Fünfstündige Befreiungsaktion in der Nacht: Tier steckte im Altstädter Mühlengraben fest Feuerwehr rettet Schaf aus Kanalrohr

Warburg (WB). In einer fünfstündigen Rettungsaktion hat die Warburger Feuerwehr in der Nacht zu Samstag ein junges Schaf lebend aus dem alten Mühlengraben in der Altstadt befreien können. Das Tier war von der Weide nahe der Diemelbrücke ausgebüxt und durch ein Gitter in den Schacht des Abwasserkanals geraten.

Von Ralf Benner
Die Warburger Feuerwehr hat in der Nacht zu Samstag dieses junge Schaf lebend aus dem alten Mühlengraben in der Altstadt befreien können. Zum Einsatz kam auch ein Bagger. Die Rettungsaktion dauerte fünf Stunden und war gegen 2.30 Uhr beendet.
Die Warburger Feuerwehr hat in der Nacht zu Samstag dieses junge Schaf lebend aus dem alten Mühlengraben in der Altstadt befreien können. Zum Einsatz kam auch ein Bagger. Die Rettungsaktion dauerte fünf Stunden und war gegen 2.30 Uhr beendet. Foto: Feuerwehr Warburg

Nach Angaben der Feuerwehr lief das Schäfchen dann etwa 60 Meter in das Rohr hinein, bis es schließlich an einer äußerst schmalen Stelle des Mühlengrabens, in 1,30 Meter Tiefe unter dem Parkplatz eines Wohnhauses an der Lange Straße, festsaß.

Als Schäfer Wilfried Böddeker aus Ossendorf am Freitagabend seine Herde von der Wiese in der Diemelaue abholen wollte, stellte er fest, dass ein Schäfchen fehlte. Er vernahm jedoch das laute Blöken des Tieres im Abwasserkanal und folgte den »Hilferufen« des jungen Schafes bis auf den Parkplatz des Wohnhauses in die Altstadt. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, den Vierbeiner selbst zu befreien, alarmierte der Schäfer die Warburger Feuerwehr.

Der Löschzug Warburg rückte daraufhin mit 16 Einsatzkräften an, um das Schaf aus seiner lebensbedrohlichen Lage zu befreien. Unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Markus Müller begann die zeitintensive Rettung – mit bereitgestelltem Schornsteinfeger-Werkwerk und einer Feuerwehrleine als Schlinge sowie C-Rohren unter Druck als Schiebeeinrichtung – vergeblich. Nach knapp drei Stunden mussten die Feuerwehrleute aufgeben.

Bagger legt Abwasserrohr frei

Einsatzleiter Markus Müller bat das Tiefbauunternehmen Waldeier aus Germete um Hilfe. Gegen Mitternacht rückte die Firma mit einem Bagger und einer Motorflex an. Auf einer Fläche von vier Quadratmetern öffnete der Bagger das Pflaster des Parkplatzes und grub sich vor bis zum Abwasserkanal. Mit der Flex wurde ein Teil des Rohres geöffnet.

Leicht unterkühlt und stark erschöpft, ansonsten aber wohlauf, wurde das Tier von den Brandschützern aus dem Schacht gezogen. Nach einer tierärztlichen Untersuchung durfte Wilfried Böddeker sein Schäfchen wieder zur Herde in den Stall bringen.

Kommentare

Gut so

Finde ich gut, auch wenn es großer Aufwand war, es geht ums Prinzip. Wo kämen wir hin wenn das nicht so wäre.

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