Viele Feuerwehreinsätze nach Starkregen und Sturm Wetterextreme fordern die Wehr

Warburg (WB). Der Klimawandel beschert der Feuerwehr immer mehr Arbeit. So sind die Warburger Wehrleute 2017 nach extremen Wetterlagen an fünf Tagen zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. »Die Technischen Hilfeleistungen bei Sturm und Starkregen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen«, sagte Wehrführer Josef Wakob bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr.

Von Ulrich Schlottmann
Ernennungen und Entlassungen bei der Feuerwehr (von links): Bürgermeister Michael Stickeln, Kreisbrandmeister Rudolf Lüke, Heinz-Josef Quere, Christian Moors, Frank Bellmann, Carsten Reineke und Wehrführer Josef Wakob.
Ernennungen und Entlassungen bei der Feuerwehr (von links): Bürgermeister Michael Stickeln, Kreisbrandmeister Rudolf Lüke, Heinz-Josef Quere, Christian Moors, Frank Bellmann, Carsten Reineke und Wehrführer Josef Wakob. Foto: Ulrich Schlottmann

Starkregenfälle hatten im vergangenen Jahr die Straßen mehrerer Orte überflutet und sogar Schlammlawinen ausgelöst. Bei Stürmen waren die Feuerwehrleute zudem mit ihren Kettensägen im Einsatz, um Straßen wieder passierbar zu machen. Der Orkan »Friederike« sorgte dann im Januar gleich wieder für viel Arbeit. »Wir mussten zu 41 Einsatzorten ausrücken«, teilte der Feuerwehrchef seinen Kameraden und den Gästen am Samstag in der Jahreshauptversammlung in der Gemeindehalle in Menne mit. »Wer weiß, was nach Friederike in diesem Jahr noch alles an Unwettereinsätzen kommen wird«, sagte Wakob.

Feuerwehr zu 44 Brandeinsätzen gerufen

Die 44 Brandeinsätze haben sich nach den Worten des Wehrführers 2017 etwa auf dem Niveau der Vorjahre gehalten. In seinem Bericht erinnerte Wakob auch an einen Großeinsatz auf dem Gelände der Firma Benteler, wo im Mai eine Absauganlage in Brand geraten war und Mitarbeiter Rauchgas eingeatmet hatten. Vier weitere Male – im Juli und drei Mal im September – musste die Feuerwehr zu Benteler ausrücken, weil es erneut Probleme mit der Absauganlage gab.

Bei den 122 Technischen Hilfeleistungen in 2017 ragen neben den 33 Unwettereinsätzen die 15 Alarmierungen auf den beiden Einsatzabschnitten der A 44 ­heraus. Die Feuerwehr musste damit nahezu doppelt so oft auf die Autobahn ausrücken wie im Vorjahr. Bei den 122 Technischen Hilfeleistungen sind 48 Personen aus Notlagen befreit worden, wie der Wehrführer mitteilte.

Insgesamt hatte die Warburger Feuerwehr im vergangenen Jahr 223 Einsätze. Dabei sind 4000 Einsatzstunden geleistet worden. »Das bewegt sich auf dem Niveau der Vorjahre«, sagte Wakob. Dazu kämen noch etwa 2500 Stunden, die bei Brandsicherheitswachen und bei öffentlichen Veranstaltungen geleistet werden. »Hinzugerechnet werden müssen noch mal einige tausend Stunden, die in allen Einheiten für den Ausbildungs- und Übungsdienst geleistet werden. Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit« sagte der Feuerwehrchef.

»Arbeit der Feuerwehr mit Geld nicht zu bezahlen«

Dass er die Arbeit der Feuerwehr nicht als Selbstverständlichkeit ansieht, machte Bürgermeister Michael Stickeln deutlich. »Bei ihrem ehrenamtlichen Dienst zum Wohl und zur Sicherheit der Allgemeinheit wenden sie eine Menge Zeit und Energie auf. Mit Geld ist das gar nicht zu bezahlen«, sagte Stickeln.

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass die Stadt in den Jahren 2012 bis 2017 drei Millionen Euro in den Brandschutz investiert hat. Das zeige, dass sich Rat und Verwaltung der Bedeutung der Feuerwehr bewusst seien.

Wechsel in der Wehrführung in Menne

Die Freiwillige Feuerwehr der Gesamtstadt tagte in Menne, weil dort die Führung der Löschgruppe wechselte. Nach 24-jähriger Tätigkeit in dieser Funktion legte Hauptbrandmeister Heinz-Josef Quere (54) die Aufgabe in jüngere Hände. Sein Nachfolger ist der 38-jährige Oberbrandmeister Christian Moors. Der Computerfachmann ist bereits seit 21 Jahren Feuerwehrmann.

Während Queres Amtszeit wurde 1995 das neue Gerätehaus eingeweiht und 2011 ein neues Tanklöschfahrzeug in Dienst gestellt, wie der Wehrführer erinnerte.

Verabschiedet wurde auch Brandinspektor Frank Bellmann als Jugendfeuerwehrwart in Scherfede. Er hatte dieses Amt sechs Jahre inne, will sich jetzt aber auf seine Aufgaben als stellvertretender Löschgruppenführer in Nörde konzentrieren.

Die Ernennungsurkunde zum 2. stellvertretenden Löschgruppenführer in Dössel überreichte Josef Wakob an Brandmeister Carsten Reineke.

Der ausgeschiedene stellvertretende Löschzugführer in Scherfede, Hauptbrandmeister Stefan Pohl, konnte an der Versammlung nicht teilnehmen und erhält seine Entlassungsurkunde zu einem späteren Zeitpunkt.

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