Befristeter Mietvertrag mit den Maroniten – Platz für 60 Asylbewerber Stadt bringt Flüchtlinge im Haus Maria unter

Warburg (thö). Ins Haus Maria am Heinberg sind jetzt die ersten fünf Flüchtlinge eingezogen. Die Stadt hat das frühere Kloster von der Maronitenmission gemietet, und zwar so lange, bis der Umbau der Unterkunft in der ehemaligen Dösseler Kaserne abgeschlossen ist. Dort erweitert die Stadt derzeit für 900 000 Euro die Aufnahmekapazitäten.

Haus Maria war erst Alterssitz der Serviam-Schwestern, dann maronitisches Kloster und soll jetzt übergangsweise Flüchtlingsunterkunft werden. Es bietet 60 Plätze.
Haus Maria war erst Alterssitz der Serviam-Schwestern, dann maronitisches Kloster und soll jetzt übergangsweise Flüchtlingsunterkunft werden. Es bietet 60 Plätze. Foto: Christian Geschke

Er habe den Mietvertrag unterzeichnet, sagte gestern Warburgs 1. Beigeordneter Klaus Braun auf Anfrage. Er betont auch, dass die Anmietung von Haus Maria nur als Übergangslösung gedacht ist. Eine dauerhafte Flüchtlingsunterbringung sei nicht geplant, weil der energetische Zustand des Gebäudes, das einst Alterssitz der Germeter Serviam-Schwestern war, nicht optimal sei.

Die Stadt plant, in dem früheren Maronitenkloster bis zu 60 Flüchtlinge unterzubringen. Die ersten fünf sind am vergangenen Freitag nach dem Brand in der Unterkunft an der Kuhlemühle eingezogen. Bevor weitere kommen, müssen noch einige Umbauarbeiten vorgenommen werden. Unter anderem müssen Küchen eingerichtet und sanitäre Anlagen umgebaut werden.

Die Maroniten waren seit 2011 in Warburg ansässig. Sie haben Haus Maria seinerzeit von den Serviam-Schwestern als Spende bekommen. Die Kongregation wollte das Haus zu einem pastoralen Zentrum für die rund 8000 verstreut in Deutschland lebenden Angehörigen der maronitischen Kirche ausbauen. Bis zu fünf Priester lebten dort.

Bis auf Pater Roger Abdel Massih sind mittlerweile alle nach Frankfurt umgezogen. Massih ist als Seelsorger im Pastoralverbund Warburg tätig und wohnt jetzt im Pfarrhaus in Welda. Haus Maria musste die aus dem Libanon stammende Gemeinschaft aufgeben, weil die Unterhaltung zu teuer geworden war.

Auf dem Gelände der früheren Bördelandkaserne zwischen Warburg und Dössel hat die Stadt gerade damit begonnen, einen bislang ungenutzten Gebäudekomplex für die Unterbringung von Flüchtlingen zu sanieren. »Dort wurde aufgeräumt und das Dach abgedichtet«, berichtet Braun. Er schätzt, dass die Arbeiten in 18 Monaten abgeschlossen sein werden. Die Kapazitäten der Unterbringungseinrichtung steigen nach dem Umbau von 120 auf 200 Plätze.

Derzeit leben nach Angaben der Verwaltung 160 Flüchtlinge in Warburg – Tendenz steigend. Jede Woche werden fünf bis zehn Personen der Hansestadt zugewiesen, darunter viele Georgier und Ostafrikaner. Sie wohnen in Dössel, im Haus Maria, in der Unterkunft an der Kuhlemühle und im HPZ St. Laurentius.

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