Franz-Josef Wiechers (80) und Josef Hagedorn (61) freuen sich über Bürgermedaille Herausragendes Engagement

Steinheim (WB). Für viele Deutsche gehört das Ehrenamt als freiwilliges bürgerschaftliches Engagement zum festen Bestandteil ihres sozialen Lebens. Bis zu 40 Prozent und damit fast jeder Zweite engagieren sich auf vielen Ebenen für die Allgemeinheit. Zwei Persönlichkeiten sind nun in Steinheim ausgezeichnet worden.

Von Heinz Wilfert
Zeichen der Wertschätzung und des großen Dankes: Mit der Bürgermedaille sind im Steinheimer Rathaussal Franz-Josef Wiechers (2. von links) und Josef Hagedorn (2. von rechts) von Bürgermeister Carsten Torke ausgezeichnet worden. Zu den ersten Gratulanten gehören die beiden stellvertretenden Bürgermeister Gerd Jarosch (links) und Hubert ­Ostermann (rechts).
Zeichen der Wertschätzung und des großen Dankes: Mit der Bürgermedaille sind im Steinheimer Rathaussal Franz-Josef Wiechers (2. von links) und Josef Hagedorn (2. von rechts) von Bürgermeister Carsten Torke ausgezeichnet worden. Zu den ersten Gratulanten gehören die beiden stellvertretenden Bürgermeister Gerd Jarosch (links) und Hubert ­Ostermann (rechts). Foto: Heinz Wilfert

Bei einer Feierstunde im Steinheimer Rat sind Franz-Josef Wiechers (80) und Josef Hagedorn (61) von Bürgermeister Carsten Torke als Zeichen der Wertschätzung und des Danks mit der Bürgermedaille der Stadt Steinheim ausgezeichnet worden. Freiwilliges Engagement entstehe aus freiem Willen und sei ein Weg zur bürgerschaftlichen Beteiligung im Gemeinwesen. »Sie tun dies aus Überzeugung und im Bewusstsein, dass Gemeinschaft wichtig ist und stark macht – oft ihr Leben lang!« so Torke in seiner Laudatio. Diese Menschen seien es, die das Leben in einer Stadt wie Steinheim vielfältiger gestalten, ihre Liebe zur Heimat zum Ausdruck bringen und so die Stadt und die Ortschaften attraktiv zu erhalten. »Ohne die vielen Frauen und Männer, die in Deutschland ein Ehrenamt ausüben, wäre unser Land um vieles ärmer und unser Gemeinwesen so nicht denkbar«, hatte es einmal Helmut Kohl postuliert.

Die beiden mit der Bürgermedaille Geehrten hätten sich über Jahrzehnte um dieses Gemeinwohl in ihrer Kommune verdient gemacht, so Torke.

Franz-Josef Wiechers

Franz-Josef Wiechers ist Zeit seines Lebens aus Überzeugung aktives Mitglied im Schützenverein, bei Kolping und Heimatverein. Ob auf der politischen Ebene im Rat der Stadt Steinheim und im Ortsbeirat oder im Vorstand des Heimatvereins – sein Ottenhausen lag und liegt ihm am Herzen. Der Geschichte des Ortes und der historischen Bauernburg hat er ungezählte Stunden gewidmet, hat in Kirchen- und Gemeindechroniken recherchiert, gesammelt und archiviert.

Die Ortschronik umfasst heute mehrere Bände und reicht ins 17. Jahrhundert zurück. Dazu der Heimatverein Ottenhausen: »Dank der akribischen Arbeit von Franz-Josef Wiechers wissen wir heute mehr als je zuvor über unser Dorf, seine Bewohner und seine Geschichte. Die Geschichte der Pfarrgemeinde, das Vereins- und Schulwesen, Handwerker in Ottenhausen, das Schützenwesen – alles ist erforscht und auch digital für die Nachwelt erhalten«.

Viel Herzblut hat Wiechers auch in den Aufbau und die Fertigstellung des Heimatmuseums investiert, Ausstellungs-Exponate aufgearbeitet und renoviert. Das Ortsarchiv und der Ausbau des kleinen, aber feinen Heimatmuseums sind das Ergebnis eines beeindruckenden und leidenschaftlichen Engagements.

Bemerkenswert war sein Einsatz zur 1150-Jahrfeier und beim jährlichen Bauernmarkt, bei der Betreuung von Besuchergruppen des Bundes-Golddorfes oder von Helfern, die im Landschafts- und Naturschutz eingesetzt waren. »Franz-Josef Wiechers zeichnet sich aus durch jahrzehntelangen, selbstlosen und verantwortlichen Einsatz zum Wohle seiner Mitmenschen. Wiechers hat es verstanden die in der Sache nötigen Forderungen und Anträge mit Nachdruck auf den Weg zu bringen«, fasste Torke sein Lebenswerk zusammen.

Josef »Jüppi« Hagedorn

Auf den zweiten Träger der Bürgermedaille 2018 trifft ebenfalls zu, einer Sache den gebotenen Nachdruck zu verleihen. Josef »Jüppi« Hagedorn war stellvertretender Vorsitzender des SV 21 und 25 Jahre im Vorstand des Fördervereins, wo er bereits zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden ist. Posten waren ihm aber nie wichtig. »Jüppi war überall dort, wo er gebraucht worden ist«, hatte ihn der Vereinsvorsitzende Wolfgang Keßler charakterisiert. Zu seinem besonderen ­Steckenpferd wurde die Anzeigenakquise für das Vereinsheft des SV 21 – eine Aufgabe, die Fingerspitzengefühl, aber auch Überzeugungskraft und Hartnäckigkeit verlangt hat. Sponsoren bescheinigen dem Steinheimer Urgestein: »Er war hartnäckig, aber nie unangenehm«. Dieses Talent habe dazu beigetragen, dass zwei Mal im Jahr (Vor- und Rückrunde) ein Vereinsheft erscheinen konnte.

»Treue zum Verein, Freude an der Gemeinschaft, ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein und eine ausgesprochen sportliche Fairness mit dem Anspruch ›Der Bessere soll gewinnen‹ hat Jüppi Hagedorn Werte (vor)-gelebt«, so Bürgermeister Carsten Torke während der Feier, die musikalisch von einem Flötenensemble der Musikschule unter der Leitung von Dagmar Brinkmann-Unger und Beatrice Groll, Carolin Winkler und Katharina Winkler eingerahmt wurde.

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