Traditionsreicher Gasthof in Scherfede wird um ein Gästehaus mit 19 Betten erweitert »Luis« stellt Hotelpläne vor

Warburg (WB). Der traditionsreiche Gasthof Luis in Warburg-Scherfede wird um ein Gästehaus erweitert. Dazu wird derzeit das benachbarte Wohn- und Geschäftshaus an der Briloner Straße umgebaut. Ein Durchgang soll beide Gebäude später miteinander verbinden.

Von Ralf Benner
Sie haben die Hotelpläne des traditionsreichen Gasthofes Luis in Scherfede vorgestellt (von links): die Architekten Raimund Busch und Christoph Bassani mit An­dreas, Alexander, Hans-Josef und Luise Geilhorn.
Sie haben die Hotelpläne des traditionsreichen Gasthofes Luis in Scherfede vorgestellt (von links): die Architekten Raimund Busch und Christoph Bassani mit An­dreas, Alexander, Hans-Josef und Luise Geilhorn. Foto: Ralf Benner

Zwei Jahre lang trugen sich Luise und Hans-Josef Geilhorn, die den Gasthof seit 1995 in dritter Generation führen, mit dem Gedanken, ihre Gaststätte um einen Hotelbetrieb zu erweitern. Nun wird das Vorhaben mit Unterstützung der Architektengruppe Raimund Busch aus Warburg in die Tat umgesetzt.

»Es gab und gibt vermehrt Anfragen nach Übernachtungsmöglichkeiten bei uns«, nennt Hans-Josef Geilhorn den Grund für diese Erweiterung. Insbesondere Geschäftspartner und -kunden örtlicher Firmen sowie Radtouristen sollen sich im neuen Gästehaus willkommen fühlen.

Elf Gästezimmer mit 19 Betten

In dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus aus dem Jahr 1964, in dem bisher zwei Wohnungen und ein Ladenlokal untergebracht waren, werden nun elf Gästezimmer (acht Doppel- sowie drei Einzelzimmer) mit insgesamt 19 Betten eingerichtet. Im Erdgeschoss des dreigeschossigen Bauwerkes soll auch ein rollstuhlgerechtes Zimmer entstehen. »Ein solches Hotelzimmer ist einmalig im Stadtgebiet, das kann den Gästen sonst niemand in Warburg bieten«, glaubt Architekt und Diplom-Ingenieur Raimund Busch.

Im April 2017 begannen die Bauarbeiten. Zunächst mussten umfangreiche Abbruch- und Rückbauarbeiten in dem Wohn- und Geschäftshaus an der Briloner Straße vorgenommen werden, in dem sich viele Jahre lang auch die Wäscherei Prott befand. Familie Geilhorn hatte das Gebäude bereits im Jahr 2004 erworben.

Innenwände wurden herausgerissen

»Zuerst wurden Innenwände und Schaufensterfront abgerissen«, erläutern Raimund Busch und Diplom-Ingenieur Christoph Bassani vom Architektenbüro. »Der Umstand, dass es sich bei dem Gebäude um einen so genannten Skelettbau ohne tragende Innenwände handelt, der nur Stützpfeiler aus Beton und Stahl aufweist, erleichterte uns die Arbeit«, erklärt Raimund Busch.

Das alte Treppenhaus aus Holz musste ebenfalls rückgebaut werden. Das neue ist aus Stahlbeton. »Holztreppen sind bei drei Vollgeschossen aus brandschutztechnischen Gründen nicht erlaubt«, erläutert Busch diese Maßnahme.

Giebelseite soll Akzente setzen

Die Giebelseite des neuen Gästehauses zur Briloner Straße, dessen Erdgeschoss verblendet wird, soll Akzente im Ortsbild setzen. Eine Sonne wird im Giebeldreieck strahlen, Scherfeder Wappen und Westfalen-Ross sollen die Fassade herausputzen. »Das wird ein Schmuckstück«, freuen sich Luise und Hans-Josef Geilhorn. Die Übernachtungsgäste können im benachbarten Gasthof Luis bewirtet werden. Zwei Kegelbahnen sorgen dort ebenfalls dafür, dass Besucher gut unterhalten werden.

Seit 1928 befindet sich der Gasthof Luis (früher Knepper) in Familienbesitz. In den Anfangsjahren habe es auch drei bis vier Gästezimmer gegeben, weiß Hans-Josef Geilhorn, doch das sei viele Jahrzehnte her, erinnert sich der 58-Jährige an frühere Zeiten des Familienbetriebs. Dieser hat sich im Gastronomiebereich einen Namen gemacht.

Vierte Generation ist dabei

Beliebt ist der Gasthof auch bei vielen Vereinen als Versammlungsort. Im großen Saal finden etliche kulturelle Veranstaltungen statt. Seit 14 Jahren ist der Gasthof auch für die Bewirtung der Besucher im Waldinformationszentrum Hammerhof zuständig – eine Erfolgsgeschichte.

Mit der Erweiterung um ein Gästehaus wird nun ein neues Kapitel aufgeschlagen. Und mit Hotelfachmann Alexander Geilhorn (22) sowie Koch und Betriebswirt An­dreas Geilhorn (26) steht bereits die vierte Generation in den Startlöchern. Die beiden jungen Männer sollen sich insbesondere um den neuen Hotelbetrieb kümmern. Dieser soll im April dieses Jahres starten, pünktlich zum 90-jährigen Bestehen des Gasthofes.

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