Gemeinde ist Deutschlands größtes Bioenergiedorf Wettesingen macht’s vor

Breuna (WB). Der zu Breuna gehörende Ort Wettesingen mit seinen knapp 1200 Einwohnern an der Grenze zum Kreis Höxter ist das größte Bioenergiedorf Deutschlands. Verantwortlich dafür ist die  Wärmeversorgung, die  zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist wird. Jetzt wurde das Nahwärmenetz offiziell eingeweiht.

Von Christian Geschke
Die Gemeinde Wettesingen ist seit der Fertigstellung  des Nahwärmenetzes Deutschlands größtes Bioenergiedorf. In der Heizzentrale ist der Abschluss des Projektes gemeinsam mit den Bewohnern des Dorfes und den Verantwortlichen gefeiert worden.
Die Gemeinde Wettesingen ist seit der Fertigstellung des Nahwärmenetzes Deutschlands größtes Bioenergiedorf. In der Heizzentrale ist der Abschluss des Projektes gemeinsam mit den Bewohnern des Dorfes und den Verantwortlichen gefeiert worden. Foto: Christian Geschke

»Endlich haben wir es geschafft«. Mit diesen Worten begrüßte Dieter Hösl, Vorstandsvorsitzender der Wettesinger Energiegenossenschaft, die zahlreichen Besucher, die sich ein Bild vom Projekt  machen wollten.

750000 Liter Öl gespart

Allein  zwei Jahre Vorbereitung und noch mal  drei Jahre Planung hatte es gedauert, bis die 18-monatige Bauphase beginnen konnte. Doch die Arbeit hat sich gelohnt: Nun werden exakt 209 Haushalte mit Nahwärme versorgt – Tendenz steigend. Diese Maßnahme zur zentralen Wärmeversorgung sowie der Einsatz von Solarenergie und Windkraft haben dafür gesorgt, dass Wettesingen seit dem vergangenen Jahr offiziell als das größte Bioenergiedorf Deutschlands geführt wird. »Insbesondere sind wir in Deutschland das erste und bisher einzige Dorf, mit einer Wärmeversorgung aus 100 Prozent erneuerbarer Energie«, freute sich auch Aufsichtsratsvorsitzender Fritz Rappe. Vor allem auf die gemeinsam geleistete Arbeit an dem Großprojekt ist Rappe stolz. »Dass zeigt, was man alles erreichen kann, wenn jeder mit anpackt und man zusammensteht.«

Investiert wurden in das Blockheizkraftwerk mit 366 Kilowatt, die Heizzentrale mit drei Pellettkesseln und einen Pufferspeicher sowie in den Kauf des Grundstücks und den kompletten Bau 5,7 Millionen Euro. Nicht mehr benötigt werden in Wettesingen dafür in Zukunft die etwa 750000 Liter Heizöl, die bisher von allen Einwohnern im Jahr verbraucht wurden. »Dafür können wir mit Stolz sagen, tatkräftig zum Klimaschutz beizutragen«, sagte Dieter Hösl.

Glasfasernetz

Außerdem wurden gut 300 000 Euro in die Verlegung eines Glasfasernetzes für eine schnelle Internetverbindung im Dorf investiert. Die flächendeckende Versorgung soll dann das nächste Projekt in Wettesingen werden.

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