Koch Frederik Kleimann kehrt nach sechs Jahren in London in seine Heimat zurück  Royale Küche im Klinikum 

Warburg (WB). In seinem Job als Koch hat Frederik Kleimann in internationalen Fünf-Sterne-Restaurants gearbeitet, mehr als sechs Jahre in der Metropole London gelebt und bei einem Bankett für Queen Elisabeth II. gekocht. Jetzt, drei Monate nach der Geburt seines Kindes, zieht es ihn zurück in seine Heimat. Der 35-Jährige kocht in Zukunft im Warburger Klinikum.

Von Christian Geschke
Die Küche des Warburger Klinikums ist der neue Arbeitsplatz von Frederik Kleimann (rechts). Gemeinsam mit Catering-Regionalleiter Oliver Raue will der 35-Jährige dafür sorgen, die Qualität und Bandbreite der Gerichte zu verbessern.
Die Küche des Warburger Klinikums ist der neue Arbeitsplatz von Frederik Kleimann (rechts). Gemeinsam mit Catering-Regionalleiter Oliver Raue will der 35-Jährige dafür sorgen, die Qualität und Bandbreite der Gerichte zu verbessern. Foto: Christian Geschke

 Als Rückschritt in seiner Karriere als Koch sieht Frederik Kleimann diesen Wechsel keinesfalls – im Gegenteil: »Nach mehr als sechs Jahren in London und meist 16-stündigen Arbeitstagen bin ich nun froh, wieder etwas mehr Ruhe zu haben«, sagt der gebürtige Brakeler. Vor allem für ein Familienleben sei bei so einem Arbeitstag kaum noch Zeit. Und da der 35-Jährige, der seine Ausbildung im Weserhotel Schwager in Holzminden absolviert hat, vor drei Monaten Vater geworden ist, sei der neue Job im Klinikum Warburg genau die richtige Entscheidung.

 Bereut hat er seinen Aufenthalt in der englischen Hauptstadt aber keinesfalls. »Wenn man mit Anfang 20 die Chance bekommt, in den besten Hotels Londons zu arbeiten, muss man sie einfach annehmen«, sagt Frederik Kleimann. Im Jahr 2003 hatte das Hilton Hotel neue Mitarbeiter für die Küche gesucht. Da der damalige Küchenchef Österreicher war und die deutsche Ausbildung zu schätzen wusste, fiel die Wahl auf den damals 23-Jährigen, der sich dort »einfach mal beworben hatte«, wie er sagt.

 Ein Höhepunkt seines Aufenthaltes war unter anderem ein Bankett im Rahmen der »British Film Awards«, bei dem Frederik Kleimann und seine Kollegen nicht nur für zahlreiche hochrangige Gäste, sondern auch für keine Geringere als Queen Elisabeth II gekocht haben. »Natürlich ist es ein tolles Gefühl, mal für die Queen gekocht zu haben. Letztendlich macht es aber auch keinen Unterschied, für wen das Essen raus geht. Die Hauptsache ist, dass es schmeckt.«

 Dass Frederik Kleimann in Zukunft keine Fünf-Gänge-Menüs oder gehobene Sterneküche auf die Teller bringt, sondern sich in den Alltag einer Krankenhaus-Küche einarbeiten muss, sieht er als neue Herausforderung. »Das Essen im Krankenhaus gilt ja nicht unbedingt als kulinarisches Erlebnis. Wir wollen dazu beitragen, die Qualität und auch die Bandbreite der Gerichte zu verbessern und mit diversen Aktionen für etwas Abwechslung zu sorgen«, berichtet Kleimann, der mit seiner kleinen Familie mittlerweile in Paderborn lebt. »Für viele Patienten ist das Essen der einzige Höhepunkt des Tages. Wenn es dann nicht schmeckt, ist der Tag meist gelaufen.«

 Erste positive Resonanz auf das Essen haben Frederik Kleimann und sein Team bereits bekommen. »Letztens hat mich ein Patient angesprochen und gesagt, dass er entlassen wird, wegen des guten Essens aber noch ein paar Tage bleiben würde. Sowas ist eine tolle Bestätigung unserer Arbeit«, sagt Kleimann und blickt ein wenig voraus. »Die neue Cafeteria bietet ein schönes Ambiente, um nicht nur für Patienten, sondern auch für Gäste und Mitarbeiter benachbarter Firmen zu kochen.«

 Als besondere Aktionen hat sich das Warburger Küchenteam für die Zukunft einen Sonntagsbrunch sowie für den Sommer einmal in der Woche ein Grill-Event überlegt. »Es geht auch darum, etwas Abwechslung reinzubringen und weg von dem Einheitsbrei zu kommen, der leider immer noch in vielen Krankenhäusern serviert wird«, sagt Kleimann, der mit seinen neuen Aufgaben wie der Warenbestellung und der Menüplanung bereits gut zurechtfindet.

 Vor allem aber die geregelten Dienstzeiten habe der erfahrene Koch bereits nach den ersten Tagen im Warburger Klinikum zu schätzen gelernt. Dafür nimmt Frederik Kleimann auch gerne in Kauf, das er nicht mehr mit der Bahn durch die Weltmetropole London zur Arbeit fährt, sondern mit dem Auto nach Warburg.

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