Stadt Willebadessen in Berlin als Bioenergie-Kommune ausgezeichnet »Ein Pionier der Wärmewende«

Willebadessen/Berlin (WB). Die Stadt Willebadessen ist gestern in Berlin als eine von drei Bioenergie-Kommunen in Deutschland ausgezeichnet worden. Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeslandwirtschaftsminister, überreichte den mit 10 000 Euro dotierten Preis im Rahmen der Grünen Woche an Bürgermeister Hans Hermann Bluhm.

Von Ulrich Schlottmann
Preisverleihung in Berlin (von links): Ansgar Grawe (Bauamt Willebadessen, Micha Loewen (Biomassehof), Bürgermeister Hans Hermann Bluhm, Norbert Hofnagel (Maschinenring), Alexander Hake (Biomassehof), Staatssekretär Peter Bleser sowie Clemens Neumann Abteilungsleiter »Biobasierte Wirtschaft, Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft« im Landwirtschaftsministerium.
Preisverleihung in Berlin (von links): Ansgar Grawe (Bauamt Willebadessen, Micha Loewen (Biomassehof), Bürgermeister Hans Hermann Bluhm, Norbert Hofnagel (Maschinenring), Alexander Hake (Biomassehof), Staatssekretär Peter Bleser sowie Clemens Neumann Abteilungsleiter »Biobasierte Wirtschaft, Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft« im Landwirtschaftsministerium. Foto: Felix Müller/FNR

»Wir sind alle riesig stolz«, sagte Hans Hermann Bluhm nach der Preisübergabe im Gespräch mit dem WESTFALEN- BLATT. Alle Bürger, die sich in irgendeiner Weise mit alternativen Energie befassten, hätten einen Anteil an diesem Preis, betonte der Bürgermeister. »Ich bedanke mich an diesem Tag ausdrücklich bei allen Bürgern, die sich auf diesem Gebiet engagieren«, so Blum.

Der Preis sei Ansporn, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Dazu gebe es aus seiner Sicht auch keine Alternative. »Angesichts des Energiebedarfs in der Welt sind wir gezwungen, die Nutzung von alternativen Energien weiter auszubauen. Sonst lässt sich der Energiehunger nicht stillen«, sagte der Bürgermeister.

Große Freude auch bei den Vertretern des Biomassehofes Borlinghausen

Große Freude löste der Preis auch bei den Vertretern des Biomassehofes Borlinghausen aus, die den Wettbewerbsantrag formuliert hatten. »Diese Auszeichnung ist für uns eine Bestätigung dafür, dass wir in Willebadessen auf dem richtigen Weg sind«, sagte Micha Loewen, Projektkoordinator »Land braucht Wärme«. Der Preis sei zugleich Motivation, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen, sondern weitere Ziele zu erreichen.

Neben Micha Loewen und Bürgermeister Hans Hermann Bluhm nahmen an der Preisverleihung auch Alexander Hake (Biomassehof), Norbert Hofnagel (Geschäftsführer des Maschinenrings Höxter-Warburg) sowie Ansgar Grawe (Bauamt Willebadessen) teil.

»Die Wettbewerbs-Gewinner zeigen, dass sich auch größere Orte und Städte mit bis zu 20 000 Einwohnern schon heute ohne weiteres mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien, insbesondere aus regionaler Biomasse, versorgen können«, sagte Staatssekretär Peter Bleser bei der Preisverleihung. Das Engagement der Bürger sei in allen drei Orten überdurchschnittlich, die Akzeptanz für die Energiewende groß.

Das Land verfüge über die Flächen, die Städte über die Verbraucher: Beides müsse intelligent zusammengebracht werden, wenn die Energiewende funktionieren solle. »Bei den drei ausgezeichneten Orten ist diese Land-Stadt-Partnerschaft bereits Realität«, meinte Bleser. »Bioenergie-Kommunen sind die Pioniere der Wärmewende«, lobte der Staatssekretär. Er dankte den Kommunen für ihren Mut und das persönliche Engagement der Bürger.

In allen drei Orten erzeugten zentrale Biomasse-Anlagen einen großen Teil der Wärme, der über Nahwärmenetze in die Gebäude verteilt werde, so Bleser. Diese Variante sei effizienter als die dezentrale Versorgung über eine Vielzahl von kleinen Einzel-Anlagen – vorausgesetzt, die Bebauung ist dicht und die Abnehmer sind zahlreich genug, so dass keine zu großen Leitungsverluste entstehen. Die Bioenergie-Kommunen profitierten auch regionalwirtschaftlich von der Umstellung auf heimische Energieträger, und zwar durch Steuereinnahmen Gewinne und neue Arbeitsplätze.

Neben Willebadessen sind auch die Orte Ascha in Bayern (1600 Einwohner) und Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern (21 000 Einwohner) als Bioenergie-Kommunen ausgezeichnet worden.

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