Anne-Marie Trzoska hat Generationen von Bonenburgern betreut Fünf Jahrzehnte im Kindergarten

Warburg (WB/aho). 46 Jahre war ihre Arbeitsstelle der Kindergarten in Warburg-Bonenburg. Wohl die Hälfte der Bonenburger Bevölkerung hat sie dort im Kindesalter betreut. Nun hieß es Abschied nehmen: Die 63-jährige Anne-Marie Trzoska wurde gestern in den Ruhestand verabschiedet.

Inmitten der Kindergarten-Kinder – da fühlt sich Anne-Marie Trzoska wohl. Sie war 46 Jahre in Kindertagesstätte Kreuz Erhöhung Bonenburg tätig. Zur Abschiedsfeier kamen (hinten von links): Dechant Gerhard Pieper, Martin Wiemers (stellvertretender Kirchenvorstand), Reinold Juckenack (Kirchenvorstand), Cornelia Graute (stellvertretender Kirchenvorstand), Tobias Kroll (pädagogischer Fachbereichsleiter, Kiga-GmbH Paderborn) und Alexander Schulze (Einrichtungsleiterin).
Inmitten der Kindergarten-Kinder – da fühlt sich Anne-Marie Trzoska wohl. Sie war 46 Jahre in Kindertagesstätte Kreuz Erhöhung Bonenburg tätig. Zur Abschiedsfeier kamen (hinten von links): Dechant Gerhard Pieper, Martin Wiemers (stellvertretender Kirchenvorstand), Reinold Juckenack (Kirchenvorstand), Cornelia Graute (stellvertretender Kirchenvorstand), Tobias Kroll (pädagogischer Fachbereichsleiter, Kiga-GmbH Paderborn) und Alexander Schulze (Einrichtungsleiterin).

Die Kinder hatten sich mit den Erzieherinnen ein kleines Programm einfallen lassen. Nach einer munteren Gesangsrunde überreichte jedes von ihnen ihrer »Frau Trzoska« eine Blume. Es wurde ein fröhlicher Abschiedsfrühlingsstrauß, wie die Einrichtungsleiterin Alexandra Schulze bemerkte. Die Erzieherinnen führten ein kleines Theaterstück auf, dann sagte Anne-Marie Trzoska den Kindern mit kleinen Überraschungstütchen Danke.

Vogelhäuschen mit Fingerabdrücken

Aber es gab noch mehr: die Lieblingsblumen, einen Strauß Hortensien vom Team, einen Kuchen und ein Vogelhäuschen. Alle Kinder der Tageseinrichtung hatten sich mit einem Fingerabdruck am Rand des Vogelhäuschens verewigt. »Das bekommt einen Ehrenplatz«, versprach Anne-Marie Trzoska.

Am 1. April 1972 hatte die gelernte Näherin die Stelle im Kindergarten als sogenannte Ergänzungskraft angetreten. Die Bonenburgerin kümmerte sich mit ihren Kolleginnen und den Vinzentiner-Schwestern, die noch bis 1985 in der Einrichtung tätig waren, um etwa 70 Kinder. Es gab damals zwei Gruppen, und im Laufe der Jahre besuchten stets zwischen 50 und 60 Kinder die Einrichtung. »Die Ansprüche der Eltern und der Kinder waren damals geringer«, weiß Anne-Marie Trzoska. »Nur so war es möglich, eine so große Kinderschar zu betreuen.«

Für die Kinder Kostüme geschneidert

Das war ein Vollzeitjob, denn es wurde auch samstags gearbeitet. »Wir mussten dann auch noch putzen und die Straße fegen«, erinnert sich die Mutter eines Sohnes sehr gut. Ihre Ausbildung als Näherin kam ihr auch als Kindergärtnerin entgegen. So konnte sie mit den Kindern Kostüme für verschiedene Anlässe, wie Karneval, mit geübter Hand perfekt schneidern.

Fast fünf Jahrzehnte im Kindergarten zu arbeiten, dass bedeutet auch, zwei, beinahe drei Generationen betreut, bespielt und erzogen zu haben. »Es kam vor, dass Eltern eine Eigenart ihres Kindes beschrieben und sich nicht erklären konnten, woher das kam«, sagte Anne-Marie Trzoska, »Dann konnte ich helfen, denn ich kannte ja Vater oder Mutter als Kinder und wusste, dass sie auch so gewesen waren.«

Eine Nachfolgerin gibt es noch nicht

Zur kleinen Abschiedsfeier waren Dechant Gerhard Pieper sowie vom Kirchenvorstand Reinold Juckenack, Martin Wiemers und Cornelia Graute und der pädagogische Fachbereichsleiter der Kita-GmbH Paderborn, Tobias Krull, sowie Weggefährten und Eltern gekommen.

»Es ist schon schwer zu gehen«, erklärte Anne-Marie Trzoska. Doch sie will die Zeit nun nutzen, um viele Spaziergänge mit ihrem Mann zu unternehmen. Der 25-jährige Sohn, der natürlich auch in »Mutters Kindergarten« – allerdings in der anderen Gruppe – war, ist gerade von zu Hause ausgezogen. »Da haben wir jetzt sturmfreie Bude«, schmunzelt Anne-Marie Trzoska. Außerdem hat sie eine, laut der Einrichtungsleiterin Alexandra Schulze, »verwegene Idee«. Wenn »Not am Mann« ist, dann will sie gern aushelfen. »Die Stelle ist ausgeschrieben, aber eine Nachfolgerin gibt es noch nicht«, erläuterte Alexandra Schulze.

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