Rückübertragung des Gebäudes an Konstantin Freiherr von Wrede Kloster Willebadessen wechselt Besitzer

Willebadessen (WB). Nach jahrzehntelanger kultureller Nutzung des ehemaligen Klosters Willebadessen durch den Verein »Stiftung Europäischer Skulpturenpark«, deren damaliger Stifter Diethard Freiherr von Wrede war, erfolgt nun nach annähernd 40 Jahren zum Jahreswechsel eine Rückübertragung an dessen Sohn Konstantin Freiherr von Wrede.

Von Ralf Benner
Nach 40 Jahren im Besitz des Vereins »Stiftung Europäischer Skulpturenpark« erfolgt mit Jahreswechsel eine Rückübertragung des Klostergebäudes an Konstantin Freiherr von Wrede, Sohn des damaligen Stifters Diethard Freiherr von Wrede.
Nach 40 Jahren im Besitz des Vereins »Stiftung Europäischer Skulpturenpark« erfolgt mit Jahreswechsel eine Rückübertragung des Klostergebäudes an Konstantin Freiherr von Wrede, Sohn des damaligen Stifters Diethard Freiherr von Wrede. Foto: Christian Geschke

Das teilte Johannes Saggel, Vorstand der Stiftung Europäischer Skulpturenpark, gestern mit. »Diese gemeinsame vertragliche Regelung zwischen der Stiftung und Kon­stantin Freiherr von Wrede hat einerseits ihren Grund in einer Rückübertragungsregelung im damaligen Übertragsvertrag aus den 70er Jahren, andererseits in der fehlenden öffentlichen Unterstützung für die notwendige Sanierung des Daches – Größenordnung etwa 1,5 Millionen Euro – wegen der geänderten Förderpolitik des Landes NRW«, so Saggel. Trotz fehlender notwendiger öffentlicher Beihilfe zur Denkmalpflege sei es dem Verein aber gelungen, die Bausubstanz des Gebäudes in einem ordentlichen Zustand zu erhalten, betonte er.

Fehlende öffentliche Förderung

Allerdings sei die Suche nach einer tragenden Nutzungsidee für das Kloster insbesondere angesichts der aktuell weiter gekürzten Förderbedingungen leider erfolglos geblieben, zumal auch einem privaten Investor, der einen gastronomischen Betrieb im Konventsgebäude einrichten wollte, die notwendige öffentliche Unterstützung versagt blieb, so Saggel.

Direktor Wolfgang Kirsch vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe habe bereits im Februar 2014 bei einer Besichtigung des Gebäudes darauf hingewiesen, dass weder die Stiftung noch die Stadt Willebadessen über die notwendige Finanzkraft verfügten, um eine darlehensweise Förderung des Landes in den kommenden Jahren abzubezahlen.

Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm dankte der Stiftung gestern für die geleistete Arbeit: »Durch die seinerzeitige Übernahme der Klostergebäude durch die Stiftung wurde es der Stadt Willebadessen ermöglicht, das umgebende heutige Kurparkgelände zu erwerben. Die Stiftung hat mit ihrem Kunstprogramm nicht nur die Parkanlage über die Jahrzehnte bereichert.«

Stiftung kann Gebäudelast nicht mehr tragen

Seitens des Stiftungsvorstandes erklärte Johannes Saggel: »Wir begrüßen es, dass angesichts der jetzt erheblich veränderten Rahmenbedingungen die auf die Stiftung seinerzeit übertragenen Gebäudeteile wieder an die Familie des Stifters zurückfallen.«

Von der nicht mehr zu tragenden Gebäudelast befreit, werde sich die Stiftung künftig nunmehr auf die Pflege und Betreuung der Skulpturen im umliegenden Skulpturenpark konzentrieren, der zu den ausgewählten »Kleinen Paradiesen« der Gartenlandschaft OWL gehöre.

»Winterträume« bleiben

Der neue Eigentümer, Konstantin von Wrede, bedankte sich bei der Stiftung für die kulturelle Arbeit und die denkmalgerechte Pflege der Klostergebäude sowie deren vertragsgerechte Rückgabe: »Schon jetzt kann ich auf Grund der getroffenen Absprachen mitteilen, dass die Gedok OWL ihre von der Stiftung 2009 initiierte vielbeachtete jährliche Ausstellungsreihe auch 2017 im Konventsgebäude fortsetzen kann.« Dies gelte auch für die vorweihnachtliche Ausstellung »Winterträume«.

Es sei weiteres Ziel, dass das Areal der Klosteranlage weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Klosterregion OWL mit vielen kulturellen Veranstaltungen bleibt, erklärte Konstantin von Wrede.

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