Medizinisches Angebot in Bad Driburg erweitert – Köhler wird Chefarzt in Steinheim Ringbeck leitet Spezialabteilung

Steinheim/Bad Driburg/Höxter (WB). Der bisherige Chefarzt in Steinheim verlässt die »Klinik für Innere Medizin«. Und mit ihm auch sein Personal? Wird die Klinik geschwächt oder gar aufgelöst? Das WESTFALEN-BLATT hat bei der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge nachgehakt. Geschäftsführer Reinhard Spieß erklärte gestern: »Ja, es stimmt. Die Chefarztposition wechselt im April. Aber das gute Angebot in Steinheim bleibt natürlich weiter bestehen.«

Von Harald Iding
Die »Innere« bleibt am Standort Steinheim. Das Team bekommt einen neuen Chef.
Die »Innere« bleibt am Standort Steinheim. Das Team bekommt einen neuen Chef. Foto: H. Iding

Grund seien Neustrukturierung und Stärkung des medizinischen Angebots am Standort Bad Driburg im dortigen St.-Josef-Hospital. Laut KHWE wird es dort ab April 2017 eine eigenständige ­Klinik für Kardiologie geben – neben der Gastroenterologie von Chefarzt Dr. Marcus Rübsam. Chefarzt der neuen Medizinischen Klinik I/Kardiologie wird Dr. Detlef Michael Ringbeck, der bisher in Steinheim arbeitete.

Der Kardiologe Dr. Thomas Köhler, bisher Leitender Oberarzt der »Inneren Medizin« in Bad Driburg, wechselt zeitgleich wie Ringbeck zum 1. April 2017 an den Standort St.-Rochus-Krankenhaus Steinheim. Als neuer Chef der »Inneren« soll Köhler dort das vorhandene und etablierte kardiologische Spektrum inklusive der Intensivmedizin weiterführen.

KHWE-Sprecherin Christiane Bernert: »Am Standort St.-Ansgar-Krankenhaus Höxter soll die Kardiologie ebenfalls weiter ausgebaut werden. Insbesondere soll der Bereich der Behandlung von Herzrhythmusstörungen ausgeweitet werden. Dort ist vorgesehen, einen zusätzlichen Kathetermessplatz zu installieren.«

»Der vorhandene Messplatz in Höxter ist mit fast 2000 Untersuchungen im Jahr an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Eine Analyse des Einzugsgebietes hat gezeigt, dass im westlichen Teil des Kreises Höxter die invasiv-kardiologische Versorgung verbessert werden kann«, begründet Simon Schmale (Unternehmensentwicklung) den Aufbau eines »Linksherzkathetermessplatz« für spezielle Herzuntersuchungen am Standort in Bad Driburg.

Seit Gründung der ersten Kardiologie am Klinikum in Höxter vor zehn Jahren habe sich die Zahl der internistischen Patienten erheblich gesteigert. »Das Angebot einer kardiologischen Klinik mit Kathetermessplatz ist für die Behandlung der koronaren Herzerkrankungen oft lebensrettend«, so Schmale. Dem trage man nun durch die neu gegründete Medizinische Klinik 1/Kardiologie in Bad Driburg als »Spezialabteilung für Herzerkrankungen« ab April dieses Jahres Rechnung.

Die »Innere« in Steinheim habe weiter die Schwerpunkte Kardiologie, Gastroenterologie und Intensivmedizin. 53 Betten stünden für Patienten bereit. Die Klinik wirbt mit der Besetzung von Chefarzt, zwei Oberärzten, fünf Assistenzärzten, zwei Stationen und Intensivstation. Zur Personalausstattung in Steinheim sagte der Geschäftsführer der KHWE, Reinhard Spieß, dem WESTFALEN-BLATT: »An den Gerüchten, die im Umlauf sind, ist überhaupt nichts dran. Der bisherige leitende Oberarzt Dr. Köhler aus Bad Driburg ist genauso Kardiologe und Intensivmediziner wie Dr. Ringbeck. An der Einheit in Steinheim wird sich nichts ändern. Wir haben an der Inneren nie etwas verändert – außer, dass wir sie zum Vorteil der Patienten weiterentwickelt haben. Und daran halten wir fest.«

Die Sonographie, die Implantation von Herzschrittmachern oder auch die postoperative Nachvorsorge gehören dort genauso zum Leistungsspektrum wie die Echokardiographie und endoskopische Untersuchungen wie Magen- und Darmspiegelung. »Personalbedarf des Klinikums Weser-Egge wird übrigens immer nach Situation in den einzelnen Standorten ausgeglichen. Das regelt der Pflegedirektor Jürgen Kleinschmidt in seinem Dienstplan. Es gibt immer wieder mal den Fall, dass ausgeholfen werden muss. Unsere Zielsetzung ist es, entsprechend auszubauen wie jetzt in Bad Driburg – und nicht den Rückwärtsgang einzulegen!« Dr. Ringbeck sei »invasiver Kardiologe« und könne dieses Angebot nun auch in Bad Driburg (so wie in Höxter) vorhalten. Spieß sagt: »Wir haben in Steinheim eine positive Entwicklung. Man muss alles im Verbund sehen. Dazu gehört auch die leistungsstarke Klinik für Akutgeriatrie.« Zudem sei der demografischen Wandel ein weiterer Aspekt.

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