Polizei gibt Einblick in den Bußgeldkatalog – Guckloch reicht nicht Eiskratz-Muffel müssen zahlen

Warburg (WB). Ein kleines Guckloch reicht nicht aus: Im Winter müssen Autos vor der Fahrt von Schnee und Eis befreit werden. Wer dem nicht nachkommt, gefährdet sich und andere – und riskiert eine saftige Strafe. Polizei-Pressesprecher Georg Arendes gibt einen Einblick in den Bußgeldkatalog.

Von Daniel Lüns

Am günstigsten kommen Autofahrer mit einem verschmutzten, unlesbaren Kennzeichen weg. Fünf Euro werden dafür fällig. Zehn Euro muss bezahlen, wer den Motor vor der Fahrt warmlaufen lässt. Ebenfalls mit zehn Euro wird zur Kasse gebeten, wer ein Auto fährt, obwohl die Sicht beeinträchtigt wird. Dazu zählen etwa beschlagene oder nicht komplett freigekratzte Scheiben.

»Die Pauschalausrede dazu lautet: Ich hab’s eilig. Ich muss zur Arbeit und hatte keine Zeit«, erklärt Arendes. »Dabei ist es vorgeschrieben, dass ich mein Auto vor dem Fahrtantritt von Schnee und Eis befreien muss.« Das bekannte Guckloch reicht dabei nicht aus, um das komplette Verkehrsgeschehen wahrzunehmen.

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Ein kleines Guckloch reicht nicht aus: Im Winter müssen Autos vor der Fahrt von Schnee und Eis befreit werden. Wer dem nicht nachkommt, gefährdet sich und andere – und riskiert eine saftige Strafe.

Polizei-Pressesprecher Georg Arendes

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Richtig gefährlich werde es, wenn Schnee und Eis nicht vom Autodach entfernt werden. »Während der Fahrt erwärmt sich die Karosserie. Dann taut der Bereich zwischen dem Schnee und Eis und dem Autodach an und es bildet sich eine Flüssigkeitsschicht«, erklärt der Polizist. »Und wenn ich dann bremse, dann rutscht mir das Ganze auf die Frontscheibe, wie ein Teppich.« Diese Schicht nehme dem Fahrer die Sicht.

Aber auch für nachfolgende Fahrzeuge sei diese Nachlässigkeit gefährlich. Während der Fahrt rutsche die Masse nämlich nach hinten vom Dach. 25 Euro Bußgeld werden daher fällig, wenn das Dach nicht geräumt wird. »Bei Lastwagen ist das noch gefährlicher. Durch Eis, das sich von den Planen gelöst hat, hat es schon böse Unfälle gegeben«, sagt Georg Arendes. 80 Euro Bußgeld kostet daher der Verstoß, bei einem Unfall sogar 120 Euro. Zudem gibt es jeweils einen Punkt in Flensburg.

Mit einem Punkt in Flensburg werden Fahrten ohne Winterreifen bestraft

Mit einem Punkt wird auch derjenige bestraft, der bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte ohne die vorgeschriebenen Reifen unterwegs sei. Zudem werden 60 Euro fällig. Bei einer Behinderung beträgt die Bußgeldhöhe 80 Euro, bei einer Gefährdung 100 Euro. Im Falle eines Unfalls müssen 120 Euro bezahlt werden. »Und wer es als Halter zulässt oder sogar anordnet, dass sein Fahrzeug bei Schnee oder Glatteis ohne Winterreifen unterwegs ist, zahlt 75 Euro«, ergänzt Arendes.

Oft werde im Winter auch der Faktor Licht unterschätzt. »Es gilt: Sehen und gesehen werden! Im Winter bei Dämmerung oder Schneefall ohne Licht zu fahren, ist höchst gefährlich.« Zudem kostet es bares Geld. Wer in so einer Situation sein Abblendlicht innerorts nicht einschaltet, zahlt 25 Euro. Außerorts wird sogar ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro erhoben. Tagfahrlicht hilft in diesen Situationen übrigens nicht immer, da es nur nach vorne und nicht nach hinten strahlt.

Aber auch eingeschaltetes Abblendlicht hilft wenig, wenn die Scheinwerfer verdreckt oder mit Schnee bedeckt sind. »Die Leuchtkraft lässt dann stark nach«, betont der Pressesprecher. Wer mit verdreckter Fahrzeugbeleuchtung unterwegs ist, wird mit 20 Euro zur Kasse gebeten. Bei einer Gefährdung werden 25 Euro fällig, bei einem Unfall sind es 35 Euro.

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