Sparkasse Höxter weist Jahresergebnis von 1,3 Millionen Euro aus »Sparen kommt nicht aus der Mode«

Brakel (WB/dp). Die Sparkasse Höxter hat im Jahr 2017 einen deutlichen Zuwachs an Kundengeschäftsvolumen verzeichnet. Kundeneinlagen, Kredite und Wertpapierbestände summieren sich zum Jahresende auf mehr als 2,7 Milliarden Euro. »Außerdem treiben wir die Digitalisierung auf Wunsch unserer Kunden weiter voran«, betonten die Vorstände Achim Frohss und Jens Härtel bei der Bilanzpressekonferenz.

Die Vorstände Achim Frohss (links) und Jens Härtel präsentieren bei der Bilanzpressekonferenz ein zufrieden stellendes Ergebnis der Sparkasse Höxter. Sie wollen sich auch im digitalen Zeitalter zukunftsfähig aufstellen.
Die Vorstände Achim Frohss (links) und Jens Härtel präsentieren bei der Bilanzpressekonferenz ein zufrieden stellendes Ergebnis der Sparkasse Höxter. Sie wollen sich auch im digitalen Zeitalter zukunftsfähig aufstellen. Foto: Dennis Pape

Rückgang im Zinsergebnis teilweise kompensiert

»Neben etwa 45 Millionen Euro Zuwachs an Krediten (28 Millionen Euro bilanziell, 17 Millionen Euro vermittelt) und einem Plus von 46 Millionen Euro an Einlagen wuchs in einem sehr guten Jahr für die Wertpapier-Anlagen der Kundendepotbestand um 27 Millionen Euro an«, erläuterte Härtel. Und auch bei der Vermittlung von Immobilien, Versicherungen und Bausparverträgen könne die Sparkasse Höxter auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken – diese spiegelten sich auch in einem »soliden Ergebnis« wider.

Das anhaltende Niedrigzinsniveau hinterlasse laut Achim Frohss – trotz wachsender Volumen im Kreditbereich – Spuren im Zinsergebnis (31,2 Millionen Euro, Rückgang von 1,6 Millionen Euro). Die erfreulichen Entwicklungen im Provisionsertrag (11,4 Millionen Euro, Zuwachs um 0,3 Millionen Euro) sowie im Verwaltungsaufwand (28,3 Millionen Euro, Senkung um 0,8 Millionen Euro) kompensierten den Rückgang im Zinsergebnis in Teilen, so dass das Betriebsergebnis vor Bewertung mit 14,7 Millionen Euro (minus 0,4 Millionen Euro) annähernd auf Vorjahresniveau liege.

Niedrigzinsphase beeinflusst Kreditgeschäft

»Nach Steuerzahlungen von etwa 4,7 Millionen Euro versetzt uns das Ergebnis in die Lage, unsere haftenden Eigenmittel weiter zu stärken und ein Jahresergebnis von 1,3 Millionen Euro auszuweisen«, so Frohss. Ein solch gutes Ergebnis in Zukunft zu erreichen, werde allerdings zunehmend schwieriger. Um weiterhin als verlässlicher Partner im Kreis Höxter bereitstehen zu können, sei es daher wichtig, den Ergebniseinbußen auch durch Kosteneinsparungen zu begegnen. Die Mitarbeiterzahl ist unter anderem von 352 im Jahr 2016 auf 338 (davon 26 Auszubildende) gesunken.

Die weiter anhaltende Niedrigzinsphase beeinflusse mit günstigen Zinskonditionen das Kreditgeschäft. In Summe stelle die Sparkasse Höxter für die Menschen der Region und die heimische Wirtschaft Kredite von etwa 1139 Millionen Euro bereit. »Dem Zuwachs liegen neue Darlehenszusagen von etwa 227 Millionen Euro zugrunde. In dieser Summe sind 17 Millionen Euro enthalten, die von der Sparkasse an die S-Kreditpartner – einem auf das Konsumentenkreditgeschäft spezialisierten Partner in der Sparkassen-Finanzgruppe – vermittelt wurden«, so Härtel weiter.

Wohnbaukredite in Höhe von 100 Millionen Euro

Das Thema Nummer eins im Kreditgeschäft war bei den privaten Kunden auch in 2017 wieder die Immobilienfinanzierung. Härtel: »Niedrige Zinsen machen den Wunsch nach den eigenen vier Wänden für viele Menschen umsetzbar. Die eigene Immobilie bietet zudem eine attraktive Anlagealternative. Daher konnte die Sparkasse Höxter 2017 erneut eine erfreuliche Entwicklung im Immobiliengeschäft verzeichnen. An private Bauherren und Eigenheimbesitzer wurden Wohnungsbaukredite mit einem Volumen von 100 Millionen  Euro ausgezahlt«, berichtete Härtel. Im Zusammenhang mit der Finanzierung des Eigenheims bevorzuge der überwiegende Teil der Sparkassenkunden eine lange Zinsbindungsfrist von zehn bis 15 Jahren.

Von der Nachfrage nach Immobilien profitiere auch das mit dem Wohnungsbau verbundene Bauspargeschäft. Insgesamt konnten 1.202 Bausparverträge mit einem Gesamtvolumen von über 46 Millionen Euro abgeschlossen werden. Die Anzahl der vermittelten Immobilien lag im Jahr 2017 nach Auskunft der Sparkasse bei 72 Objekten, das Volumen der abgeschlossenen Kaufverträge bei mehr als neun Millionen Euro.

»Die Art, wie man spart, hat sich geändert«

Die Unternehmen der Region investierten 2017 kräftig – vielfach in Maßnahmen zur Digitalisierung. Insgesamt stellte die Sparkasse den Unternehmen und Gewerbetreibenden im Kreis Höxter neue Darlehensmittel von 87,2 Millionen Euro bereit. Gewachsen seien trotz des Niedrigzinsumfeldes die bilanziellen Kundeneinlagen um 46 Millionen auf 1175 Millionen Euro. Die Anleger bevorzugten weiterhin täglich fällige Anlagen. Härtel: »Sparen kommt nicht aus der Mode. Die Art, wie man spart, hat sich geändert.« Insgesamt summiert sich das Kundenwertpapiervermögen zum 31. Dezember 2017 auf 350 Millionen Euro.

Aktuell sind es der digitale Umbruch sowie das Marktumfeld und vor allem die veränderten Kundenbedürfnisse, die nach Anpassungen verlangen. Für die Sparkasse Höxter ergeben sich daraus Veränderungen im Filialnetz. Zum 19. März  werden die beiden Stadtfilialen Höxter-Petrifeld und Warburg-Hüffert auf einen SB-Betrieb umgestellt. »Weitere Filialanpassungen sind vorerst nicht geplant«, führte Härtel aus. »Uns ist es wichtig, dass wir in allen zehn Kommunen personenbesetzte Filialen vorhalten können. Wir setzen auf Regionale Nähe in Kombination mit digitalen Angeboten.«

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