Kabarettistin Lioba Albus gibt Trainingsstunde für die Geschlechterverständigung Wenn Gott Tinnitus bekommt...

Warburg (WB). Über ein volles Haus freute sich das Kulturforum am Samstag beim Auftritt der Kabarettistin Lioba Albus, die ihr Programm »Von der Göttin zur Gattin« in der Warburger Altstadt präsentierte.

Von Verena Schäfers-Michels
Die Kabarettistin Lioba Albus alias Mia Mittelkötter ist beim Kulturforum vor einem ausverkauften Haus aufgetreten. Die Sauerländerin begeisterte ihr Publikum.
Die Kabarettistin Lioba Albus alias Mia Mittelkötter ist beim Kulturforum vor einem ausverkauften Haus aufgetreten. Die Sauerländerin begeisterte ihr Publikum. Foto: Verena Schäfers-Michels

Seherische Fähigkeiten hätte sich Lena Volmert von den einstigen Erbauern des Kellers gewünscht. »Hätten sie doch an das Kulturforum gedacht und größer gebaut«, scherzte die Vorsitzende bei der Begrüßung der Gäste. Beim ersten Besuch der Kabarettistin Lioba Albus war das Kulturforum – wieder einmal – komplett ausverkauft.

»Jo, Freunde und Freundinnen des guten Geschmacks«, eröffnete Lioba Albus in der Rolle ihres Alter Ego Mia Mittelkötter ihre Trainingsstunde für mehr Geschmeidigkeit zwischen Frauen und Männern.

Qualifiziert zur Friedensstifterin zwischen den Geschlechtern hat Mia zum einen ihre bereits seit Jahrzehnten andauernde Ehe mit einem Sauerländer, zum anderen der Schöpfer selbst, der sie zur Expertin berufen habe.

Der Gatte welkt daheim wie ein Salatblatt auf dem Sofa

»Mein Mann leidet unter Winter«, sagte sie über ihren Gatten, der daheim wie ein Salatblatt auf dem Sofa welke. Aber ansonsten sei sie äußerst zufrieden mit ihrem Gatten, denn ein Sauerländer rede freiwillig überhaupt nicht und störe deshalb kein bisschen, wenn man ihn um sich habe. »Da bleibt viel mehr Platz für Fantasie«, sagte sie. Was Frau gerne hören möchte, könne sie sich ja einfach denken.

Und so sinniert sich Mia durch die Schöpfungsgeschichte und kommt zu verblüffenden Erkenntnissen über unzufriedene Frauen, die Sprachlosigkeit der Männchen und den armen Gott, der Tinnitus von der Zankerei zwischen den Geschlechtern bekommt.

Feine Alltagsanekdoten

In feinen Alltagsanekdoten brachte Mia ihre Zuhörer zum Schmunzeln. Derber ging es zu, als Lioba Albus in die Rolle eines großmäuligen Journalisten schlüpfte, der mit Zigarette und Schnapsflasche bewaffnet eine Lobrede auf seinen besten Freund, den alten Spießer, halten sollte und dabei kein Fettnäpfchen ausließ.

Weshalb man sich mit Aggressionsschüben gegenüber der Jugend zurückhalten sollte, legte die 59-jährige Sauerländerin und selbst dreifache Mutter überzeugend dar, denn so sehr die »Pupertätsmaden« einen auch zum Wahnsinn treiben könnten, sollte doch immer im Hinterkopf behalten werden, dass der eine oder andere irgendwann der eigenen Altenpfleger sein könnte. Eine Erkenntnis, die zustimmenden Applaus und nicht endende Lachsalven auslöste.

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