Warburger Firma Formlight erlebt rasanten Aufschwung – Möbelteile für Wohnmobile Wie Phönix aus der Asche

Warburg (WB). Mit umfassenden Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen macht das Unternehmen Formlight im Warburger Gewerbegebiet Lütkefeld derzeit von sich reden. Seit 2013 hat die Firma im Speckgraben fünf Millionen in die Zukunft investiert.

Von Ralf Benner
Werksleiter und Prokurist Ulrich Benkel (links) und Prokurist ­Burkhard Sturm, hier in der Endmontagehalle, freuen sich über den Aufstieg des Unternehmens Formlight. In den Händen halten sie ein Möbelteil, das für ein Wohnmobil bestimmt ist.
Werksleiter und Prokurist Ulrich Benkel (links) und Prokurist ­Burkhard Sturm, hier in der Endmontagehalle, freuen sich über den Aufstieg des Unternehmens Formlight. In den Händen halten sie ein Möbelteil, das für ein Wohnmobil bestimmt ist. Foto: Ralf Benner

Mit der 2013 besiegelten Übernahme des einstigen Unternehmens Formatec durch die Hobby-Gruppe wurden die Weichen für den Erhalt der Firma gestellt. 69 Arbeitsplätze in Warburg konnten damals gerettet werden.

Seitdem werden unter den Namen Formlight Möbelteile und -fronten in Spezial-Leichtbauweise exklusiv für die Hobby-Gruppe gefertigt.

Selbstständiges Unternehmen

Den Geschäftsführer der Hobby-Gruppe, Michael Striewski, hatte das Know-How in der Firma überzeugt, die vornehmlich Formteile für Wohnwagen und Reisemobile entwickelt und baut.

Formlight ist als selbstständiges Unternehmen Teil der Hobby-Gruppe im schleswig-holsteinischen Fockbek, zu der renommierte Unternehmen wie Fendt-Caravan in Mertingen gehören.

»Wir haben mit unseren erfahrenen Mitarbeitern Lösungen entwickelt, die Mitbewerber nicht beherrschen«, sagen Werksleiter und Prokurist Ulrich Benkel und Prokurist Burkhard Sturm, zuständig für Qualitätssicherung.

120.000 Möbelteile pro Monat

Formlight hat in den vergangenen Jahren einen eindrucksvollen Aufstieg erlebt. Heute beschäftigt das Unternehmen 125 Mitarbeiter. Zu Beginn der Übernahme wurden in der Firma etwa 60.000 Teile im Monat produziert, heute sind es 120.000 Möbelteile.

»Die Übernahme war damals ein Sechser im Lotto. Nach langer Talfahrt geht es jetzt bergauf«, freut sich Ulrich Benkel. »Wir alle sind stolz darauf, dass wir die positive Entwicklung gemeinsam geschafft haben«, ergänzt Burkhard Sturm.

Die Gewinne blieben im Unternehmen und würden investiert. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren wurde viel bewegt. »Keine der alten Maschinen ist noch am gleichen Platz, hinzu kommen viele moderne Maschinen«, erläutert Benkel. Viele Umbauten erfolgten sogar bei laufendem Fertigungsbetrieb.

Sechs Auszubildende an Bord

Auf dem 14.000 Quadratmeter großen Gelände wurde nicht nur der Verwaltungstrakt neu gebaut. Errichtet wurde auch eine Lehrwerkstatt. Sechs Auszubildende beschäftigt das Unternehmen derzeit, auch in diesem Jahr werden zwei Nachwuchskräfte eingestellt.

»Da bekanntlich ein Mangel an Fachkräften herrscht, bilden wir am besten gleich selbst aus«, erklärt Burkhard Sturm. Die Firma sucht derzeit gelernte Facharbeiter wie Logistiker, Holzmechaniker, Schlosser und Elektriker.

Mit modernen Gerätschaften neu aufgebaut wurde auch die Abteilung für den Folienzuschnitt. Weithin sichtbares Wahrzeichen für den rasanten Aufschwung des Unternehmens ist jedoch der Holzspäne-Bunker, bei dem es sich allerdings um einen 23 Meter hohen futuristischen Turm mit zehn Meter Durchmesser handelt.

Auftragsbücher sind voll

Dieser fasst 1800 Kubikmeter Späne, die bei der Produktion anfallen. Diese sind für das Blockheizkraftwerk bestimmt, mit dem das Unternehmen mit Energie versorgt wird. Eine runde Sache.

Um die Zukunft des Unternehmens sorgt sich Werksleiter Ulrich Benkel nicht. »Die Auftragsbücher sind 2018 zu 100 Prozent gefüllt.« Das erste volle Geschäftsjahr nach der Übernahme 2013 erbrachte einen Umsatz von 7,7 Millionen Euro, das Geschäftsjahr 2017 wies einen Umsatz von 12,5 Millionen Euro aus.

Hobby-Gruppe-Geschäftsführer Michael Striewski erwartet im aktuellen Geschäftsjahr für Formlight eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent.

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