Neues Bürgerspiel von Lena und Winni Volmert hat beim 40. Kälkenfest Premiere Wasserkunst startet mit Pannen

Warburg (WB). In diesem Jahr können die Besucher des Warburger Kälkenfestes (12. bis 14. August) wieder eine Premiere erleben: »Die Warburger Wasserkunst« heißt das Stück, das die beiden Regisseure Lena und Winni Volmert geschrieben haben. Es geht dabei um die Wasserversorgung der Neustadt, die Mitte des 19. Jahrhunderts nicht ganz pannenfrei verlief und damit reichlich Stoff für ein humoriges Theaterspiel liefert.

Von Ulrich Schlottmann
Fehlstart bei der Inbetriebnahme der neuen Wasserversorgungsanlage. Die Pumpe in der Altstadt läuft, aber in der Neustadt kommt kein Wasser an. Erstaunt sind deshalb (von links) Medizinalrat Dr. Gödecke (Felix Volmert), Frau Apotheker Uffeln (Sabine Finis), Bürgermeister Fischer (Sebastian Böhlen) und Wasserkunst-Ingenieur Carl Henschel (Ekkehard Kröger)
Fehlstart bei der Inbetriebnahme der neuen Wasserversorgungsanlage. Die Pumpe in der Altstadt läuft, aber in der Neustadt kommt kein Wasser an. Erstaunt sind deshalb (von links) Medizinalrat Dr. Gödecke (Felix Volmert), Frau Apotheker Uffeln (Sabine Finis), Bürgermeister Fischer (Sebastian Böhlen) und Wasserkunst-Ingenieur Carl Henschel (Ekkehard Kröger) Foto: Lena Volmert

»Als die Arbeitsgruppe des Heimat- und Verkehrsvereins vor einigen Monaten das Denkmal für die alte Wasserkunst in der Diemelaue renovierte, entstand die Idee, über diese für die Stadtgeschichte nicht unwichtige Episode ein Bürgerspiel zu schreiben«, berichtet Winni Volmert. Zuvor war allerdings umfangreiches Quellenstudium erforderlich. Die Chroniken von Bürgermeister Fischer und das Buch von Walter Strümper, »Von der Wasserkunst zum Wasserwerk«, lieferten den wahren Kern, der jedem Bürgerspiel zugrunde liegt.

Drumherum haben Lena (56) und Winni Volmert (69) eine humorige Geschichte geschrieben, die sich an die historischen verbrieften Tatsachen hält, aber natürlich manches überzeichnet. »Wir hätten selbst nicht gedacht, dass dieser eigentlich so trockene Stoff so viel zum Schmunzeln und Lachen bietet«, sagt Lena Volmert.

Wasserversorgung bereitet in der Neustadt große Probleme

Angesiedelt ist das Stück in der Preußenzeit Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Wasserversorgung der gewachsenen Neustadt große Probleme bereitete. Weil es – wohl aufgrund der schlechten Wasserqualität – Todesfälle nach Cholera-Epidemien gegeben hatte, schaltete sich sogar die preußische Regierung ein. Ein Medizinalrat Dr. Gödeke von der Bezirksregierung in Minden, den die beiden Stückeschreiber auftreten lassen, mahnt den Warburger Stadtrat eindringlich zum Handeln.

Besonderen Spaß verspricht der dritte Akt des Stücks, in dem es um die Inbetriebnahme der neuen Wasserversorgung geht. »Das ist so gründlich daneben gegangen, dass die Einweihungsfeier zwei Mal wiederholt werden musste«, lacht Lena Volmert: »Die Honoratioren und die Stadtkapelle waren am Puhlplatz versammelt, doch auf das Zeichen, das Pumpwerk am Mühlengraben in Gang zu setzen, passierte nichts: Das Wasserbecken blieb leer. Grund war ein falsch angeschlossener Überdruckbehälter.«

Frotzeleien zwischen Alt- und Neustadt

Bei der Wiederholung einige Tage später passierte den Chroniken zufolge sogar eine kleine Katas­trophe: »Weil die Muffen der neuen Wasserrohre nicht passten, liefen die Keller voll, aber das Wasserbasssin am Puhlplatz blieb wieder leer. Das muss man sich mal vorstellen: Hochwasser in der wasserarmen Neustadt.«, hatte Winni Volmert sichtlich Spaß daran, diese Situation mit den passenden urigen Charakteren so richtig auszuschmücken. Und natürlich bekommen auch bei diesem Bürgerspiel die immerwährenden Frotzeleien zwischen Alt- und Neustadt wieder ihren Part.

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