Publikum feiert das Flex Ensemble n der Aula des Marianum Ein rauschhaftes Meisterkonzert

Warburg (WB). Ein begeisterndes Meisterkonzert hat das Flex Ensemble in der Aula des Marianum gegeben. Auf dem Programm standen Werke von Fauré, Ravel und Brahms.

Von Peter Ernst
Das Flex Ensemble mit Künstlern aus vier Nationen bescherte den Besuchern des Meisterkonzertes in der Aula des Gymnasium Marianum ein besonderes Erlebnis.
Das Flex Ensemble mit Künstlern aus vier Nationen bescherte den Besuchern des Meisterkonzertes in der Aula des Gymnasium Marianum ein besonderes Erlebnis. Foto: Ulrich Schlottmann

Drei Musikerinnen und ein Musiker, von gänzlich unterschiedlicher Erscheinung, aus vier verschiedenen Nationen, die sich beim gemeinsamen Studium in Deutschland zusammengefunden haben – das ist das Flex Ensemble. So zumindest könnte man das in Hannover beheimatete Klavierquartett beschreiben, würde man Herkunft und Aussehen in den Fokus setzen.

Doch niemandem, der nach dem rauschhaften Meisterkonzert am vergangenen Freitag den Heimweg antrat, schienen derartige Äußerlichkeiten aufgefallen zu sein. Vielmehr war ausgerechnet die Einigkeit der vermeintlich so unterschiedlichen Persönlichkeiten von Kana Sugimura (Violine), Anna Szulc-Kapala (Viola), Martha Bijlsma (Cello) und Endri Nini (Klavier) im Vordergrund der Publikumsgespräche.

Repertoire kommt dem allgemeinen Geschmack entgegen

Mit Originalwerken von Gabriel Fauré und Johannes Brahms sowie einer Transkription von Maurice Ravels »Ma mère l’Oye« hatte sich die junge Gruppierung bald in die Herzen des Warburger Publikums gespielt. Sicherlich kam dabei das vollgriffige Repertoire der romantischen Komponisten dem allgemeinen Geschmack entgegen.

Und doch war das, was das Flex Ensemble aus dem aufwühlenden Quartett von Fauré gemacht hat, von einer besonderen Güte: Ausgeglichen, präzise und vor allem mit einem authentischen Zugang zu der Musik des 19. Jahrhunderts ließen die Interpreten die Quartette erstrahlen.

Diese Aussage gilt auch für das populäre erste Klavierquartett von Johannes Brahms, mit dem der jungen Hamburger einst die Wiener Musikwelt eroberte – insbesondere mit dem furiosen, an ungarische Folklore angelehnten Finale. Auf der Bühne im Gymnasium Marianum war es aber vor allem auch der fein zelebrierte langsame Satz, der verzückte. Erstaunlich allemal, wie trotz aller Intensität die Kontrolle über das musikalische Geschehen nie verloren ging.

Letztmalig erklang der Bösendorfer Flügel

Aufhorchen ließ auch die Bearbeitung von Ravels Märchen-Suite: Shintaro Sakabe hat sie für das Flex Ensemble angefertigt und aus dem Original, einem Klavierduo von mittlerer Schwierigkeitsstufe, ein vollwertiges Konzertstück geformt, das an die Ausführenden die höchsten Anforderungen stellt.

Und das Flex Ensemble hat dieser durchaus ungewöhnlichen Einrichtung hörbar viel Aufmerksamkeit geschenkt: Behutsam wurde jede Tongebung und jede Phrasierung abgewogen und geformt, und das Ergebnis der sicherlich mühevollen Arbeit war schlicht begeisternd. Dass der zauberhafte Schlusssatz der Suite am Ende des Konzertes ein weiteres Mal erklang, war sehr willkommen, denn an dem farbenreichen Arrangement kann man sich kaum satt hören.

Mit begeistertem Applaus wurden die musikalischen Gäste vom Publikum gefeiert.

Letztmalig erklang bei diesem Meisterkonzert übrigens der Bösendorfer Flügel, der bekanntlich im Herbst durch einen Steinway ersetzt wird. Pianist Endri Nini verschaffte dem 40 Jahre alten Ins­trument einen würdigen Abschied aus der Meisterkonzert-Reihe.

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