht, die sich zuvor dafür angemeldet haben.

Die Altersspanne derjenigen, die als Sternsinger unterwegs sind, sei enorm: »Zu den Kindergärten werde ich meinen Enkel mitnehmen. Der ist fünf Jahre alt und freut sich schon darauf.« Die ältesten Teilnehmer seien 15 Jahre alt. Die Sternsinger der Neustadt-Gemeinde sammeln wieder für die Schule der Salvatorianerinnen in Nazareth. Mit dem Geld soll das Schulgeld für die Familien armer Kinder bezahlt werden.

Kommunionkinder gehen in Willebadessen mit

In Willebadessen sind die Sternsinger bereits seit Donnerstag, 4. Januar, unterwegs. Bis Samstag, 6. Januar, sind sie im Einsatz. »In diesem Jahr ist es in Ordnung. Wir nehmen aber auch die Kommunionkinder mit in die Gruppen«, bilanziert Sandra Gellert, die mit Sonja Kleimann, Monika Weltken und Patricia Pawels-Platte die Sternsinger-Aktion in Willebadessen organisiert.

Seit Jahren werde aber auch in Willebadessen nicht mehr jedes Haus besucht. Das sei personell nicht mehr zu leisten. Das Team versucht, über Mundpropaganda und die Schulen, an Nachwuchs zu kommen. Das klappe manchmal auch gut. »Manche Kinder bekommen das von den Älteren mit und stoßen dann dazu.«

27 Kinder kümmern sich in Borgentreich um zehn Bezirke

In Borgentreich werden sich 27 Kinder um zehn Bezirke kümmern. Diese decken ganz Borgentreich ab. »So lange wir genug Sternsinger haben, werden wir alle Haushalte besuchen«, sagt Simone Kremper, die zum Organisationsteam gehört. Den ersten Einsatz hatten die Aktiven bereits gestern bei Bürgermeister Rainer Rauch und im Seniorenzentrum.

Während der Aktion bedienten zwei Messdiener im Pfarrheim ein »Sternsingertelefon« – auf Abruf werden die Springer koordinieren oder bei Problemen helfen. In Borgentreich und in Willebadessen werden Spenden zugunsten von Kinderarbeitern in Indien gesammelt.

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