Kita Mariä Heimsuchung richtet zwei weitere Gruppen in der Eisenhoitschule ein Kindergartenneubau in Warburg geplant

Warburg (WB). Allen negativen Bevölkerungsprognosen zum Trotz werden in Warburg wieder mehr Kinder geboren. Das hat zur Folge, dass weitere Kindergartenplätze benötigt werden, wie Hubert Bönnighausen vom Kreisjugendamt am Dienstagabend im Sozialausschuss mitteilte.

Von Ulrich Schlottmann
Die Kindertagesstätte Mariä Heimsuchung in der Warburger Altstadt richtet – befristet auf zwei jahre – zwei weitere Gruppen in der benachbarten Eisenhoitschule ein. Geplant ist, dass bis 2020 ein weiterer Kindergarten in Warburg eröffnet wird.
Die Kindertagesstätte Mariä Heimsuchung in der Warburger Altstadt richtet – befristet auf zwei jahre – zwei weitere Gruppen in der benachbarten Eisenhoitschule ein. Geplant ist, dass bis 2020 ein weiterer Kindergarten in Warburg eröffnet wird. Foto: Ulrich Schlottmann

Vor diesem Hintergrund soll nach Bönnighausens Worten in Warburg ein neuer dreigruppiger Kindergarten errichtet werden. Einen entsprechenden Beschluss habe der Jugendhilfeausschuss bereits gefasst. Die Umsetzung solle bis 2020 erfolgen.

Neue Kindertagesstätte: Wo und in welcher Trägerschaft ist noch offen

Wo und in welcher Trägerschaft die neue Kindertagesstätte errichtet werden soll, ist nach den Worten von Olaf Krane vom städtischen Schulamt allerdings noch offen. Den Planungen zufolge sollen 55 Plätze geschaffen werden, 16 für unter Dreijährige (U 3) und 39 für über Dreijährige (Ü 3). Abgedeckt werden soll damit der Bedarf in der Kernstadt sowie in Germete, Menne, Welda und Wormeln.

Um der gestiegenen Nachfrage nach Kindergartenplätzen schon in diesem Jahr Rechnung tragen zu können, wird die Kindertagesstätte Mariä Heimsuchung in der Warburger Altstadt, die in der Trägerschaft der katholische Kindertagesstätten Hochstift Paderborn steht, auf Bitten des Kreisjugendamtes um zwei Gruppen erweitert. Sie sollen in der benachbarten Eisenhoitschule untergebracht werden. Wie der stellvertretende Geschäftsführer der Kita-GmbH, Wilhelm-Josef Finger, auf Anfrage mitteilte, ist diese Erweiterung zunächst auf zwei Jahre befristet. Wegen der freien Räume in der Schule habe sich diese Lösung angeboten. Es sei vorgesehen, 29 Kinder über drei Jahren und elf Kinder unter drei Jahren aufzunehmen.

Erweiterung des städtischen Kindergartens »Pusteblume« in Daseburg

Konkret ist auch ein weiteres Vorhaben zu Verbesserung der Betreuungssituation: die Erweiterung des städtischen Kindergartens »Pusteblume« in Daseburg um eine Gruppe. Die Pläne hierfür stellte Ulrich Klare vom Bauamt dem Sozialausschuss vor. Danach ist geplant, an den bestehenden Gruppenraum 3 einen Schlafraum anzugliedern. Räume für eine weitere Kindergartengruppe sollen in nordwestlicher Richtung an das vorhandene Gebäude angebaut werden. Neben dem eigentlichen Gruppenraum sind das zwei Ruheräume, ein Waschraum, ein Personalraum und diverse Nebenräume. Mit dem 190 Quadratmeter großen Neubau sollen vor allem Kapazitäten für die Betreuung von unter dreijährigen Kindern geschaffen werden, und zwar zehn Plätze für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren und vier Plätze für Zwei- bis Dreijährige. Insgesamt wird die Kindertagesstätte dann Platz für 75 Kinder bieten.

Die Baukosten sind nach den Worten von Ulrich Klare vom städtischen Bauamt mit rund 450.000 Euro kalkuliert. Dazu werde ein Landeszuschuss in Höhe von 420.000 Euro erwartet. Baubeginn soll im Juni 2018 sein. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2019 geplant.

Erweiterungspläne gibt es auch für den Kindergarten Bonenburg

Erweiterungspläne gibt es auch für den Kindergarten Bonenburg. Dort sollen bis 2020 zehn weitere Plätze (sechs U 3 und vier Ü 3) entstehen. Auf der Warburger Hüffert sollen in der Einrichtung St.Martin zehn Plätze der Hortgruppe in Ü 3-Kita-Plätze umgewandelt werden.

Hubert Bönnighausen rechnet damit, dass durch die Umsetzung der geplanten Maßnahmen bis 2020 im Stadtgebiet Warburg eine Versorgungsquote von 40 Prozent im U 3- und von 97 Prozent im Ü 3-Bereich geschaffen wird. Die derzeitigen Werte betragen 36 beziehungsweise 94 Prozent. Bönnighausen wies darauf hin, dass dies bereits deutlich über dem NRW-Schnitt liegt. Dennoch könne es natürlich nach wie vor so sein, dass Kinder in einzelnen Einrichtungen nicht aufgenommen werden können.

Stärke Nachfrage nach U 3-Betreuung, gestiegene Geburtenzahlen

Für den Mehrbedarf an Kindergartenplätzen sind nach seinen Worten vor allem zwei Faktoren verantwortlich: zum einen die stärke Nachfrage nach U 3-Betreuung, zum anderen die gestiegenen Geburtenzahlen. Diese hätten noch bis 2012 bei rund 170 pro Jahr gelegen, hätten sich aber seit 2015 auf einem Niveau von über 200 stabilisiert. Die weitere Entwicklung sei natürlich schwer vorauszusehen. »Wir gehen aber nicht davon aus, dass wir mit den geplanten Maßnahmen Überkapazitäten schaffen«, sagte Bönnighausen.

Über die fehlenden Kindergartenplätze hinaus wird es nach den Worten des 1. Beigeordneten Klaus Braun immer schwieriger, altersbedingt ausscheidenden Kindergärtnerinnen durch neue Kräfte zu ersetzen. Es müssten erkennbar mehr Erzieherinnen ausgebildet werden, meinte Braun.

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