Syrisch-orthodoxe Schwester Hatune Dogan hilft Notleidenden in Indien Stiftung errichtet Waisenhaus

Warburg-Rimbeck (WB). Erschöpft ist die syrisch-orthodoxe Schwester Hatune Dogan nun von einer vierwöchigen Reise nach Indien zurückgekehrt. »Die Weltöffentlichkeit schaut auf Syrien und den Irak, das Krisengebiet im Nahen Osten, doch weltweit gibt es arme Menschen, die wir nicht vergessen dürfen«, sagt die 46-Jährige.

Von Ralf Benner
Die syrisch-orthodoxe Schwester Hatune Dogan hat in Indien arme Familien in ihren Notunterkünften aufgesucht. Ihre Stiftung fördert die Errichtung von Häusern für Hilfsbedürftige.
Die syrisch-orthodoxe Schwester Hatune Dogan hat in Indien arme Familien in ihren Notunterkünften aufgesucht. Ihre Stiftung fördert die Errichtung von Häusern für Hilfsbedürftige.

Es war nicht der erste Besuch von Schwester Hatune in Indien. Ihre Hilfe fließt seit vielen Jahren in das Entwicklungsland. »Indien könnte man auch als Mutterland für meine karitative Arbeit bezeichnen«, erinnert sie sich an einen ihrer ersten Aufenthalte in dem südasiatischen Staat im Jahr 1991. Der Blick eines hilfsbedürftigen indischen Kindes habe sie damals tief bewegt und zu Tränen gerührt. »Diese Begegnung war der Anlass, mein Leben komplett umzustellen, es ganz Jesus zu widmen und Gutes zu tun«, berichtet sie.

Die Ordensschwester ist seit 27 Jahren unermüdlich für Menschen auf der ganzen Welt, die von Armut, Unterdrückung und Verfolgung betroffen sind, im Einsatz. 2005 gründete Hatune Dogan die Stiftung »Helfende Hände für die Armen« mit Sitz in Rimbeck.

Bau von Wohnhäusern für arme Menschen

In Indien unterstützt die Stiftung den Bau von Wohnhäusern für arme Menschen. Etwa 2000 Euro koste die Errichtung eines solchen Hauses. »Die eine Hälfte zahlt der Staat, die andere teilen sich unsere Stiftung und eine lokale Hilfsorganisation«, erläutert die Schwester. »Jedes Haus wird von uns mit 500 Euro gefördert.«

In der südindischen Gemeinde Allepy hat die Stiftung im Jahr 2013 mit dem Bau eines Waisenhauses für 200 Jungen und Mädchen begonnen. »Die Stützpfeiler stehen bereits«, erzählt die 46-Jährige. Sie hofft auf weitere Spenden, um den Bau zügig beenden zu können. Der Unterhalt von vier Kindern, die sich später im Waisenhaus ein Zimmer teilen sollen, koste etwa 1000 Euro, rechnet die Schwester vor. Von der indischen Gesellschaft ausgestoßene Kinder, die auf Müllhalden hausen müssten, sollen dort zukünftig eine neue Bleibe finden.

Unterricht in der Nähschule

In unmittelbarer Nachbarschaft zum geplanten Waisenhaus hat die Stiftung »Helfende Hände für die Armen« im Jahr 2013 bereits eine Tagesklinik errichtet, in der überwiegend karitative Arbeit geleistet wird. »In dem Gebäude ist zum Beispiel aber auch eine Nähschule untergebracht. Frauen können dort das Nähen und Stricken erlernen, um mit dieser Arbeit später ihren Lebenunterhalt bestreiten zu können. Die Textilien werden in Indien, aber auch bei uns in Deutschland verkauft«, berichtet Hatune Dogan. In ganz Indien betreibe ihre Stiftung mittlerweile 24 solcher Berufs- und Nähschulen für arme Menschen.

Wer die Arbeit von Schwester Hatune ebenfalls unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Spendenkonto machen: Helfende Hände für die Armen, Sparkasse Paderborn, IBAN: DE 6247 6501 3000 1112 1142, BIC: WELADE3LXXX.

Weitere Informationen zu Schwester Hatune, ihrer Stiftung sowie ihren Projekten finden Interessierte im Internet.

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