Bundesgerichtshof bestätigt: Haft für versuchten Totschlag Urteil ist rechtskräftig

Warburg (WB/upf). Im Juli hatte das Landgericht Paderborn einen 56-jährigen Warburger zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Der Mann hatte versucht, seine Frau umzubringen. Jetzt hat der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil bestätigt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das Urteil bestätigt.
Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das Urteil bestätigt. Foto: Uli Deck/dpa

Rückblende: Das Landgericht Paderborn als Schwurgericht hatte den 56-Jährigen schuldig gesprochen, weil er im Januar mit einem Hammerstiel insgesamt 15 Mal auf seine getrennt lebende Frau eingeschlagen hatte ­– acht Schläge trafen den Kopf der Frau mit ausreichender Wucht, um potenziell tödliche Verletzungen zu verursachen.

Revision scheitert

Die 54-Jährige überstand die unvermittelte Attacke aus dem Dunkeln jedoch ohne weitreichende gesundheitliche Folgen. Es war das Ende eines Jahre langen »Rosenkrieges«. Das Landgericht erkannte auf versuchten Totschlag.

Die Verteidigung beantragte vor dem Bundesgerichtshof ein Revisionsverfahren. Kernpunkt dabei: Der so genannte freiwillige Rücktritt vom Versuch der Tötung. Liegt dieser Rücktritt vor, bringt er Straffreiheit mit sich. Den hatte das Landgericht jedoch nicht gesehen, und der 4. Strafsenat des BGH schloss sich jetzt dieser Sichtweise an.

Schlag auf den Kopf

Der Angeklagte habe von seiner Frau abgelassen, nachdem ein Anwohner in die Szene hineingerufen habe – der Rücktritt vom Versuch sei somit nicht aus eigenen freiwilligen Stücken erfolgt, sondern um der Entdeckung und einem möglichen Festhalten am Tatort zu entkommen.

Dazu führt der BGH aus: »Er hat der Nebenklägerin – nach dem Zuruf des Zeugen und nachdem er sich aufgerichtet hatte – erst noch einen letzten kräftigen Schlag auf den Kopf versetzt, bevor er die Flucht ergriff.« Die Revision wurde verworfen, da kein Rechtsfehler seitens des Landgerichts zum Nachteil des 56-Jährigen erkennbar sei.

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