Fundtiere: Bilanz des Jahres 2017 – Warburg gibt 30.000 Euro aus Katzen sind das größte Problem

Warburg (WB). Um 55 Fundtiere hat sich die Stadt Warburg im vergangenen Jahr gekümmert. Der Großteil davon waren Katzen. »Die sind unser Hauptproblem«, erklärt Wolfgang Voss, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes. Die Situation werde sich im Frühjahr verschärfen. »Dann ist die nächste Wurfperiode.«

Von Daniel Lüns

43 Samtpfoten wurden in 2017 als gefunden gemeldet. Hinzu kommen neun Hunde, zwei Hasen und eine Ente. Auch eine Schildkröte gehörte dazu. »Die wird aber keinem weggelaufen sein«, sagt Voss und schmunzelt. Das Tier sei vermutlich ausgesetzt worden. Alle Fundtiere wurden in der Hundeschule und Tierpension »Apollo« in Liebenau betreut.

Katzenpopulation in der Stadt steigt stetig an

»Fast alle Städte im Kreisgebiet, außer die Städte Höxter und Steinheim, arbeiten mit der Tierpension zusammen«, erklärt der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes. Im vergangenen Jahr seien dort etwa 200 Fundtiere aus dem Kreis Höxter aufgenommen worden. Viele von ihnen, vor allem Hunde, seien bald wieder abholt worden. »Nach den Katzen jedoch hat nie wieder jemand gefragt. Aber natürlich wurden auch ein paar Tiere weitervermittelt.«

Durch illegal entsorgte Würfe, ausgesetzte Tiere oder unkastrierte Freigänger steige die Katzenpopulation in der Stadt stetig an. In Warburg seien sogar Gegenden bekannt, in denen ganze Katzengruppen leben. Mithilfe von Ehrenamtlichen würden die Katzen gefangen, kastriert und wieder ausgesetzt. »Hier übernimmt die Stadt die Kosten der Halter.« Etwa 5000 Euro bezahle die Stadt für die Aktion. »Würden wir das nicht tun, würde es Ausmaße annehmen, die nicht mehr zu händeln wären.« Und das obwohl in der Stadt seit Jahren eine Kastrationspflicht für Freigänger gelte.

Tierheim bekommt jedes Jahr 30.000 Euro

Oft lasse sich der Halter einer Katze nicht ermitteln – oder der Halter sei sich seiner Verantwortung nicht bewusst. Wer zum Beispiel fremden Katzen Futter bereitstellt, der gelte als Halter. »Ich kann nicht täglich füttern, mich an den Katzen erfreuen aber dann die Verantwortung von mir weisen«, erklärt Voss. »Viele Bürger sehen das aber nicht ein.«

Dabei machten sich die Fundtiere auch im Stadtsäckel bemerkbar. Eine Pauschale über 30.000 Euro zahlt die Hansestadt pro Jahr an die Tierpension »Apollo«. »Damit ist alles abgedeckt. Deren Mitarbeiter fahren Tag und Nacht und holen die Tiere aus Warburg ab, und zwar unabhängig davon, ob wir fünf oder 50 Katzen haben«, sagt Wolfgang Voss. Bei steigenden Tierzahlen sei es aber möglich, dass der Beitrag irgendwann angepasst wird. »Früher waren die Katzenmengen ein ländliches Problem. Seit ein paar Jahren sind sie auch ein urbanes Problem.«

Fundtiere melden

Wer ein Tier findet, der ruft beim Ordnungsamt der Stadt an. Außerhalb der Öffnungszeiten der Verwaltung hilft die Polizei weiter. »Die stellen den Kontakt zu unserer Bereitschaft her. Gemeinsam entscheiden wir dann über das weitere Vorgehen.«

Zum Beispiel, ob das Tier direkt nach Liebenau kommt oder erst von einem Arzt untersucht werden muss. Viele Fellnasen seien krank und in keinem guten Zustand. Gechipte oder tä­to­wie­rte Katzen könnten ihren Besitzern zügig wieder ausgehändigt werden. »Wir haben ein Gerät, mit dem wir die Chips auslesen können.« Vorausgesetzt natürlich, das Tier werde überhaupt vermisst.

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